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08.06.1990 - 

Enterprise Management Architecture realisiert offene Kommunikation

Digital verspricht den Kunden jetzt Networking aus einer Hand

CANNES (pg) - "Offen" und "harmonisch" gibt sich die Digital Equipment Corporation (DEC) mit ihrer Networking-Strategie der Zukunft. "Offen", weil sie dem Kunden Connectivity nach allen Seiten verspricht. "Harmonisch", weil der Konzern die Finger von Geschäften traditioneller Anbietern läßt oder sie durch Kooperationen zu gewinnen sucht.

Die Unternehmenskultur von Digital sowie eine weltweit neue Wirtschaftsordnung, die Unternehmen nicht mehr als reine Konkurrenten, sondern als Partner im Produktionsprozeß sieht, hat Red Crossman, Communications Product Manager Europe, als Basis der Networking-Strategie von DEC bezeichnet. Nach dem Motto: "Schuster bleib bei deinem Leisten", wird DEC künftig ein Konzept verfolgen, das mit den Interessen klassischer Supplier nicht kollidieren soll.

Dabei ist der Verzicht auf Teilbereiche des Netz- und Telecom-Geschäftes keineswegs auf mangelndes Selbstbewußtsein zurückzuführen. Als führender Hersteller von Netzprodukten so Ernst Wellhöner, Vice-President Telecommunications Business Group, habe das Unternehmen das Potential, im wachsenden Markt der internationalen Vernetzung eine entscheidende Rolle zu spielen. Dem Manager zufolge werde der Umsatz der Company spätestens Ende der 90er Jahre zu 50 Prozent durch Networking gemacht.

Andererseits räumen die Digital-Verantwortlichen auch ein, daß der Mini-Marktführer im Sektor Telekommunikation und PBX-Technik nicht konkurrenzfähig ist. Dort, so Wellhöner, müsse man das Feld anderen überlassen, weil Digital nicht willens sei, Know-how durch die Akquisition fremder Unternehmen einzukaufen. Wellhöner: "Im Gegensatz zu anderen Marktgrößen hat Digital diese Einkaufspolitik nie verfolgt und wird das auch in Zukunft nicht tun."

Der Konzern wird jedoch laut Red Crossman besonders die Zusammenarbeit mit Unternehmen suchen, die Technologien außerhalb des Erfahrungsbereiches von DEC beherrschen. Grund: Digital will im Zuge seiner Networking-Strategie dem Kunden gegenüber als "Generalanbieter" auftreten. Es muß deshalb Supplier von DEC-fremden Produkten und Services gewinnen, die als Subkontraktoren auftreten. Denkbar wäre hier für Wellhöner, daß auch Wettbewerber ihre Dienste in spezifische Kundenlösungen mit DEC als Hauptanbieter einbringen, gleiches aber ebenso umgekehrt geschieht.

Völlig ausgeschlossen ist dagegen, daß Digital in Zukunft das eigene weltweite Netz Kunden zur Nutzung vermietet. Die Prämisse von DEC ist Kunden den Aufbau von Netzen aus einer Hand anzubieten und die Projekte mit Hilfe der Subunternehmer zu realisieren.

Vier Säulen der DEC-Strategie

Überzeugen will Digital seine Kunden vor allem mit den vier Säulen seiner Netzstrategie: Connectivity, Interoperability, Manageability und Distributed Applications. Wichtig seien bei der Vernetzung von Unternehmen, so Gail Daniels, bei DEC weltweit für das Netz- und Telecom-Marketing verantwortlich, insbesondere die Aspekte Multivendor-Fähigkeit und offene Kommunikation. Frau Daniels: "Der Kunde will heute bei der Vernetzung die Technik und Standards selbst auswählen und sich nicht mehr proprietären Zwängen unterwerfen".

Die Herausforderung der 90er Jahre sieht die Managerin vor allem im globalen Integrationsdruck und einer Verlagerung von vertikalen zu horizontalen Informationsflüssen innerhalb der Unternehmen. In einem Zeitalter, so Daniels, in dem es teilweise sogar noch problematisch sei, Peer-to-Peer-Kommunikation zu realisieren, sei es schon eine Aufgabe, OSI-Protokolle und verteilte Anwendungen aufzusetzen.

Die Vorteile der Enterprise-Strategie von DEC liegen nach Ansicht der Expertin in folgenden drei Faktoren: bessere Kontenkontrolle, Investionsschutz und einheitliches Netz-Management. Gemessen an der Ist-Situation vieler Netzlösungen ergäbe eine offene Kommunikation in Multivendor-Umgebung, Wettbewerbsvorsprünge.

Natürlich wäre DEC nicht DEC, hätte sie keine Lösung für Connectivity und Interoperabilität parat. Der Schlüssel zur offenen Kommunikation liegt in Digitals Enterprise Management Architecture (EMA). Sie wird in sogenannten Management Systemen auf spezifische Kommunikations- oder OSI-Stacks aufgesetzt und erkennt als Executive durch Access-, Presentation- und Functional-Modules, welche Standards und Applikationen vorliegen und wie sie zu realisieren sind. Entsprechende Management Systeme können laut Digital sowohl in Unternetzen als auch zum Management des gesamten Netzes eingesetzt werden.