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23.08.1991 - 

VAX-Hersteller setzt auch weiterhin auf proprietäre Systeme

Digital: RISC-Strategie soll die VMS-Planung nicht obsolet machen

BOSTON (CW) - Während die Branche auf Low-end-Workstations von Big Blue, DEC und HP wartet, holt Digital zum großen Schlag bei Hochleistungssystemen aus. IDC-Analyst Terry Shannon glaubt, daß mit Digitals "Alpha"-Projekt und vor allem dessen zukünftiger Vermarktung die Zukunft des ganzen Unternehmens zur Disposition steht.

Möglicherweise ist die Hopp-oder-Top-Argumentation des IDC-Direktors der DEC Advisory Service Abteilung in bezug auf die für kommendes Jahr erwarteten Workstations von DEC etwas überzogen - aber das Alpha-Projekt dürfte für die Leute um Ken Olsen trotzdem von einschneidender Bedeutung sein, dreht es sich doch auch um die Zukunft von DECs Unix-Derivat Ultrix und vor allem die ihres Brot-und-Butter-Systemgeschäfts VMS.

Analysten gehen davon aus, daß die "Cobra" genannte Workstation-Plattform unter VMS Mitte 1992 ihre Marktpremiere haben wird. Zudem interpretieren sie die DEC-Planer so, daß das Alpha-Projekt letztendlich die VAX-Architektur verdrängen und allen VMS-Anwendern den Weg zu hochleistungsfähigen RISC-Systemen ebnen soll. Gehen die Hochrechnungen der Insider in Erfüllung, so scheint DEC Ultrix auf den Alpha-Systemen nicht anbieten zu wollen.

IDC-Mann Shannon sieht zwar keine Probleme darin, Ultrix auf die Alpha-Architektur zu portieren. Der Interessenkonflikt mit VMS-Anwendern sei aber vorprogrammiert: "DEC wird alles tun, um die Alpha-Plattform aus den seichten und heimtückischen Unix-Gefilden herauszuhalten."

Denn Digital wolle Cobra als das neue VMS-basierte System lancieren, das andere proprietäre Systeme ausstechen werde. "Mit VMS macht DEC nun mal seine wesentlichen Umsätze. Wenn die VMS-Anwender beginnen würden, auf Unix umzusteigen, verlöre DEC sofort die Kontrolle über dieses Marktsegment", erklärt Shannon die vitalen Interessen der Olsen-Leute an der Beschränkung von Cobra auf die VMS-Klientel.

Die Zukunft von VMS und damit von DEC hängt nach der Einschätzung des IDC-Analysten davon ab, wie der Midrange-Anbieter Alpha vermerktet. Sollte Digital die Preisgestaltung sehr hoch aufhängen, um große Gewinne einfahren zu können, könnte das letztlich für das ohnehin schwankende Unternehmen böse ausgehen. Werde man jedoch Preise aggressiv gestalten, um ein großes Marktsegment anzusprechen, könne DEC weit mehr als mir Licht am Ende des Tunnels sehen.

Bei Cobra handelt es sich um eine 64-Bit-RISC-Architektur, die DEC im eigenen Haus entwickelt hat. Das bedeutet auch, daß die Alpha-Systeme in Konkurrenz zu ACE-kompatiblen RISC-Rechnern treten werden, die ACE-Gründungsmitglied zunächst mit dem 32-Bit-Mips-Prozessor R3000, auf längere Sicht jedoch mit der 64-Bit-CPU R4000 von Mips ausgestattet.