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18.10.1996 - 

IT in der Medienwirtschaft

Digital mal fünf

Anlegen und Erfassen

Einer der wichtigsten Gründe für die Umstellung auf digitale Speicherverfahren ist die dauerhafte Erhaltung analogen Materials. Dazu zählen beim "Admira"-Projekt des Hessischen Rundfunks Musiktitel, in Bibliotheken und wissenschaftlichen Instituten zum Beispiel Bücher und andere Schriftstücke sowie Filmbänder. Vielfach besitzen diese zum Teil historischen und oft vom Verfall bedrohten Bestände einen unersetzlichen Wert. Das System kann solche historischen Informationsbestände erfassen und darüber hinaus neue Informationsinhalte erstellen. Dabei lassen sich auch digitale Inhalte aus heterogenen Quellen einbinden. Dazu werden vorhandene Tools genutzt oder Informationsbestände in die Datenbank direkt importiert.

Speichern und Verwalten

Sobald Daten angelegt oder erfaßt wurden, müssen sie ordnungsgemäß gespeichert und verwaltet werden. Dafür stehen Speichersysteme auf IBM-Plattformen einschließlich OS/2, AIX und MVS und folgende Instrumente zur Verfügung:

-die automatische Index-Funktion,

-das Anlegen von Ordnern,

-die Zuordnung von Daten,

-der Zugriff auf Themen und Beiträge sowie

-Umwandlung von Formaten.

Die digitale Bibliothek umfaßt dabei zwei Server-Kategorien: den Library- und den Objekt-Server. Während der Library-Server Kataloginformationen verwaltet und den Anwender beim Suchen gewünschter Datenbestände unterstützt, verwaltet der Objekt-Server die Dateien mit den digitalen Inhalten. Der Library-Server steuert die Dateizugriffe und weist den Objekt-Server an, die gewünschten Informationen weiterzuleiten. Diese werden dabei gegen unberechtigten Zugriff geschützt.

Die Lösung enthält eine hierarchische Speicherverwaltung. Die Ablage der Daten erfolgt nach Zugriff und Kostengesichtspunkten optimiert. Die Datenhaltung wird frei gestaltet und so den Geschäftsprozessen entsprechend automatisiert (zum Beispiel wann und wie oft gesichert wird und ab wann welche Daten wo vorgehalten werden).

Der Anwender gibt Schwellenwerte zum Beispiel für die Anzahl der Fehlerkorrekturen vor, bei deren Unter- beziehungsweise Überschreitung die automatische Kopie der vorhandenen Daten beziehungsweise die Umleitung der zu sichernden Daten veranlaßt wird. Als Speichermedien lassen sich zum Beispiel Festplatten, Magnetbänder und optische Datenträger einsetzen.

Suchen und Zugreifen

Bei Such- und Zugriffsvorgängen erfährt der Nutzer nicht nur, wo sich eine bestimmte Information befindet, sondern auch, um welche Art von Inhalt es sich dabei handelt. Bei Bedarf kann er auf die Informationen direkt zugreifen. Sinnvoll ist darüber hinaus die Möglichkeit, bereits beim Einspielen Inhalte zu analysieren und nach Suchbegriffen zu katalogisieren. Auch Abfragen in natürlicher Sprache sind möglich. Die Abfrageergebnisse liefert der Suchalgorithmus in Form einer hierarchisch nach Wahrscheinlichkeit geordneten Liste.

Ein zusätzliches Suchverfahren, das sich mit Bilddaten beschäftigt, ist Query by Image Content (QBIC). Hiermit lassen sich Bildinhalte nach Farbe, Struktur, Form oder Größe eines Objekts lokalisieren. Dieses Verfahren steht künftig auch für Videodateien zur Verfügung. Szenenwechsel in einem Film werden dann automatisch erkannt und Schlüsselbilder jeder einzelnen Szene festgelegt sowie per Index gekennzeichnet. Möglich sind aber auch kombinierte Suchvorgänge unter Zuhilfenahme von Datenbankattributen, den sogenannten Metadaten, QBIC und Volltextsuche.

Verteilen

Sobald die gewünschten Inhalte ausgewählt wurden, kann die Weitergabe erfolgen. Diese Verteilung ist über ein breites Spektrum von Netzen möglich. Dazu gehören unter anderem Internet, Intranet, Global Network, Info Market Services, Prodigy und andere. Dabei lassen sich die ausgegebenen Daten von jedem Rechner mit grafischer Bedienoberfläche und den technischen Voraussetzungen für die Wiedergabe der jeweiligen Medieninhalte verarbeiten. Das System unterstützt gängige Übertragungsverfahren wie ISDN und ATM.

Verwalten von Eigentumsrechten

Das Verwalten von Eigentumsrechten ist nicht einfach, weil es dafür keine international festgelegten Bestimmungen gibt. Dennoch lassen sich Inhalte praktisch verzögerungsfrei von überall auf der Welt abrufen. Um so wichtiger ist es, in diesem Zusammenhang eine Reihe von Faktoren zu berücksichtigen, die einander auf den ersten Blick auszuschließen scheinen:

-einfache Handhabung,

-Datenschutz,

-Wahrung der inhaltlichen Integrität und

-Kosteneffizienz.

Der Zugang zu dem hier beschriebenen System ist so einfach geregelt wie eine Barauszahlung an einem Geldautomaten. Anwender müssen sich identifizieren und ein Paßwort eingeben. Darüber hinaus läßt sich das Material zum Beispiel durch elektronische Unterschriften schützen. Das System sorgt außerdem für die Erkennung des rechtlichen Eigentümers jeder spezifischen Datei, was die korrekte Bezahlung von Nutzungsrechten gewährleistet.