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13.09.1991 - 

Werben um das Vertrauen der DOS-Käufer

Digital Research startet ab November als Novell-Tochter

MÜNCHEN (sc) - Anfang November sei die Fusion von Digital Research und Novell voraussichtlich abgeschlossen, gab Norbert Christ, Geschäftsführer der deutschen Digital Research GmbH, bekannt. Der Betriebssysteme-Veteran hofft, als Novell-Tochter mehr Vertrauen von seiten der DOS-Käufer erringen zu können.

Die ersten Auswirkungen des Mergers mit Novell wurden bei der Vorstellung des neuen DR DOS. Version 6.0, bereits sichtbar. So enthält das Release, das seit Montag im Handel ist, bereits die kompletten Netware-Treiber.

Für Microsoft könnte die Übernahme von Digital Research durch Novell einen weiteren Schuß vor den Bug bedeuten, vermuten Marktkenner. Bereits mit der Version 5.0 von DR-DOS habe David Digital Research dem DOS-Goliath Microsoft weltweit zehn Prozent Marktanteil abgezwackt, berichtete Christ. "Unser Weltmarkt-Anteil ist von fünf auf 15 Prozent gestiegen". In Deutschland liege der Anteil sogar bei 30 Prozent, erwähnte der Münchner Digital-Research-Boß. Für das Geschäftsjahr 1991, das wegen der Übernahme zum 31. Oktober 1991 endet, rechnet Christ daher mit einem weltweiten Gesamtumsatz von 55 Millionen Dollar für das 290-Mann-Unternehmen. Über die Ergebnisse der deutschen Gesellschaft wollte er jedoch keine Angaben machen.

Mit Digital Research als hundertprozentige Tochter steigt der Netzwerkspezialist Novell, der laut Dieter Giesbrecht, Senior Vice-President Europe von Digital Research, zwölfmal größer sei als der Software-Oldie, selbst in das DOS-Geschäft ein. Dies könnte sich auch auf die Zusammenarbeit mit IBM auswirken, hofft Giesbrecht. Branchen-lnsider erinnern sich vielleicht noch an Gerüchte, die die Runde machten, als Big Blue am Ende der CP/M-Ära auf der Suche nach einem PC-Betriebssystem war - damals habe Mother Blue Bill Gates aus dem Hut gezaubert und damit den CP/M-Hersteller Digital Research, der ein DOS-ähnliches Produkt anzubieten hatte, aus dem Markt gedrängt.