Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

31.07.1992 - 

Computerriese aus Maynard sinkt tief

Digital Equipment Corp. muß Milliardenverluste hinnehmen

MAYNARD (CW) - Die VAX-Front bröckelt, die neuen RISC-Systeme lassen auf sich warten, noch immer sind zu viele Mitarbeiter an Bord, und die Weltwirtschaftslage ist flau. Dies alles bescherte der Digital Equipment Corp. (DEC) im vierten Quartal wie auch im jetzt abgelaufenen Gesamtgeschäftsjar (27. Juni) tiefrote Zahlen.

Kaum hat sich die Öffentlichkeit von Ken Olsens überraschender Rücktrittserklärung erholt, sorgt Digital Equipment erneut für Schlagzeilen. Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 1991/92 fiel - unter Berücksichtigung einer hohen Rückstellung von 1,5 Milliarden Dollar für weitere Entlassungen - ein Verlust von 1,85 Milliarden Dollar an, das Gesamtjahr schloß DEC mit einem Minusbetrag von 2,79 Milliarden Dollar ab. Hier flossen neben den bereits angesprochenen Rückstellungen noch buchhalterische Belastungen von 485 Millionen Dollar ein. Im Vorjahr hatte das Unternehmen einen Verlust von 617 Millionen Dollar ausgewiesen.

Trotz dieses mehr als düsteren Ergebnisses sehen US-AnaIysten für DEC einen Silberstreif am Horizont: Der Umsatzrückgang im vierten Quartal fiel weitaus geringer aus, als dies von den Marktauguren erwartet worden war.

Gegenüber dem Vorjahresquartal sanken die Einnahmen nur um ein Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar, obwohl sich die Inlandseinnahmen um 37 Prozent reduzierten und die Company damit den schwächsten US-Anteil am Gesamtumsatz verzeichnete, der je in einem Quartal erzielt wurde.

Auch der Gesamtumsatz für das Geschäftsjahr blieb mit 13,93 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahresresultat (13,94) nahezu gleich. "Es scheint", so Jay P. Stevens von Dean Witter, "als hätte DEC das Schlimmste hinter sich. Wenn nun noch die Übergangsphase überstanden ist, sprich: die neuen Rechner verfügbar sind und sich gleichzeitig die Weltwirtschaftslage verbessert, dürfte sich DEC wieder zurückmelden."

Auch Steven Milunovich von Morgan Stanley sieht wieder bessere Zeiten auf den angeschlagenen Computerriesen zukommen. Er vermutet, daß das vierte Quartal das letzte ist, in dem DEC derart hohe Verluste ausweisen mußte. Allerdings sei nicht zu erwarten, daß das Unternehmen vor dem dritten Quartal des neuen Geschäftsjahres wieder in die Gewinnzone komme, weil sich die Einführung der Alpha-Rechner hinauszögern werde.