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07.05.1993 - 

Gestiegene Verluste des Ivrea-Konzerns 1992 sind nun offiziell

Digital Equipment stockt ihre Anteile an Olivetti vorzeitig auf

DEC und Olivetti hatten sich im Juni vergangenen Jahres auf eine Teilhaberschaft der Amerikaner an dem italienischen Computerbauer geeinigt, die bis 1994 zehn Prozent betragen sollte. Der damals verabschiedete Drei-Stufen-Plan sah vor, dass der amerikanische VAX-Spezialist zunaechst eine Beteiligung von rund vier Prozent bei der CIR-Holding erwirbt, ueber die De Benedetti seine Olivetti- Mehrheit haelt. Bis 1994 sollte DEC einen weiteren Anteil in gleicher Hoehe kaufen koennen und sich den Rest mit Olivettis Zustimmung ueber die Boerse aneignen.

Noch bevor sich die italo-amerikanische Allianz jaehrt, hat das DEC-Management jetzt beschlossen, bereits im Mai den zweiten Vier- Prozent-Anteil an Olivetti zu uebernehmen - ein Schritt, der eigentlich erst fuer Mitte naechsten Jahres geplant war. Carlo De Benedetti begruendete DECs vorgezogene Aufstockung der Beteiligung auf der Jahreshauptversammlung Olivettis in Ivrea laut "vwd" damit, dass sich die Allianz zwischen beiden Unternehmen gut gestalte. Die Italiener sind dem Minimaker aus Maynard vor allem als Vertriebskanal fuer auf DECs Alpha-Architektur basierende Produkte wichtig. Ausserdem entwickelt Olivetti nun selbst PCs, deren Herzstueck der Alpha-Prozessor ist. Eine erste Kostprobe konnte man - inoffiziell - bereits auf der diesjaehrigen CeBIT begutachten.

Die Genfer Europazentrale bestaetigte den geplanten Deal, warum aber die Anteilsaufstockung ein Jahr frueher als beabsichtigt erfolgt, war nicht in Erfahrung zu bringen. Theresia Wermelskirchen, Sprecherin von DEC Deutschland, erklaerte, dass die Amerikaner keine Stellungnahme abgaeben, sei nicht ungewoehnlich, da sich das Unternehmen schon frueher zu anderen, aehnlich gearteten Transaktionen nicht geaeussert habe. Auch solle man die vorzeitige Aufstockung der Anteile an Olivetti nicht ueberbewerten. Ihrer Ansicht nach geschehe sie im Rahmen der langfristigen Anlagestrategie des Unternehmens.

Traegt die Alpha-Allianz aber bereits tatsaechlich Fruechte, so koennte DEC mit der vorgezogenen Massnahme dem italienischen Partner auch den Ruecken staerken wollen. Immerhin haengt von der neuen RISC- Architektur DECs Rueckkehr zu finanziellen und unternehmerischen Erfolgen ab. Olivetti wiederum kann derzeit jede Kapitalspritze gebrauchen. Auf der Jahreshauptversammlung bestaetigte Carlo De Benedetti fuer 1992 den auf nunmehr 649,9 Milliarden Lire (umgerechnet etwa 690 Millionen Mark) gestiegenen Jahresnettoverlust. Fuer 1991 war ein Fehlbetrag von 459,8 Milliarden Lire angefallen. Weiter verschlechtert, so schreibt "vwd", hat sich auch das operative Ergebnis. So sei Olivettis Betriebsverlust 1992 auf 229 (Vorjahr: 28,3) Milliarden Lire angestiegen. Der Umsatz ging von 8,6 auf knapp acht Billionen Lire zurueck.

Um die Verluste aufzufangen, wird Olivetti nun eine Kapitalerhoehung um rund 902 Milliarden Lire durchfuehren. Auch hier spielt Digital Equipment mit. Laut "vwd" haben sich die Amerikaner bereit erklaert, die DEC aus der Kapitalaufstockung zustehende Quote vollstaendig in Form von Aktien zu zeichnen. Einhergehend mit dem Erwerb des zweiten Vier-Prozent-Anteils kommt DEC damit bereits in diesem Jahr auf die bis 1994 geplante Zehn-Prozent- Beteiligung an Olivetti.