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Micropayment-Anbieter beantragt Vergleichsverfahren


19.11.1998 - 

Digicash geht das Bargeld aus

MÜNCHEN (CW) - Mit Digicash hat einer der Pioniere im Bereich der Online-Zahlung ein Vergleichsverfahren beantragt. Der Mißerfolg paßt ins Bild: Elektronisches Bargeld stößt bei Internet-Surfern noch auf wenig Gegenliebe.

Der Softwarehersteller Digicash hat sich auf die Entwicklung von elektronischem Bargeld spezialisiert. Mit der Micropayment-Software "E-Cash" können Einkäufer im Internet kleine Rechnungen begleichen, ohne eine aufwendige Kreditkartentransaktion anstoßen zu müssen. Die Softwareschmiede wurde 1990 in den Niederlanden gegründet und beschäftigte in Glanzzeiten über 40 Mitarbeiter. Nun verbleibt nur noch eine einzige Niederlassung in Palo Alto, in der sechs Angestellte die Stellung halten.

Digicash geriet ins Trudeln, nachdem die Hauptfinanziers, drei Venture-Capital-Gesellschaften, den Geldhahn zugedreht hatten. Seit Juni sucht Digicash neue Investoren. Nach Ansicht des Interims-CEO Scott Loftesness, der das Unternehmen seit August dieses Jahres leitet, sind so umfangreiche Entwicklungen nicht mit Venture-Capital zu finanzieren. Loftesness hofft nun auf Unterstützung seitens der Industrie oder der Kreditwirtschaft.

Erstaunlicherweise haben die Europäer weniger Berührungsängste in Sachen E-Cash. Alle sieben Banken, die als Kunden von Digicash ein Gateway zwischen Käufern und Anbietern betrieben, haben ihren Hauptsitz außerhalb der USA.

Der einzige amerikanische Partner, die Mark Twain Bank aus St. Louis, zog sich im September aus ihrem Pilotprojekt zurück. Hierzulande betreibt die Deutsche-Bank-Tochter Gesellschaft für Finanzmarketing (GFM) ein E-Cash-Projekt. Wie Klaus Thoma, Sprecher des Kreditinstituts mitteilte, läuft das System seit Oktober 1997 sehr zufriedenstellend. Die am Online-Zahlungssystem beteiligten 20 Händler und 1000 Kunden betreut die Bank direkt. In Zukunft will das Institut die Händlerbasis noch ausweiten. "Digicash wird wieder auf die Füße kommen", gibt sich Thoma überzeugt.

Auch andere Anbieter elektronischer Zahlungssysteme haben einen schweren Stand. Im Juli 1998 gab First Virtual Holdings, ein Mitbewerber von Digicash, sein Micropayment-Produkt auf.