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18.09.1987 - 

In der "Phase V" der DEC-Netzwerkarchitektur soll volle OSI-Kompatibilität erreicht werden:

Digital verdreifacht MikroVAX-Leistung

MÜNCHEN (ch) - Eine Reihe neuer Rechner im unteren und mittleren Leistungsbereich und erweiterte Netzwerkfunktionen stellte Digital Equipment in der vergangenen Woche vor. Die CMOS-Versionen der MikroVAX-Familie 8011 gegenüber den bisherigen MikroVAX-Modellen die dreifache Leistung aufweisen. Mit der Phase V Digital Network Architecture DNA als strategischem Produkt will das Unternehmen die volle Kompatibilität mit dem OSI-Standard erreichen.

Die Rechner, mit deren Auslieferung DEC Anfang 1988 beginnen will, basieren auf der bekannten VAX-Architektur. Technologisch verkörpern sie jedoch einen Fortschritt: Ihre Chips sind in energie- und platzsparender CMOS-Technik implementiert. Damit einher geht eine Durchsatzsteigerung gegenüber der MicroVAX II um 300 Prozent. Drei Familien hat DEC neu geschaffen: Die MicroVAX 3xxx mit den Modellen 3500 und 3600, die Workstations 3200 und 3500 und die VAX-Server 3500 und 3600.

Die MicroVAX 3500 und 3600 soll als Allzweck-Mehrplatzsystem Einzug in Büros, Laboratorien und Fertigungshallen finden und je nach Konfiguration zu Preisen zwischen 250 000 und 550 000 Mark zu haben sein. Dafür erhält der Käufer eine Maschine mit Lizenz für das Betriebssystem Ultrix oder VMS, 296-MB-Streamer und einem Hauptspeicher von 16 MB (Modell 3500) beziehungsweise 32 MB (Modell 3600) sowie einer Festplatte mit Kapazitäten von 280 MB oder 622 MB. Preislich wie leistungsmäßig sind diese Modelle nach ersten Analysen amerikanischer Marktforscher gegen die IBM 9370 positioniert. Allerdings soll der Preisunterschied nicht so deutlich ausgefallen sein, daß sich der Umstieg und, damit verbunden, die Aufgabe eventuell bereits getätigter Software-lnvestitionen lohne.

Zirka 200 000 Mark veranschlagt der Hersteller für die beiden VAX-server, die, entsprechend ausgestattet, als Datei- und Rechenserver auf Abteilungsebene Arbeitsplatzrechner unterstützen sollen. Deutlich niedriger sind die Preise für die Workstations angesetzt. Obwohl sie auf der gleichen Harware basieren, kann man sie schon ab 42 000 Mark erstehen. Für eine sinnvolle Maximalkonfiguration sind etwa 125 000 Mark auszugeben. Ein "elektronischer Schlüssel" verhindert die Installation eines Mehrplatz-Betriebssystems und damit einen Einsatz auf dem für die MicroVAX 3xxx vorgesehenen Gebiet.

Die Rechner verfügen sämtlich über einen serienmäßig eingebauten Ethernet-Anschluß. Damit ist ein weiteres DEC-Novum möglich: Die Kommunikation über verdrillte Zweidrahtleitungen mit einer Datenrate von 10 Megabit je Sekunde. Die maximale Entfernung beträgt dabei 70 Meter.

Für den DEC Messaging Service stellte das Unternehmen zwei neue Softwarekomponenten vor: Ein VAX Message Router/S Gateway ermöglicht es künftig DEC-Benutzern, mit dem IBM-System SNADS auf elektronischem Wege Post auszutauschen. Der VAX Message Router existiert jetzt in der Version 3.0. Außerdem wurden neue, verbesserte Versionen der Software für Netzwerkmanagement, Zugriff auf entfernte Daten und die Integration von Einzelanwendungen im Netz zu einer netzwerkweiten verteilten Applikation präsentiert.

Bei der Vorstellung gab das Unternehmen auch seine Netzwerkstrategie für die kommenden Jahre bekannt. DEC will, den Worten des deutschen Geschäftsführers Willi Kister zufolge, nunmehr in die Phase V der DNA/OSI-Netzwerk-Architektur eintreten. Das bedeute, so Kister, daß DEC innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre den Übergang von DNA (Digital Network Architecture) auf OSI abschließen will. Damit sei DEC der einzige Hersteller, der seine Netzwerkarchitektur in vollem Umfang für OSI geöffnet habe. Im genannten Zeitraum will DEC dann weitere Verbesserungen für die Computer-Kommunikation entwikkeln. So soll die Möglichkeit zum Aufbau und zur Verwaltung beliebig großer Netze geschaffen werden. Netzwerke aller Entfernungsbereiche mit Bestandteilen beliebiger Hersteller sollen entstehen und zentral oder dezentral verwaltet werden können. Weitere Kommunikationsmedien sollen die Flexibilität der Vernetzung erhöhen.