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05.08.1988 - 

Adobe muß noch viel Überzeugungsarbeit leisten:

Display Postscript soll Standard werden

MENLO PARK (CW) - Nachdem sich die Seitenbeschreibungssprache Postscript des US-Unternehmens Adobe zum Quasi-Standard für Laserdrucker gemausert hat, will das Unternehmen jetzt seine Software Display Postscript zum Nonplusultra der Bildschirmdarstellung machen.

Adobes Geschäftspolitik ist hart: Anstatt den Herstellern gegen Lizenz eine Postscript-Schnittstelle in ihrer Hardware zu gestatten, verkauft man das Programm nur als Zusatz zum jeweiligen Betriebsystem und der Window-Umgebung. Bisher haben sich nur DEC, Next und Scitex dazu entschlossen, auf Display Postscript zu setzen.

Adobe kann aber mit weiteren potentiellen Abnehmern rechnen. Darunter sind IBM, Hewlett-Packard - beide sind zusammen mit Adobe im X-Window-Konsortium - und einige Anhänger der Open Software Foundation. Lediglich Apple und Microsoft haben der Software definitiv einen Korb gegeben.

Display Postscript ermöglicht nach Darstellung seiner Anbieter echtes WYSIWYG (What You See Is What You Get) und steht für verbesserte Grafikdarstellung auf unterschiedlichen Monitoren. Weil das Paket viel Speicherplatz benötigt, zielt das Programm nicht auf MS-DOS-PCs, sondern auf die neuen OS/2-Rechner und grafischen Workstations. Branchenkenner sehen trotzdem Absatzschwierigkeiten. Ihrer Meinung nach wird sich kaum ein Hersteller davon überzeugen lassen, Display Postscript mit OS/2 zu koppeln. Der Grund: OS/2 stellt viele der in Adobes Programm integrierten Funktionen ebenfalls bereit.

"Der Presentation Manager deckt den Grafik-Bedarf der Anwender voll ab", sagt Dan Fineberg, Marketing Chef des US- Unternehmens Graphic Software. Display Postscript, so Fineberg weiter, könne höchstens am oberen Leistungsende von grafischen OS/2- Anwendungen eine Marktnische einnehmen.

Software-Entwickler halten Adobe Programm entgegen, daß das Programm - gekoppelt mit OS/2 - wertvollen Speicherplatz besetzt und Prozessorleistung bindet. Branchenkenner sind dann auch der Auffassung, daß der Markt für Display Postscript in Anwendungen mit Workstations unter Unix liegt. Abnehmer sind hier DEC für ihre Mehrplatzmaschinen und IBM für ihr Unix-System AIX.