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11.08.1989 - 

Grafisch orientiertes DOS-Betriebssystem für den Endkunden

Digital Research bietet verbessertes DR-DOS

LONDON(CW)-Das befehlsorientierte MS-DOS-Betriebssystem regte Softwareentwickler immer schon zu anwenderfreundlicheren grafischen Benutzeroberflächen an. Digital Research vermarktete seine Lösung DR-DOS, das unter dem, GEM-Oberfläche läuft, bisher nur über Wiederverkäufer. Das britische Unternehmen Megatech Ltd. vertreibt das Produkt nun über den Mail-Order-Weg direkt an den Endkunden.

Das mit DOS 4.0 und 3.31 kompatible DR-DOS bietet unter GEM 3 Desktop eine fensterorientierte Betriebssystemumgebung, in der über Icons und Anklickfunktionen der Anwender seine Arbeit am Computer mehr oder weniger intuitiv handhabt und sich keine Befehlsnamen merken muß. Zu dem grafischen Betriebssystem gehört auch eine Uhr und ein Kalkulator.

DR-DOS unterstützt mehrere Festplatten und Expanded Memory nach der LIM-Spezifikation 4.0. Weiter wird das System mit einem dreifachen Paßwortschutz ausgeliefert. Eine Hilfefunktion für alle Befehle unterstützt den Anwender bei Fragen. Eingearbeitet ist zudem ein Editor. Ian Dunn, Direktor Nordeuropa bei Digital Research, meinte, DR-DOS unterstütze alle auf DOS-Basis laufenden 30 000 unterschiedlichen Applikationen. Ferner meinte er, mit den zweieinhalb Millionen Lizenzen für DR-DOS decke man 15 bis 17 Prozent des DOS-Marktes ab.

Digital Research arbeitete für sein Betriebssystem an einem DOS-Extender. Zwar unterstützt DR-DOS "386-to-the-Max" von Qualitas und Relational Systems' "DOS-Extender", aber man zieht ein eigenes Produkt vor. DOS-Extender nutzte die Mapping-Möglichkeiten eines 386-Prozessors aus, um beispielsweise Inhalte des Bios-ROMs in Bereiche des RAM-Speichers zu kopieren. Besonders bei Softwareprogrammen, die direkt über das Video-Bios auf den Bildschirm zugreifen, bedeutet dies einen großen Geschwindigkeitsvorteil, da das Bios nun im hochgetakteten 32-Bit-Datenbusbereich liegt. Außerdem emulieren manche Extender Expanded Memory nach LIM 4.0. So spart man sich teuere Speichererweiterungskarten und kann doch die Möglichkeit nutzen, die 640-Kilobyte-Speicherverwaltungs-Barriere des DOS-Betriebssystems in Grenzen zu durchbrechen. Da diese Extender auch speicherresidente Programme in den Bereich oberhalb der 640-Kilobyte-Grenzen hieven, halten sie möglichst viel Platz frei für Softwareapplikationen.

Digital Research arbeitet zusammen mit Brother an einer ROM-Version von DR-DOS für tragbare Computer. Digital Research verspricht sich insofern ein konkurrenzfähiges Produkt, als es um Eigenschaften wie automatische Bildschirm- und Laufwerkabschaltung bei Nichtbetrieb erweitert werden soll.

Darüber hinaus arbeitet man an einer DR-DOS-Version, den größten Teil des Betriebssystems in den Speicherbereich zwischen 640 und 1024 Kilobyte einzulagern.

DR-DOS wird in Deutschland nicht angeboten. Interessenten müßten das Paket in Großbritannien bestellen, würden dann aber nicht über deutsche Tastaturtreiber verfügen.