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02.05.2003 - 

Disaster Recovery/Externe Dienstleister nutzen

Disaster Recovery fängt bei Datenspiegelung an

02.05.2003
Die Ursachen für den Verlust von Daten reichen von Hard- und Softwareproblemen und Naturkatastrophen bis hin zu Fremdeinwirkungen wie Diebstahl, Vandalismus oder Feuer. Die Folgen erstrecken sich im Extremfall bis zur Einstellung des Geschäftsbetriebes. Unternehmen müssen also Daten sichern und nach Störungen wiederherstellen können oder diese Aufgaben externen Dienstleistern übertragen.Von Dietmar Keßler*

Unternehmenskritische Datenbestände werden präventiv dupliziert. Die Datensicherung erfolgt automatisch nach vorher definierten Parametern für ganze Datensätze oder bestimmte Files. Eine hierarchische Vorgehensweise, bei der die wichtigsten Daten vorrangig und häufiger gesichert werden, kann sinnvoll sein. Die Datenbänder mit den Sicherungskopien werden an sicheren Orten aufbewahrt oder deren Inhalt auf eine zweite geschützte Festplatte kopiert. Die Datensicherung kann auch parallel zum Online-Betrieb erfolgen.

Datenspiegelung (Disk Mirroring) kann synchron oder asynchron verlaufen. Synchron bedeutet, der Rechner A wartet, bis er vom Rechner B eine Rückmeldung über den Datenerhalt bekommt, und fährt dann mit der Datenübertragung fort. Erfolgt diese Rückmeldung fehlerbedingt nicht, stellt Rechner A die Datenspiegelung ein. Bei dem asynchronen Verfahren gibt es immer eine Meldung, auch bei einem Abbruch oder Stillstand des Rechners B. Rechner A stellt die Spiegelung ein, ist aber für normale Arbeitsprozesse nutzbar.

Bei Datenvolumen von bis zu einem Terabyte greifen Unternehmen oft auf Server mit angeschlossenen Bandbibliotheken zurück. Hier werden Daten auf einem System kopiert und zusätzlich einmal am Tag auf Bändern (Tapes) gespeichert. Das System sichert die Daten und hält diese für Anwender weiterhin verfügbar. Tapes dienen aber nur der reinen Datenarchivierung. Nach dem Backup werden die Bänder separat an einem oder mehreren feuersicheren Orten, möglichst außerhalb des Unternehmens, aufbewahrt.

Remote Copy auf die wichtigsten Daten beschränken

Statt Informationen nur auf Bändern zu sichern, kann eine komplette Spiegelung parallel vorgenommen werden. Die gesamten Daten werden bei dem Remote-Copy-Verfahren zeitgleich auf einem zweiten Server generiert und Änderungen jeweils aktualisiert. Diese Installation gewährleistet die Datenvollständigkeit, falls das System vor dem normalen Backup ausfällt. Es erfordert allerdings einen hohen Hardwareeinsatz, da die Kapazität der sekundären Komponenten und die Infrastruktur im zweiten Rechenzentrum der Primärkonfiguration entsprechen sollte.

Es besteht jedoch die Möglichkeit, sich auf die unternehmenskritischen Daten, das bedeutet ungefähr 15 bis 20 Prozent des gesamten Volumens, zu beschränken, um diesen Kostenblock zu reduzieren. Der Fokus liegt auf den für den laufenden Geschäftsbetrieb oder zum Archivieren wichtigen Daten, beispielsweise Finanzdaten, Kundenstammdaten, Verträgen oder Forschungs- und Entwicklungs-Dokumentationen. Entsprechend vorbereitete externe Mainframe-Systeme und Server können in weniger als einer Stunde mit identischem Datenbestand hochgefahren werden. Für die Datenübertragung eignen sich gesicherte VPNs (Virtual Private Networks) sowie Punkt-zu-Punkt-Kupfer- oder Glasfaser-Festverbindungen mit entsprechenden Protokollen wie IP (Internet Protocol), ATM (Asynchronous Transfer Mode) oder FR (Frame Relay). Längere Distanzen sind kein Problem. Mit DWDM-Technik (Dense Wavelenght Division Multiplexing), einem Modulationsverfahren, bei dem eine hohe Kapazität an Signalen gleichzeitig über eine Glasfaser übertragen wird, sind Daten fast in Echtzeit übertragbar.

Auch mit einem speziell für Disaster Recovery entwickelten Channel Extender, der auf diesen Strecken zur Kompression der Daten zwischen die beiden Speichereinheiten geschaltet wird, lassen sich extrem kurze Übertragungszeiten realisieren. Im Falle eines Kunden von Inrange Technologies wurden im Rahmen einer Rechenzentrums-Konsolidierung 6,4 TB bei einer Drei-zu-eins-Kompression über zwei Leitungen mit einer Bandbreite von 45 MB/s in 30 Stunden übertragen.

Beim externen Dienstleister auf breites Angebot achten

Wer einen externen Dienstleister beauftragt, sollte darauf achten, dass in dessen Rechenzentren die Voraussetzung für alle möglichen Backup-Lösungen bestehen: von der manuellen Rücksicherung per Tape-Einspielung über Online-Spiegelung der Daten bis zur Inanspruchnahme von eingerichteten Arbeitsplätzen im Ernstfall vor Ort. (kk)

*Dietmar Keßler ist Marketing Manager bei IX Europe in Frankfurt am Main.

Abb: Datenspiegelung über weite Entfernungen

Die Datenspiegelung von Server 1 zu Server 2 ist mittlerweile über große Distanzen möglich: 80 Kilometer per Glasfaserkabel und Multiplexer. Quelle: Inrange Technologies