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03.06.1977

Displays: Auswahlkriterium bleibt der Preis

Vielfältig das Angebot an Bildschirm-Terminals: Da gibt es "doofe" und solche mit eigener "Computer-Power" drin, aber auch simple Einzweckgeräte und Universalgenies, schließlich Einzelgänger und Herdentiere (Slaves). Hier auswählen zu müssen, kann zur Qual werden. Zumal auch die Benutzer in den Fachabteilungen ihre Forderungen stellen - da kommen Geschmacksfragen ins Spiel. Obendrein haben EDV-Leiter nicht gerade das sicherste Gefühl, wenn's an die Umstellung auf "Online" geht. Da ist der Hersteller, mit dem man schon immer zusammenarbeitet, zweifellos in der Vorderhand. Und doch wird auf dem Terminalsektor bereits fleißig gemixt: SEL, Sanders, Raytheon, Hazeltine, Datasaab etc. malen ansteigende Umsatzkurven. Wer nachhakt, was den Ausschlag gab, dem angetrauten Partner untreu zu werden, wird überwiegend das Preisargument hören: "Wenn 200 Mark pro Schirm und Monat drin sind - warum nicht?" Gewiß würden die Antworten anders ausfallen, befragte man die Endbenutzer. Doch wer tut das schon? de

Dieter Benub

Systemprogrammierer, Audatex GmbH, Minden

Bei der Terminalauswahl müssen wir den Faktor "Sicherheit" voranstellen. Das ist ein spezielles Phänomen in unserem Hause, weil wir uns bemühen, die Fernleitungen, das Teleprocessing-Projekt in keinster Weise zu stören. Und da wir hier im Rechenzentrum im Augenblick nur drei lokale IBM-Bildschirme im Einsatz haben, spielt der Preis - mit allem Vorbehalt gesagt - nicht die entscheidende Rolle. Da müßten wir schon auf eine Einsparung von 200 bis 300 Mark im Monat kommen. Sollten wir jedoch - was beabsichtigt ist - in einer Abteilung von auf Online umstellen und dann zwangsläufig mehr Bildschirme brauchen, bin ich nicht sicher, ob es dann IBM-Bildschirme sein werden. Denn ich sehe nicht, daß es zwischen den Geräten, die von seriösen Herstellern angeboten werden, gravierende Unterschiede gibt. Es sollte doch heute so sein, daß ich bei meinem IBM-Bildschirm den Stecker aus der Wand ziehen und einen anderen dranstecken kann. Da kommt das gleiche heraus. So gesehen ist der einzige Checkpunkt doch der Preis.

Udo Hey

EDV-Leiter, Staff, Lemgo

Wir haben für die reine Lokal-Anwendung an unserer 370/115 die IBM-Schirme 3277 durch Datasaab-Bildschirme vom Typ Alfaskop ersetzt. Das war in erster Linie eine finanzielle Entscheidung: Die Saab-Displays waren erheblich preiswerter. Hinzu kam, daß uns Datasaab weit günstigere Konditionen anbieten konnte - einfach deshalb, weil man in den Markt kommen wollte und eine Pilotinstallation in Nordrhein-Westfalen-Lippe brauchte. Ich mache so etwas - offen gesagt - ganz gerne; da hat man auch ein bißchen Einfluß auf die Vertragsgestaltung.

Im übrigen können die Alfaskop-Geräte sämtliche 3277-Funktionen nachbilden; haben in der Grundausstattung sogar eine umfangreichere Ausrüstung. Das, was bei IBM noch zusätzlich Geld kostet, haben wir hier in der Basisausstattung gleich mitbekommen.

Überdies ist es einfach nicht wahr, wenn gesagt wird, daß eine reinrassige Lösung sicherer ist. Ich habe schon zu 360er-Zeiten gemixt, und die Erfahrung hat gezeigt, daß sich die Techniker untereinander hervorragend verstehen. Es ist doch letztlich egal, welche Maschine man hat. Wenn ein etablierter unabhängiger Hersteller sagt, wir können das, dann glaube ich es - was soll da sicherer sein? Die riskieren doch nicht Kopf und Kragen. Die werden sich doch nicht das Geschäft kaputtmachen, indem sie zulassen, daß etwas schiefgeht. Nochmals gesagt: Die Saab-Schirme sind von der Hardware her - ohne der IBM auf den Schlips treten zu wollen - einfach sicher.

Was das Design angeht, gibt es die unterschiedlichsten Meinungen: Der eine sagt, es ist häßlich, der andere findet es hinreißend - darüber kann man lange streiten. Auf jeden Fall gibt es an der Funktionalität nichts auszusetzen. Sie haben einmal den schwenkbaren Bildschirm und auch das bernsteinfarbige Schriftbild auf braunem Grund ist bei den Benutzern gut angekommen. Daß wir diese Vorteile noch mit "in Kauf genommen haben", ist ganz angenehm gewesen, wenn auch - wie gesagt - die Entscheidung für diese IBM-kompatiblen Bildschirme eine reine Preisfrage war.

Peter Müller

Beschaffung und RZ-Planung, Universität Freiburg

Wer sich hauptamtlich mit Hardware-Beschaffung beschäftigt, hat sicher den Vorteil, nicht ganz unvorbelastet zu sein: Als ich vor Jahren die ersten Dialog-Bildschirme auf der Mainframe-Seite bestellt habe, mußte ich gehörig Lehrgeld zahlen.

Jetzt ging es darum, die über die ganze Stadt verteilten Institute an das Universitäts-Rechenzentrum anzuschließen. Für diese lokalen Installationen im Uni-Bereich sind Asynchron-Geräte vollkommen ausreichend und vor allem billiger als Bildschirm-Terminals, die eine synchrone Datenübertragung ermöglichen. Damit sind wir bei den Auswahlkriterien: Uns interessiert zunächst die Leistungsfähigkeit eines Bildschirm-Terminals - wir wissen von der Anwendung her ganz genau, welche Funktionen es erfüllen muß - und darüber hinaus die Flexibilität im Hinblick auf die Anschluß- und Einsatzmöglichkeiten. Damit meine ich, daß bestimmte Features quasi bausteinmäßig vorhanden sein müssen, per Mikroprogramm beispielsweise, so daß Änderungen von Parametern oder Zusatzeinrichtungen relativ einfach durch den Austausch von ROM's durchgeführt werden können. Das betrifft auch die DFÜ-Schnittstellen - wir haben nämlich unterschiedlichste Hardware installiert. Das ist ja die Crux bei den Datenstationen der großen Hersteller: Sie sind nur darauf ausgelegt, mit der Zentralanlage aus dem "gleichen Stall" zusammenzuarbeiten. Da bekommt man dann Dinge mitgeliefert, die man zwar bezahlen muß, aber nicht unbedingt braucht (siehe "Synchron-Modus"). Wir sind deshalb bei der Beschaffung der Instituts-Bildschirme einen anderen Weg gegangen, haben uns auf dem OEM-Markt umgetan. Das hat den Vorteil, daß die Dinge - was das Systemdesign angeht - noch nicht festgeschrieben sind: So verstehe ich Flexibilität. Auf diesem Markt tummelt sich eine Reihe von Anbietern. Wir haben uns für die Behive-Schirme entschieden, die von Tally vertrieben werden.

Um auch den arbeits-medizinischen Aspekt noch zu streifen: Er ist bei uns nicht relevant. Die Bildschirme werden von Studenten vorwiegend zur Programmentwicklung eingesetzt - der einzelne Benutzer sitzt kaum länger als eine halbe Stunde am Terminal.

Wolfgang Wirtz

EDV-Leiter der Deutschen Rhodiaceta in Freiburg

Wir haben seit 1974 die üblichen Dinger von IBM an unserer 145 hängen, und ich kann nur sagen: Mit den Bildschirm-Terminals sind wir einfach viel besser, viel genauer, viel sicherer und viel schneller bei unserer Arbeit geworden. Noch haben wir erst drei Bildschirm-Terminals stehen, doch wir werden mit Sicherheit in den nächsten Monaten auf acht ausbauen, und da verhandeln wir mit einigen Herstellern. Es ist nicht sicher, daß wir bei IBM bleiben. Wir haben jetzt 24-Zeilen-Bildschirme und wissen, weil wir nur einen sehr differenzierten Bestand sichtbar machen, daß sie nicht kleiner sein dürften. Bei den Auswahlkriterien spielt aber auch eine Rolle, ob andere möglicherweise preisgünstiger - und im Bild schöner sind. Das spielt durchaus eine Rolle, wenn ein Gerät schon ein bißchen mehr auf das menschliche Auge abgestellt ist. Denn schließlich muß am Bildschirm gelesen werden, und da kommt es eben auf die Lesbarkeit an. Wir haben zwar bisher noch keine Diskussionen gehabt, daß oder ob Bildschirmarbeit anstrengend sei. Die Leute, die heute - oft von 8.30 bis 17.00 Uhr - bei uns dransitzen, die sind begeistert, daß sie überhaupt daß mit arbeiten dürfen. Denn wir haben mit den Terminals unheimlich rationalisiert und ; seither vor allem den Papierausdruck stark reduziert. Vorher haben wir unseren Disponenten täglich Bestandslisten ausgedruckt, das ist jetzt weg. Allerdings haben wir schon früher die Philosophie entwickelt, einen Fall nicht nur quasi zu bearbeiten, ihn zurückzustellen, um ihn dann doch in einem Rutsch zu bearbeiten. Das wäre ja auch irre, alle fünf Minuten Versandpapiere auszudrucken.