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18.03.1977 - 

Sollware-Tools für die Fachabteilung

Dipl.-Ing.Hans-G. Dinkloh Dezernat "EDV-Anwendersysteme in der Rehabilitation" Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, Berlin

In einer Organisation, in der die zentrale Abteilung für EDV und Organisation die EDV-gestützten Verfahren für die Fachabteilungen (EDV-Anwender) plant und einführt, hat die Fachabteilung meist nur einen geringen Anteil an den Projektplanungen.

Aufgrund unterschiedlicher Ausbildung und fachspezifischer Terminologien hat der Anwender es schwer, seine Entscheidungsprozesse in den Projektunterlagen wiederzufinden. Transparenz, Verständlichkeit und damit Beeinflußbarkeit der Planungen sind für den Anwender kaum gegeben.

Hinzu kommt, daß Projektplanungsmethoden und Programmiertechniken häufig anwendungs- und änderungsfreundlich sind. Auch kleine Wünsche der Fachabteilung an die EDV haben in der Regel lange Realisierungszeiten.

Dies hat zur Folge, daß die Fachabteilung die (Mit-)Verantwortung über die Projektergebnisse meistens nicht übernehmen kann und berechtigte Wünsche resignierend nicht anmeldet.

Mittlerweile ist allgemein anerkannt, daß die Beteiligung und Mitverantwortung der Fachabteilung bei der Planung von EDV-Anwendersystemen wesentlich verstärkt werden muß. Hier können Software-Hilfsmittel helfen, die für die Fachabteilung transparent und handhabbar sind.

Diese Forderungen gelten ganz besonders auch für den Bereich der Rehabilitation in der Sozialversicherung, da hier die Verantwortung für Entscheidungsprozesse und Daten nur vom EDV-Anwender - hier sind sowohl die Verwaltungsbereiche als auch die Mediziner gemeint - getragen werden kann.

Eine EDV-Schulung der Fachabteilung erscheint aus Kosten- und Zeitgründen kaum möglich. Daher müssen sich die systemanalytischen Methoden und Routineverfahren den EDV-Anwendern stark nähern.

Die Einführung der Entscheidungstabellentechnik (ET-Technik) als sprachliche und formale Basis zur Darstellung von programmierbaren Anwenderentscheidungen kann als wichtiger Schritt angesehen werden, um in den interdisziplinären Bereichen der Rehabilitation verständliche, reproduzierbare und logisch prüfbare Anwenderverfahren darzustellen. Terminologische Schwierigkeiten zwischen Verwaltungsfachleuten, Medizinern und EDV-Mitarbeitern können durch ET weitgehend eliminiert werden

Die Entscheidungstabelle als allgemeinverständliche Darstellungsform auch komplexer Zusammenhänge hat sich bewährt. Der Anwender erkennt sein Problem wieder.

Er kann außerordentlich effektiv erforderliche Änderungen oder Erweiterungen der

Verarbeitungslogik durchführen oder veranlassen. Er kann die Projektarbeit in den ihn

selbst betreffenden inhaltlichen Fragen durchdringen und beeinflussen.

Wesentlicher Vorteil ist auch die Transparenz und Durchgängigkeit der ET-Technik von der Definition der Tabelle bis zum lauffähigen Programm. Die benötigten Projektlaufzeiten sind wesentlich kürzer als bei konventionellen Beschreibungstechniken.

In der Rehabilitation spielen Dateiauswertungen bei der Entwicklung von Entscheidungsprozessen und bei Verfahrensplanungen eine wichtige Rolle.

Um den meistens während der Projektentwicklung noch nicht vollständig definierbaren Bedarf an Datei-Auswertungen, Übersichts- und Arbeitsstatistiken auch später zu decken, hat sich eine Standardisierung der Dateien als sehr vorteilhaft herausgestellt. Damit ist der Einsatz von Standard-Software für beliebige Datei-Auswertungen möglich.

Mit einer ebenfalls verfügbaren einfach zu handhabenden Datei-Abfragesprache ist die Fachabteilung selbst in der Lage, die erforderlichen Datei-Auswertungen ohne Programmieraufwand durchfuhren zu lassen.

Der entscheidende Vorteil liegt in der flexiblen Handhabung der Datei-Abfragen und in der kurzen Antwortzeit zwischen Auswertungsauftrag und Ergebnislieferung.

Der geschilderte Lösungsansatz stellt einen Beitrag dar, um die nicht EDV-geschulte Fachabteilung durch transparente Methoden in die Lage zu versetzen, verantwortlich bei der Systemanalyse, Systemplanung und Implementierung von EDV-gestützten Anwendersystemen mitwirken zu können.

Die Fachabteilung kann die beschriebenen Methoden im Routinebetrieb außerdem für die weitgehend selbständige Durchführung von Logikanaysen, Datei-Auswertungen und gegebenenfalls Verfahrensänderungen anwenden.

Die beschriebenen Hilfsmittel erheben nicht den Anspruch eines umfassenden systemanalytischen Ansatzes Sie wurden aus pragmatischen Gründen eingeführt, benötigen keine aufwendigen Systemschulungen und sind außerordentlich effektiv anwendbar.

Der nicht EDV-geschulte Anwender ist der Datenverarbeitung ein Stück nähergerückt.