Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

24.07.1992 - 

CDI stellt DV-Stellenmarkt-Analyse '92 vor

Dienstleistungsdenken wird zum wichtigen Einstellungskriterium

MÜNCHEN (CW) - Der europäische Binnenmarkt wirft seine Schatten voraus: Der DV-Spezialist soll neben der guten fachlichen Qualifikation, im Team gut arbeiten können, in Englisch absolut fit sein und selbstverständlich entscheidungsfreudig und kooperationsfähig sein.

Bereits in der letzten Ausgabe (CW Nr. 29, Seite 2) hat die CW über die ersten Ergebnisse der CDI-Stellenauswertung berichtet. Kernpunkte des Artikels waren: DV-Profis mit C und Unix-Kenntnissen sind stark begehrt, allerdings nimmt die Zahl der reinen Profis gegenüber den DV-Anwendern stark ab.

In dieser Ausgabe sollen nun weitere Ergebnisse der CDI-Analyse vorgestellt werden. Bekanntlich wertet das Münchner DV-Schulungsinstitut den Stellenteil der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Welt, der CW und seit diesem Jahr auch der Berliner Morgenpostjeweils für das erste Quartal aus. Analysiert wurde laut CDI auf der Grundlage eines etwa 200 Kriterien umfassenden Schlüssels. "Die gewonnenen Ergebnisse spiegeln nicht nur die momentane Arbeitsmarktsituation in der DV-Branche wider, sondern lassen zugleich Rückschlüsse zu auf die Entwicklung in der Hard- und Softwarebranche", so Maria Sarpe, bei CDI zuständig für die Stellenmarktuntersuchung.

Wie auch 1991 legten die Unternehmen bei ihren zukünftigen Mitarbeitern großen Wert auf persönliche, soziale und kommunikative Qualitäten. Diese sogenannten Schlüsselqualifikationen wie Kooperationsfähigkeit, Handlungsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Belastbarkeit tauchten insgesamt 18 687mal in den Anzeigen auf, das bedeutet eine Steigerung um 31,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereits damals stellten die CDI-Marktforscher ein Plus von über 40 Prozent gegenüber 1990 fest.

Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit (IAB) analysierte, wird bis zum Jahr 2016 der Anteil aller Erwerbstätigen mit, höherqualifizierten Tätigkeiten auf 40 Prozent steigen.

Ähnliche Tendenzen lassen sich ebenso in der DV-Branche und damit auch bei den geforderten Schlüsselqualifikationen feststellen. So seien typische Führungsqualifikationen wie Handlungsfähigkeit und Verantwortungsbewußtsein besonders wichtig (siehe Grafik).

Im Zuge der steigenden Internationalisierung von Unternehmen und der Realisierung des EG-Binnenmarktes werden nach CDI-Angaben auch Sprachqualifikationen zunehmend zum entscheidenden Einstellungskriterium für Bewerber. An erster Stelle rangiere erwartungsgemäß erneut Englisch mit 85,6 Prozent der Nennungen, gefolgt von Französisch mit 9,6 Prozent.

Weit abgeschlagen liegen dagegen Russisch und die anderen Sprachen Osteuropas mit jeweils 0,4 Prozent der Nennungen. Anscheinend beobachten die Unternehmen noch skeptisch den beginnenden marktwirtschaftlichen Umbau Osteuropas.

In vielen Inseraten werden trotz identischer Qualifikationsanforderungen voneinander abweichende Stellen- beziehungsweise Berufsbezeichnungen verwendet. Marktforscherin Sarpe erklärt dies damit, daß die DV als relativ junger Bereich nicht, wie beispielsweise die traditionellen kaufmännischen Berufe, über definierte Berufsbilder verfügt. Nur die Ausbildungsinhalte, etwa zum DV-Kaufmann und zum Wirtschaftsinformatiker, seien durch IHK-Prüfungsordnungen festgelegt.

Was die Tätigkeitsgebiete konkret betreffe, würden die Datenverarbeiter in erster Linie in der Planung und Entwicklung sowie in der Beratung und dem Vertrieb eingesetzt. Erst an dritter Stelle folgt die Programmierung.

Weg vom reinen Technik-Einsatz hin zum Dienstleistungsdenken - so lassen sich auch die Zahlen interpretieren, wenn es um die Branchen geht, die im Moment am meisten DV-Personal suchen. Softwarehäuser, Unternehmensberatungen sowie Dienstleister wie Banken, Versicherungen und Leasingfirmen machen immerhin ein Anteil von fast 50 Prozent der suchenden Firmen aus. "Diese Zahlen verdeutlichen, daß der allgemeine Trend deutlich hin zur Dienstleistungsgesellschaft geht", so Frau Sarpe.

In bezug auf Betriebssystem-Kenntnisse legen die Inserenten wie bereits erwähnt auf Unix-Kenntnisse großen Wert. Mit 22,2 Prozent der Nennungen haben die Betriebssysteme für Personal Computer nun zum ersten Mal den zweiten Platz erreicht

Arbeitgeber fragen nach PC-Know-how

Größtenteils unverändert zeigt sich der Auswertung gemäß die Situation bei den geforderten Kenntnissen zu integrierter Standardsoftware. Im technischen Bereich führen weiterhin CAD- und CIM-Produkte. Im kaufmännischen Sektor verlangen Unternehmen Mitarbeiter mit Datev- und SAP-Know-how. Dies sei auf die zur Zeit große Nachfrage nach Mitarbeitern in steuerberatenden Berufen zurückzuführen.

Bei betrieblicher PC-Standard-Software würden selten konkrete Produkte genannt. Die Nennungen beschränkten sich zuerst auf die jeweiligen Funktionsbereiche wie etwa Textverarbeitung, grafische Benutzeroberflächen oder Tabellenkalkulationen.

Wie erwartet, so Frau Sarpe, liegt auch in diesem Jahr aufgrund des hohen Anteils an DV-Randberufen Textverarbeitung an erster Stelle. An zweiter Stelle, jedoch mit geringfügigen Einbußen, rangieren grafische Benutzeroberflächen.

Die Ergebnisse belegen weiter die Dominanz der relationalen Datenbanken DB2, SQL, Oracle, Informix vor den hierarchischen Datenbanken DL/1 und IMS von IBM sowie UDS und Sesam von Siemens.

Keine einschneidenden Veränderungen zeigen sich bei den Anforderungen an Programmiersprachen. Wie bereits seit Jahren liegen die Schwerpunkte bei C und C + + sowie Cobol, es folgen RPG und Assembler. Wie die Stellenmarktanalyse zeigt, ist die Beherrschung von mindestens zwei Programmiersprachen zum unbedingten Muß für DV-Profis geworden.

Auf dem Gebiet der Kommunikationstechnik fragten die Arbeitgeber laut CDI im Großrechnerbereich am meisten nach SNA-Wissen und im PC-Bereich nach Novells Netware. CDI will der verstärkten Nachfrage nach Netzkenntnissen Rechnung tragen und in nächster Zukunft einen Kurs zum Netzspezialisten anbieten.