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09.12.1994

Digital Equipment mit ehrgeizigen Plaenen Auer: "Bis 1995 sind wir unter den Top Five der PC-Hersteller"

HONGKONG/MUENCHEN (CW) - Digital Equipments PC-Verantwortlicher Bernhard Auer hat von seinem Vorgaenger Enrico Pesatori kein leichtes Amt uebernommen. Digital will weltweit unter die besten Fuenf der PC-Hersteller vordringen. Don Tennant, Redakteur bei der CW-Schwesterzeitschrift "Computerworld Hong Kong", fuehrte mit Auer kuerzlich ein laengeres Gespraech, das wir in Auszuegen wiedergeben.

CW: Ihr Vorgaenger Enrico Pesatori sagte vor ziemlich genau einem Jahr, dass DEC nur dann erfolgreich im PC-Geschaeft sein werde, wenn man sich im chinesischen Markt gut positionieren koenne. Wie ist derzeit der Stand der Dinge?

Auer: Wir haben vor einem Jahr eine Vereinbarung mit der chinesischen Founder Group geschlossen, um in Rotchina Fuss zu fassen. Bislang sind wir mit der Entwicklung sehr zufrieden.

CW: Betrifft das auch die geplante Produktionsstaette?

Auer: Zunaechst wird Founder dort DEC-PCs fuer seine Kunden und Haendler konfigurieren.

CW: Bestehen bei Digital Plaene, in China PCs nicht nur zu integrieren, sondern auch zu produzieren?

Auer: Das wuerden wir gerne tun, aber derzeit gibt es keine realisierbaren Plaene mit Founder.

CW: Und China als Markt?

Auer: Tatsaechlich besteht ein grosser Bedarf an 386-PCs. Wir lieferten die ersten Geraete mit AMD-Prozessoren gerade an Founder aus, die die Rechner in der chinesischen Fabrik konfigurieren. Ausserdem koennten diese Low-end-PCs auch in andere asiatische Staaten gehen.

CW: Jeder spricht derzeit vom lukrativen Markt des Small office, home

office. Wie sieht Digitals Plan fuer diesen Sektor aus?

Auer: Mit dem Heimbereich beschaeftigen wir uns derzeit gar nicht. Aber der Soho-Markt unterteilt sich unserer Meinung nach in verschiedene Segmente. Wir stellen demnaechst zwei Produktfamilien fuer den "Toho"-Markt vor. Darunter verstehen wir Tiny office, home office, also Betriebe mit weniger als fuenf Angestellten oder Heimarbeiter.

CW: Und der private Anwender?

Auer: Natuerlich ist dieser Markt auch fuer uns interessant, aber er erfordert ein stufenweises Vorgehen. Man sieht eine Marktluecke mit vielversprechenden Wachstumschancen und versucht dann, Erfahrungen ueber den richtigen Vertriebsweg zu sammeln, der sich ja deutlich von der traditionellen Art der Distribution an Geschaeftskunden unterscheidet.

CW: Digital strebt eine Position unter den groessten Fuenf der PC- Branche an. Wann soll das erreicht werden?

Auer: Unser Firmenchef Robert Palmer gab diese Vorgabe an Enrico Pesatori, der sie an mich weiterreichte. Die Luft da oben ist sehr duenn, wie Sie wissen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir unser Ziel vor Ablauf des Kalenderjahres 1995 erreichen werden.

CW: Welche Position haelt DEC derzeit?

Auer: 1992 lagen wir so um Rang 20, ein Jahr spaeter auf Platz 15, und nach den Zahlen der Marktforscher fuer das erste Halbjahr 1994 haben wir die Top Ten erreicht - auf einem schnellen Wachstumspfad in Richtung Platz fuenf.

CW: Welcher x86-Prozessorhersteller wird in den naechsten Jahren Ihre Auftraege bekommen?

Auer: Ich werde mich in keinen Glaubenskrieg hineinziehen lassen. Intel ist ein wichtiger Partner, mit dessen Prozessoren die Mehrheit unserer PCs arbeitet. Fuer einige unserer Produktlinien - insbesondere im unteren Leistungsbereich - benutzen wir auch sehr erfolgreich CPUs von AMD - das sind die Hauptlieferanten.

CW: Was ist mit anderen CISC-Produzenten?

Auer: Wir beobachten sehr genau, was sich da abspielt, aber es waere zu frueh, irgendwelche Plaene auszuposaunen.

CW: Compaqs CEO Eckhard Pfeiffer aeusserte sich in juengster Zeit ungehalten darueber, dass Intel vollkonfigurierte Hauptplatinen an einige Compaq-Konkurrenten liefert. Kauft Digital solche Intel- Boards?

Auer: Bis heute fertigen wir unsere eigenen Hauptplatinen.

CW: Apple hat sich dazu entschlossen, seine Technologie an andere Hersteller zu lizenzieren. Gibt es Plaene fuer einen DEC-Mac?

Auer: Unsere Produktpalette ist umfangreich genug; darauf moechte ich uns fokussieren. Falls sich in Zukunft interessante Perspektiven eroeffnen wuerden, sage ich nicht nein. Wir sind offen nach allen Seiten.

CW: Tadpole bringt nun ein Alpha-Notebook heraus, und DEC hat vergangenes Jahr eines auf der Comdex gezeigt. Ist Digital nicht daran interessiert, seine eigenen Produkte zu vermarkten?

Auer: Solche Produkte sind fuer einen Nischenmarkt und nicht fuer das Massengeschaeft gedacht.

CW: Bis zu welcher unteren Leistungsgrenze Ihrer PC-Linie wird der Alpha-Prozessor eingesetzt werden?

Auer: Heute wird das PC-Geschaeft mit Rechnern gemacht, die auf der Intel-Architektur basieren. Die Kollegen von der Alpha- Workstation-Gruppe bringen diese Architektur auf Desktops und kleine Server, aber das ist fuer uns der obere Leistungsbereich der Produktlinie.

CW: In der Vergangenheit kauften Sie die Notebooks fuer den amerikanischen Markt von AST und fuer Europa von Olivetti . . .

Auer: . . . diese Kontrakte sind ausgelaufen. Wir entwickeln unsere eigene Produktfamilie und wollen noch in diesem Jahr DEC- Notebooks auf den Markt bringen. Das ist jetzt keine Vorankuendigung, aber es wird eine weltweite Produktvorstellung geben.