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30.09.1994

Diskussionen um das Outsourcing

Dieter Eckbauer

Wir koennen uns nicht vorstellen, dass die Nachricht vom Scheitern vieler Outsourcing-Projekte (CW 38 vom 23. September 1994) Depressionen bei den Serviceanbietern ausloest. In derselben Ausgabe berichtete die CW ueber den EDS-Deal mit der Lufthansa. Demnach verteilte die Beratungsfirma Meta Group, von der die fuer die Outsourcing-Anbieter vernichtende Bestandsaufnahme stammt (siehe oben), nur Streicheleinheiten fuer IS-Manager, die ohnehin nichts aendern koennen? Die Probleme sind ja nicht neu. Seit 30 Jahren muss die Frage "Make or buy?" von Anwendern beantwortet werden. Die meisten Argumente fuer oder gegen eine DV-Auslagerung sind nach wie vor gueltig. Es hat eine Wende gegeben, was die Einstellung der Unternehmer und Topmanager gegenueber der traditionellen DV betrifft - nicht zum besseren, leider.

In der CW wurde die Outsourcing-Diskussion stets aus der Sicht des IS-Managements gefuehrt, einer Spezialeinheit, die sich zwar nicht zu wichtig nehmen, sich aber ihrer Bedeutung als Agentur fuer Technik-Know-how durchaus bewusst sein sollte. Drei Beispiele aus der CW zum Thema Outsourcing:

"Die Outsourcing-Anbieter sollten uns aber nicht mit der Marketing-Masche muerben, wir haetten doch wahrhaftig Wichtigeres zu tun - so hoert man es allen Ernstes - als informationstechnische Loesungen auszutuefteln. Man bedenke: Wir ueberliessen das Denken den Pferden. Nein, Outsourcing ist nur das Maentelchen, das eine DV- Industrie, die den Overselling-Bogen ueberspannt hat, in den Runter-mit-den-DV-Kosten-Wind haengt." Aus: CW 1/2 vom 10.Januar 1992

"Bestimmte Anwendungen, etwa Batch- und Massendatenverarbeitung, waeren besser in externen Rechenzentren geblieben. Dann haetten wir ueber Jahre hinweg eine gesunde Entwicklung in der RZ-Branche gehabt und vielleicht schon laenger eine kranke IBM - dann gaebe es aber auch das Outsourcing-Phaenomen heutiger Praegung nicht. Denn natuerlich lassen sich integrierte Anwendungen nicht auslagern, Anwendungen, die ganz nahe am eigentlichen Produkt eines Unternehmens sind."Aus: CW 15 vom 10. April 1992

"Demnach waere Outsourcing gar nicht das Thema? Die Hauptfrage fuer die DV-Entscheider lautet: Wie muss die DV umgestaltet werden, damit sie auf die Veraenderungen des Marktes, in dem das jeweilige Anwenderunternehmen agiert, flexibel reagieren kann? Die DV/Org.- Leiter haben darueber nachzudenken, wie sie die marktpolitische Struktur in Gestalt der Outsourcing-Vertreter daran hindern koennen, einen zu grossen Einfluss bei den Unternehmensleitungen auszuueben."Aus: CW 39 vom 25. September 1992

Daraus laesst sich ein einfaches Fazit ziehen, auf das sich weder die Jubler noch die Noergler berufen koennen: Die DV sollte dann ausgelagert werden, wenn die Unternehmensleitungen nicht bereit sind, der Informatik einen hoeheren Stellenwert einzuraeumen. Das sieht auch die Meta Group so: Wenn die IT-Abteilung jahrelang vernachlaessigt wurde, stelle Outsourcing eine akzeptable Alternative dar. Wenn die DV effizient arbeitet, macht Outsourcing keinen Sinn.