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20.05.1983 - 

IW: Top-Positionen nicht nur mit Akademikern besetzen

Diplom-Karriere kontra Erfahrungsaufstieg

KÖLN (nw) - Ein Titel allein macht noch lange keinen Manager. Dennoch werden Die Top-Positionen der deutschen Wirtschaft heute im Unterschied zu früher eher mit Akademikern besetzt, stellt das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in seinem jüngsten Informationsdienst fest. Aber auch tüchtigen Betriebspraktikern räumt das Institut nach wie vor eine Chance ein. über den "Erfahrungsweg" Karriere zu machen.

Ohne Diplom erscheint dem IW zufolge der Aufstieg in die Führungsebenen der Wirtschaft gegenwärtig schwierig. Fast alle empirischen Untersuchungen belegten, daß ein Studium die Karriere spürbar fördert und unterstützt. Der Hochschulabschluß allein sei jedoch noch keine Garantie für den Berufserfolg. Kriterien wie Leistungsbereitschaft, Erfahrung und Integrationsfähigkeit müßten hinzukommen, um den "Bildungsbonus" in Führungspositionen umzumünzen.

Vor allem bei Führungspositionen in der Produktion und im mittleren Management schaut es dagegen anders aus: Hier haben den Kölner Wirtschaftsforschern zufolge auch Mitarbeiter ohne Studium eine gute Chance, beruflich aufzusteigen.

Trotz der "Marktnischen" für Spitzenkräfte ohne Hochschulabschluß wird der Aufstieg im Wirtschaftsbetrieb dem IW zufolge immer häufiger an ein vorangegangenes Studium gekoppelt. Dieser Trend lasse sich unter anderem mit der Tatsache beweisen, daß der Führungsnachwuchs über höhere formale Bildungsabschlüsse verfüge als die etablierten Kräfte. So ermittelte die SCS-Personalberatung, daß die Gruppe der Fachhochschul-und Hochschulabsolventen in der Altersgruppe der Manager bis 40 Jahre einen Anteil von 63 Prozent stellt. Die über 40 Jahre alten Führungskräfte der 2. und 3. Ebene könnten jedoch nur zu 43 Prozent einen solchen Abschluß nachweisen.

Dabei schwankt allerdings der Akademisierungsgrad der Top-Positionen je nach Betriebsgröße erheblich. So fanden die SCS-Personalberater heraus, daß der Anteil der Studierten im mittleren Management mit der Betriebsgröße zunimmt, während in Großunternehmen mit mehr als 5000 Beschäftigten er sprunghaft zurückgeht. Erklärt wird dies damit, daß sich die Führungskräfte der 2. und 3. Ebene in mittleren Unternehmen vor allem aus Abiturienten (Anteil: 37 Prozent) rekrutiert. Zum mittleren Management würden die Nachwuchskräfte dann unter anderem im Rahmen der Abiturientenausbildung der Wirtschaft von den Unternehmen selbst herangebildet.

Der Trend zur "Diplom-Karriere" indessen berge auch gewisse Risiken für die Unternehmen. Denn Betriebe, die den "Erfahrungsaufstieg" blokkierten, registrierten Phänomene wie innere Kündigung, "Working to the rule" und ähnliche Leistungseinschränkungen.

Umgekehrt bedeutet dem IW zufolge die Möglichkeit einer Beförderung aus den eigenen Reihen eine wichtige Voraussetzung für Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter. Übertragen auf die konkrete Personalpolitik der Betriebe empfehlen die Wirtschaftsforscher den Verantwortlichen deshalb: "Grundsätzlich muß weiterhin die Chance bestehen, daß sich der Tüchtige hocharbeiten und nicht nun noch "hochstudieren kann".