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15.05.1981 - 

Entwicklungsländer:

Diskurs über angepaßte Technologie

HANNOVER (CW) - "Direktinvestitionen mittlerer Unternehmen in Industrialisierungsländern" war das Thema einer Podiumsdiskussion, die die Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit, DEG, auf der Hannover-Messe veranstaltete. Der Publizist Johannes Groß hatte die Moderation übernommen.

Deutlich wurde, daß die Unternehmer einen großen Informationsbedarf haben und es häufig scheuen, im Ausland zu investieren, obwohl die Chancen nach wie vor gut sind.

Nur vier Fünftel dieser Investitionen fallen auf zehn Länder. 77 Prozent davon sind sogenannte Schwellenländer, das heißt das Einkommen der Bevölkerung beträgt mehr als 1000 Dollar pro Kopf im Jahr. 11 Prozent fallen auf die OPEC-Länder, 11 Prozent auf die sonstigen Länder und nur 1 Prozent auf die sogenannten LDC-Länder, also die "least developed countries".

Was sind die Probleme bei einer Investition in Entwicklungsländern? Neben Risikobereitschaft und Informationsbeschaffung sind es politische Gründe, die Sprache, der Umgang mit den einheimischen Geschäftsleuten, Währungsprobleme. Aber auch Personalbeschaffung oder die Bedingung für Beteiligungen von nationalen Unternehmen sowie das teilweise undurchschaubare Bankwesen oder auch fehlerhafte, alte Geräte führen zu Problemen beziehungsweise zur Verhinderung der Investitionen.

In der Podiumsdiskussion wurde klar, daß Entwicklungsländer zu künftige Märkte sind, aber auch zukünftige Konkurrenten werden können. Viele Entwicklungsländer Deutschland gegenüber Standortvorteile. Leider gehen dennoch Investitionen deutscher Unternehmen, vor allen Dingen mittelgroßer Unternehmen, in den Entwicklungsländer zurück. Daher werden von der deutschen Industrie Fortbildungs- und Ausbildungszentren im Ausland gefordert und Schulungseinrichtungen für Unternehmer, die im Ausland investieren wollen. Weiterhin möchte man staatliche Unterstützung der Investoren.

Aktive Beteiligung der ausländischen Zuhörer bewirkte die mißverständliche Definition "angepaßte Technologie". Selbst unter den Beteiligten der Podiumsdiskussion war dieser Begriff nicht klar.

Professor Sohn von der DEG sagte es (sinngemäß) noch am deutlichsten: Angepaßte Technologie bedeutet nicht etwa alte Technologie, sondern es handelt sich um modernste Technik, die dem Standard des Landes und den Einsatzmöglichkeiten im Land gerecht wird.

Wie sieht es da mit dem Computer aus ? Ist er "angepaßte Technologie" oder sollen Entwicklungsländer zehn oder 15 Jahre warten, bis sie dieses Medium einsetzen müssen, weil es gar nichts anderes mehr gibt als mikroprozessorgesteuerte Maschinen? Die Antworten blieben unbefriedigend.