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09.11.1990 - 

Messe-Konjunktur schwächt sich ab

Dieter Eckbauer

Die letzte Kolumne hatten wir mit "Eine Messewoche, die Klarheit schaffte" überschrieben. Behandelt wurde die Münchner CAD-Messe "Systec", die Frage "Wird die Systec überleben?" dabei eindeutig beantwortet: In der jetzigen Form, so langatmig und aufgebläht, so vage auch in der Zielgruppen-Aussage (gab's Oberhaupt einem), wird sie es nicht. Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU), ansonsten nicht eben bekannt für offene Kritik, wenn es um das eigene Nest geht, hat sich in diesem Sinne geäußert - die Systec-Veranstalter wären gut beraten, die Warnungen ernst zu nehmen.

Ähnlich klar liegen die Dinge bei der "Orgatec" nicht, gleichwohl kann die Aussage (siehe oben) in gewisser Weise auch für die Kölner Büromesse gelten. Als Ordermesse für den Büromöbelhandel scheint sie unentbehrlich, zum Top-Ereignis im DV-Bereich fehlt ihr nicht nur die Internationalität, sondern auch die Muß-Qualität (Dabeisein ist alles). Gewonnen - aus der Sicht eines neutralen Marktbeobachters - haben zwei Veranstaltungen, um die es in den vergangenen Messe-Wochen gar nicht ging: einmal die CEBIT Hannover, auf die die DV-Hersteller wohl am allerwenigsten verzichten würden, wenn man die Messe-Auftritte - aus welchen Gründen auch immer - drastisch reduzieren müßte, zum anderen die Münchner "Systems", die wegen ihrer Büromaterial-Abstinenz geschätzt wird. Systec und Orgatec haben Punkte verloren daran kann kein Zweifel bestehen.

Nun mögen hauptamtliche Messe-Marketiers einwenden, daß sich doch zumindest die Orgatec-Aussteller zufrieden gezeigt hätten. Fragt sich allerdings, worüber. Ein bißchen Selbstbetrug ist nämlich immer dabei, das leugnen die einschlägig vorbelasteten PR-Manager gar nicht. Besonders in schlechten Zeiten wirkt die Messe - gemeint ist das Happening, nicht die Institution - wie eine Droge, die den Durchhaltewillen der Verkäufer stärkt. Und daß die Zeiten für die DV-Hersteller schlecht sind, wird niemand ernsthaft leugnen. Die Akquisition läuft nur noch beim Mittelstand, der einen Nachholbedarf in Sachen DV-Anwendung und Büroautomation hat.

Hier haben wir auch die Erklärung für das Zwischenhoch während der Orgatec: Die Kölner Messe reklamierte lautstark ihren Anspruch, Marktplatz für die Mittlere Datentechnik (MDT) zu sein. Das macht sie aber auch anfällig. Als Motor der Messe-Konjunktur ist die MDT erwiesenermaßen zu schwach. Man muß deshalb kein Prophet sein, um ein stabiles Messe-Tief für die bundesrepublikanische DV-Branche vorauszusagen. Im kommenden Frühjahr, auf der CEBIT, wird man davon vermutlich noch nicht viel merken. Aber was besagt das schon? Ein Konjunktur-Barometer ist Hannover längst nicht mehr.