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20.07.2001 - 

Anbieter wollen in zwei bis drei Jahren profitabel arbeiten

Digitale Signatur kommt in Fahrt

MÜNCHEN (mo) - Ab 2004 will die Post-Tochter Signtrust mit der digitalen Signatur Geld verdienen. Andere Anbieter streben für 2003 den Breakeven an. Oft konzentrieren sie sich auf ausgesuchte Zielgruppen.

Ein Umsatzziel von 50 bis 60 Millionen Euro hat sich Signtrust für 2004 gesteckt. Bis dahin will die Post-Tochter für das Geschäft mit der elektronischen Unterschrift kräftig investieren - allein in diesem Jahr 20 Millionen Mark. "Der Markt für Public-Key-Infrastrukturen erwacht aus dem Dornröschenschlaf", bestätigt Andreas Lamm, Leiter Strategische Entwicklung beim Sicherheitsdienstleister Articon-Integralis. In der Vergangenheit hätten die Anbieter von digitalen Signaturen sich zu sehr auf Infrastrukturangebote konzentriert. Das werde sich jetzt ändern.

So sieht das auch Signtrust. Nur 20 bis 30 Prozent des Umsatzes sollen dort mittelfristig direkt mit der Ausgabe von digitalen Zertifikaten, also dem elektronischen Pendant zum Personalausweis, und Anwendungen dafür erzielt werden. Den weitaus größeren Anteil will das Unternehmen mit Dienstleistungen für Unternehmen und andere Zertifikatsanbieter verdienen.

Der Aufbau eines Rechenzentrums für die Speicherung und Verwaltung von digitalen Zertifikaten, so genannten Trust-Centern, ist extrem aufwändig und daher sehr teuer. Auch auf den Endanwender am PC kommen Kosten zu. So verlangt Signtrust 120 Mark für die Erstausstattung und 50 Mark jährliche Gebühr.

Um ihre Kosten zu senken, teilen sich mittlerweile mehrere Zertifikatsanbieter die Infrastruktur. Von den acht bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) akkreditierten Anbietern betreiben nur drei ein eigenes Rechenzentrum: Signtrust, der Steuerberater-Dienstleister Datev und der Telekom-Geschäftszweig Telesec. Drei Steuerberaterkammern nutzen das Datev-Rechenzentrum, während die Bundesnotarkammer und die auf Anwendungen für Mediziner spezialisierte Medizon mit Signtrust zusammenarbeiten.

Dementsprechend setzen sich diese Unternehmen ambitioniertere Ziele. So will die Medizon AG, Berlin, bereits 2003 schwarze Zahlen schreiben. Das Unternehmen konzentriert sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen im Gesundheitswesen. Die Zielgruppe sei groß, aber überschaubar, erläutert Dietrich Radke, Vorstand Finanzen bei Medizon. "Durch die digitale Signatur lassen sich allein bei Rezepten Einsparungen von 0,9 bis 1,4 Milliarden Mark erzielen", zeigt er das Potenzial der Technik auf. In diesem Jahr will das Unternehmen 1200 Zertifikate ausstellen, von denen bereits 900 verkauft sind. Nächstes Jahr sollen 35 Krankenhäuser gewonnen werden.

Gewinn mit Infrastruktur-Dienstleistungen strebt die Datev dagegen nicht an. Wichtiger sind dem Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte auf der digitalen Signatur basierende Zusatzdienste. Thomas Milatz, ein Pressesprecher der Datev, verweist dabei auf verschiedene Pilotprojekte, die die Datev bereits aufgesetzt hat. Hierzu gehören die digitale Steuererklärung sowie die elektronische Übermittlung von Urteilen und Klageschriften. Zusammen mit der Bundesnotarkammer wird auch an einem digitalen Zugriff auf das Grundbuch gearbeitet. "Wir sehen unser Engagement für die digitale Signatur als langfristig angelegte Zukunftsinvestition", stellt Milatz klar.

"Spezialanwendungen haben eine gute Chance am Markt", glaubt auch Articon-Experte Lamm. "Wichtig ist, dass die Unternehmen eine konkrete Lösung erhalten, zum Beispiel für das Anmelden im Netz oder die Verschlüsselung von Dateien", verlangt Lamm.

Um den Optimismus der Beteiligten zu rechtfertigen, bedarf es aber eines deutlichen Schubs. Nur knapp ein Prozent des Umsatzes hat Articon-Integralis im vergangenen Jahr mit PKI gemacht. Bei Signtrust schweigt man sich lieber aus, was die aktuellen PKI-Einnahmen betrifft.