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18.07.1997 - 

IT in der Medienwirtschaft/Juristische Bibliothek auf CD-ROM und im Internet

Direkter Link zu Justitia ist jetzt möglich

Juristen sind nicht nur auf aktuelle Gesetzestexte angewiesen, sondern orientieren sich auch an früheren Urteilen. Mit seinen rund 100 Nachschlagewerken, Fachbüchern, Organisationsmitteln und elektronischen Medien bietet der Verlag Recht & Praxis in Kissing bei Augsburg Juristen und Steuerberatern umfassende Informationsressourcen. Besonders zukunftsweisend ist dabei das Angebot im Bereich CD-ROM- und Internet-Online-Recherche.

Die Aktualität und umfassende Verfügbarkeit von Informationen ist in den rechts- und steuerberatenden Berufen von zentraler Bedeutung. Steuerberater und Juristen sind zwangsläufig Bücherwürmer. Doch in einer Zeit, in der Gesetze und Verordnungen schnellen Veränderungen unterliegen, Rechtsfälle zunehmend komplizierter werden, gerät das Medium Buch als Informationsquelle an seine Grenzen. Schon der Druck und die Distribution herkömmlicher Publikationen kostet mehr Zeit, als heute vielfach zur Verfügung steht.

Mit schnell aktualisierbaren Loseblattsammlungen hat der Verlag Recht & Praxis bei seiner Gründung im Jahre 1985 begonnen. Solche Werke bilden auch heute noch das Kerngeschäft des Unternehmens; die Nutzung elektronischer Medien steht unter Steuerberatern und Juristen noch am Anfang einer rasanten Entwicklung: "Genaue Zahlen kennt wahrscheinlich niemand, aber wir gehen davon aus, daß bislang bereits 20 Prozent der Mitglieder dieser Berufsgruppen das Internet nutzen", schätzt Gerd Glockner, der mit seinem Team die Aktivitäten des Verlags in puncto elektronische Medien vorantreibt.

1989 hat der Verlag Recht & Praxis den Weg zu elektronischen Medien eingeschlagen. "Unsere Strategie zielt auf ein medienneutrales Publizieren. Der Kunde soll die Wahl haben, elektronische Medien und herkömmliche Printmedien gleichermaßen zu nutzen", erläutert Glockner das Konzept.

Den Auftakt bei elektronischen "Büchern" machten Disketten zu den Themen Baurecht, Erbrecht, Familienrecht, Verkehrsrecht sowie Zwangsvollstreckung und Musterverträge. Im nächsten Schritt kam die CD-ROM als Medium hinzu. Die vielfach größere Speicherkapazität dieses Mediums ermöglichte es, umfangreiche Datenbanken mit Gerichtsentscheidungen - zum Beispiel "Deutsche Rechtsprechung", "Strafrecht" oder "Verkehrsrecht" - am PC-Arbeitsplatz verfügbar zu machen. Ein sehr erfolgreiches Produkt ist die "Leitsatz-CD", auf der Zehntausende von Urteilsleitsätzen gespeichert sind, die der Benutzer per Volltext-Retrieval durchforsten kann.

Die Informationsbasis für alle Werke auf den unterschiedlichen Medien sind die Datenbanken des Verlags. Allein "Deutsche Rechtsprechung" umfaßt derzeit mehr als 80 000 Entscheidungen aus allen Instanzen zu praxisrelevanten Themen.

Den Schritt, als Informationsanbieter ins Internet zu gehen, vollzog der Verlag zur Buchmesse 1995. Im Jahr darauf wurde ein eigener Server installiert und ei- ne Multimedia-Zeitschrift für Rechtsanwälte und Steuerberater im Internet und auf CD herausgegeben.

Innerhalb von nur 18 Monaten stellte der Verlag die gesamte Produktion auf eine medienneutrale Datenhaltung auf Basis der Standard Generalized Markup Lan- guage (SGML) um, so daß sich heute jedes Produkt auf Print- und elektronischen Medien publizieren läßt. "Für uns sind die elektronischen Medien kein Printmedienersatz, sondern eine Aufwertung und Ergänzung bisheriger Produkte", so Glockner.

Während bislang noch keine direkte Verzahnung zwischen den Medien bestand, wird die nächste CD-Edition des Verlags eine vernetzte Recherche ermöglichen. Das bedeutet die automatische Umschaltung von der CD- auf die Internet-Recherche und damit noch höhere Aktualität.

Erfolgt in Zukunft der Zugriff auf die CD und auf das Internet mit dem selben Browser, macht es für den Anwender keinen Unterschied, ob er off- oder online recherchiert. Einheitliche Bedienoberflächen und Retrieval-Werkzeuge gestalten die elektronische Recherche so einfach wie das Blättern in einem Buch. Die objektorientierte Verknüpfung großer Informationsmengen ist jedoch eine Funktion, die kein Printmedium bieten kann.

Wie in nahezu allen Bereichen von Wissenschaft und Gesellschaft ist auch im Rechts- und Steuerwesen das Informationsangebot im Internet schlagartig angestiegen. Mit der Flut unstrukturierter Informationen haben auch versierte Internet-Server zu kämpfen. Herkömmlichen Übersichten und Indexsammlungen fehlt entweder die spezifisch juristische Ausrichtung oder sie enthalten zu viele Informationen.

Der Verlag Recht & Praxis präsentiert deshalb mit dem "Fahnder" die erste juristische Suchmaschine. Sie recherchiert nicht im gesamten Netz, sondern gezielt auf solchen Servern, die Informationen zum deutschen Recht bieten. Dieser Suchdienst, vor einem halben Jahr gestartet, ermöglicht den Zugriff auf mehr als 90 000 Dokumente und wird darüber hinaus ständig redaktionell erweitert.

Spezieller Suchdienst zur Rechtsprechung

Mit Hilfe der Stammwortsuche kann der Benutzer Begriffe finden, die den gleichen Wortstamm aufweisen. Jedem gefundenen Objekt ist ein Relevanzwert zugeordnet, so daß der Anwender schnell entscheiden kann, was für ihn wichtig ist. Bei jedem Treffer zeigt die Suchmaschine die ersten 200 Buchstaben des jeweiligen Dokuments an. Der "Fahnder" ist ein kostenfreier Service des Verlags und unter http://www.vrp.de abrufbar.

Schlüssel für die Bereitstellung des vielfältigen Informationsangebots auf CD-ROM und im Internet ist die "Search"-Technik von Verity. Der "Search ´97 Information Server" auf einem Windows-NT-System bildet die Basis der Web-Applikationen des Verlags.

Auf dem Server liegen alle Informationen als HTML-Dateien mit Erweiterungen für Feldinformationen. Bei der Übertragung der Web-Applikation auf CD - Daten, Index und Oberfläche wurden eins zu eins auf CD portiert - entstand kein Portierungsaufwand. Das Retrieval-Werkzeug auf der CD ist der CD-Publisher. Diese Software basiert auf "http" und läßt sich über Netscape- oder Microsoft-Browser benutzen.

Angeklickt

Neue Gesetze, Verordnungen und wichtige Urteile sind beinahe schon an der Tagesordnung. Die Loseblattsammlungen der Juristen und Steuerberater sind kaum mehr auf dem Laufenden zu halten. Auf CD-ROM gesammelte Grundlagetexte waren zwar bereits eine Verbesserung, aber noch lange kein Ersatz. Viel effektiver gestaltet sich der nächste Schritt: Er führt via Internet zur ersten juristischen Suchmaschine eines Verlags.