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16.05.2003 - 

Toshiba E350 und Mobile Navigator im Praxistest

Digitaler Autolotse führt zum Ziel

MÜNCHEN (hi) - Herkömmliche Navigationssysteme für das Auto haben vor allem zwei Nachteile: Sie sind teuer und fest eingebaut, so dass eine nachträgliche Installation mit viel Aufwand und hohen Kosten verbunden ist. Einen Ausweg verspricht die Kombination aus Pocket PC, GPS-Empfänger und Navigationssoftware.

Die Beifahrerin war begeistert. Statt während der Fahrt durch die Cevennen mühsam die französische Karte zu studieren, um dem Fahrer den rechten Weg zu weisen, konnte sie endlich die Landschaft genießen. Die angenehme Frauenstimme des Navigationssystems, bestehend aus dem neuen Toshiba Pocket PC "E350", der Navigationssoftware "Mobile Navigator" von Navigon und einem GPS-Empfänger, wies den Fahrer auf Kreisverkehre hin, lange bevor sie sichtbar waren. Der Genuss der Beifahrerin war allerdings nur von kurzer Dauer. Der Fahrstil des Autors näherte sich nämlich immer mehr dem eines Rallyefahrers, informierte ihn doch der digitale Kopilot auf dem 3,5-Zoll-Display des Pocket PC bereits etliche hundert Meter vorher mit seiner präzisen Straßendarstellung über kommende Kurven, Serpentinen oder Spitzkehren.

Bis zur wilden Kurvenhatz durch die Cevennen waren jedoch einige Vorarbeiten erforderlich. Weil der serienmäßige Speicherplatz der Pocket PCs begrenzt ist (64 MB für Programme und Daten), muss der Anwender vorab zu Hause am PC die erforderlichen Straßeninformationen aussuchen und auf den PDA exportieren. Hierbei hat der Benutzer zwei Optionen: Entweder er wählt einen bestimmten Routenkorridor vom Startpunkt zum Zielort, oder er überträgt ein komplettes Gebiet. Letztere Möglichkeit erfordert jedoch viel Speicherplatz. So beanspruchen etwa die Kartendaten von Süddeutschland (ab Frankfurt) mit dem gesamten Alpenraum 368 MB. Wer also nicht vor jeder Fahrt erst die Strecke am PC errechnen will, ist mit der Anschaffung einer Speicherkarte (512 MB oder mehr) gut beraten.

Die eigentliche Systeminstallation im Auto ist dann einfach. Per Sauger wird der Schwanenhals, der als Halterung für den Pocket PC dient, an der Windschutzscheibe befestigt und der kleine GPS-Empfänger im Format einer Streichholzschachtel per Klebeband auf dem Armaturenbrett fixiert. Die Stromversorgung erfolgt über einen Adapter für den Zigarettenanzünder. Der Schwanenhals strafte alle Befürchtungen, er könnte nicht dauerhaft halten, Lügen. Selbst die holprigsten Straßen Südfrankreichs vermochten ihm nichts anzuhaben. Für Ärger sorgte dagegen das Zusammenspiel des GPS-Empfängers vom Typ "Rikaline 9090" mit dem Toshiba E350. Erst nach dem Einspielen eines zweiten Service-Packs von Navigon, das sich derzeit noch im Betastadium befindet und versteckt in den Tiefen des Internet zu finden ist, funktionierte diese Kombination zuverlässig. Davor waren Fehlermeldungen, dass der Toshiba Pocket PC keinen GPS-Empfänger gefunden habe, an der Tagesordnung.

Die alleinige Navigation per GPS-Daten ist auch in anderer Hinsicht der größte Schwachpunkt dieser portablen Lösung im Vergleich zu fest eingebauten Systemen, die zusätzlich über Radsensoren Informationen über die Fahrtrichtung erhalten. Weil dem Mobile Navigator diese Daten fehlen, hatte er nach langen Autobahntunneln teilweise komplett die Orientierung verloren und empfahl allen Ernstes bei Tempo 130 ein Wendemanöver oder das sofortige Linksabbiegen. Ein bis zwei Minuten ungestörter GPS-Empfang genügten jedoch, um den digitalen Lotsen wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

Trotz dieses Mankos: Wer bereits einen Pocket PC besitzt, bekommt für 499 Euro eine portable Navigationslösung fürs eigene Auto, den Zweitwagen oder einen Mietwagen, die durchaus das Prädikat praxistauglich verdient. Zusatzkarten, etwa für Frankreich, schlagen mit 99 Euro zu Buche. Komplettpakete aus Pocket PC und Mobile Navigator liegen zwischen 699 und 1000 Euro. Hier empfiehlt sich die Suche in dem Auktionsportal Ebay, wo die Pakete günstiger versteigert werden.