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10.02.1989 - 

Nur was man schwarz auf weiß erkennt, sollte man getrost nach Hause tragen:

Displaytechnologie bleibt die Achillesferse der Laptops

Die Laptops haben sich mittlerweile eine weitreichende Akzeptanz bei PC-Anwendern erkämpft. Schließlich sind sie, in den meisten Fällen den Normalo-PCs ebenbürtig geworden, was Geschwindigkeit und Speicherbedarf anbelangt; in puncto Platzbedarf und Robustheit sind sie ihnen vielfach überlegen. Ein Schwachpunkt bleibt jedoch nach wie vor das Display, wenn sich auch auf diesem Gebiet vieles zum Besseren gewandt hat.

Es sind sowohl technische als auch Anwendungszwänge, zwischen denen sich die Hersteller von Bildröhren, CRTs, Displays hindurchmogeln müssen, wenn sie das Optimum erreichen wollen. Die Gegensätze, die sich nur schwer miteinander vereinbaren lassen, heißen Auflösung, Detailgenauigkeit, Helligkeit, Kontrast, Entspiegelung, Farbe, Energieverbrauch sowie Größe und Gewicht. Bei einer derartigen Übermacht von Sachzwängen mag man wohl kapitulieren wollen, wenn man nicht wüßte, daß der Anwender letzten Endes alles gar nicht so eng sieht und sich, wie seit Jahren, auch mit nur dem halben Optimum zufriedengibt.

Der langjährige PC-Benutzer hat sich an vieles gewöhnt, von dem er oft nicht einmal weiß, daß es eigentlich gar nicht sein müßte. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Andererseits hat er sich nämlich in seinem Drang nach dem niedrigstmöglichen Preis auch häufig genug freiwillig eingelassen auf geringe Qualität bei niedrigster Auflösung. Diese Ausgangslage , die die PC-Szene jahrelang geprägt hat, tut sich nun, mit veränderten Details, auch auf dem Laptop-Markt auf.

Grün und Bernstein sind out, bestimmen aber nach wie vor die Masse der PC-Bildschirme am Markt. Gefragt sind Farbbildschirme oder monochrome Schwarzweiß-Monitore, gefragt sind Auflösungen jenseits von Standard und Hercules. Und während bei den Usern der oberen Professionalitätsschiene die Gunst der Stunde sich schon von EGA abgewandt hat und VGA zustrebt, müssen Laptop-Anwender immer noch häufig bis zum Sonnenuntergang warten, bis sie ausreichend gute Lichtbedingungen zum Arbeiten vorfinden.

Ohne Netzunabhängigkeit ist für viele der Witz weg

Natürlich tun die Hersteller etwas, um diese Ausgangslage zu verbessern. Nur, an zahlreichen Prioritäten können sie nichts ändern: so müssen, um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden, die Bildschirme immer leichter, immer ergonomischer, immer hochauflösender, immer besser lesbar werden - unter den verschiedensten Umgebungsbedingungen. Außerdem sollte ein Laptop auch mit Akkus zu betreiben sein - wenigstens eine gewisse Zeit, denn mit Netzbetrieb ist für viele Anwender der Witz weg.

Was bedeutet das im einzelnen? Die Frage des Gewichts bestimmt sich aus den verwendeten Materialien und der zugrundeliegenden Technologie. Im Grunde haben auf dem Bildschirm-Sektor drei verschiedene Technologien Einsatz gefunden. Am weitesten verbreitet ist zweifellos die Kathodenstrahlröhre, auch Cathode Ray Tube oder CRT-Bildschirm genannt. Sie ist heute noch in millionenfacher Form im Einsatz, wird aber weiter kontinuierlich optimiert, besonders auf den Gebieten Auflösung, Entspiegelung, Kontrastverhalten. Für den Laptop-Einsatz ist sie schon deswegen nicht zu gebrauchen, weil sie als Röhre eben Tiefe benötigt, die der Laptop und auch der Portable nicht hergeben.

Für den Einsatz in tragbaren Geräten hat sich das sogenannte Liquid Crystal Display, bzw. der LCD-Schirm etabliert. LCD ist das Gegenteil von CRT und LED, weil hier Licht abgegeben (Light Emitting Diode), sondern reflektiert wird. Diese Lichtreflexion ist der eigentliche Grund für den niedrigen Stromverbrauch; andererseits liegt hier die Ursache für eingeschränkte Lesbarkeit bei wechselndem Blickwinkel. Und schließlich gibt es die rot leuchtenden Plasma-Displays.

Der US-Gigant RCA gehört zu den Urvätern der LCD-Technik, die in den 70er Jahren zunächst in Uhren und Taschenrechnern eingesetzt, aber schon früher erforscht wurde. Die Entwicklung von Plasma-Bildschirmen hingegen resultiert aus Forschungsansätzen der Universität Illinois im Jahre 1964. Der Technik liegt eine Edelgas-Mischung aus Neon und Argon, eingeschlossen zwischen zwei Glasscheiben, zugrunde. Da diese Mischung ebenso wie bei den beiden anderen Technologien punkt-adressierbar ist, kann man durch Anlegen einer Spannung die Gasmischung gezielt zum Glühen bringen.

Drei Techniken, drei Ansätze mit zahlreichen Vor- und Nachteilen. Als Beispiel mag hier nur das Gewicht der relativ dicken Glasplatten erwähnt werden, die die Plasma-Displays fordern, weil der Abstand zwischen den Platten absolut konstant gehalten werden muß. Außerdem verbrauchen sie relativ viel Strom ein Punkt, an dessen Optimierung die interessierten Anbieter gerade arbeiten.

Überhaupt ist die Energieversorgung ein wichtiges Kapitel bei der Fortentwicklung aller drei Technologien. Einerseits dienen sie allesamt der Platz- und Energieminimierung, andererseits ist man aufgrund teilweise unzumutbarer Kontrastbedingungen dazu übergegangen, eine Hintergrundbeleuchtung einzuführen, die den Bildschirm von den Umgebungsbedingungen unabhängiger macht. Gegenwärtig gilt ein fluoreszierender, hintergrundbeleuchteter, Zweischichten-Supertwist-LCD-Bildschirm als das Nonplusultra. Pionier dieser Technik ist Zenith, von Haus aus Display-Hersteller. Die ursprüngliche Hintergrundfarbe Blau ist inzwischen so ins Helle bzw. Dunkle vorangetrieben, daß man statt von einer extrem hellblauen Bildschirmfarbe fast schon bei Weiß angekommen ist - und für die dunkle Seite gilt umgekehrt das Gleiche in Richtung Schwarz.

Erreicht wurde mit dieser Technik ein Kontrastverhältnis von 20 zu 1, während man vor vier Jahren gerade in der Gegend von 5 zu 1 angelangt war. Diese 20 zu 1 sind nun auch nur noch wenige Punkte von den 25 zu 1, entfernt, die man im allgemeinen von PC-Bildschirmen erwartet.

Die Farbfreiheit und Klarheit dieses Bildschirms wird durch mehrere parallele Maßnahmen erreicht. Zum einen ist dies eine Zusatzschicht, die das Blau der blauweißen Flüssigkristalle bis zu einem gewissen Grade absorbiert; zum anderen wurden Verbesserungen bei der Hintergrundbeleuchtung eingeführt, die die Einsatzmöglichkeiten bei relativ großer Helligkeit verbessern helfen.

Demnächst soll es auch Farbversionen und weitere Verbesserungen im Geschwindigkeitsverhalten geben.

Der Laptop-Rechner von Compaq steht derzeit wohl mit seinem VGA-Standard für Supertwisted LCD noch allein da. In diesem Modus bietet er ein achtfach abgestuftes Grau. Die Lesbarkeit und der Kontrast sind aus nahezu allen Blickwinkeln gut. Er ist umschaltbar auf EGA- und CGA-Kompatibilität: CGA hat 16 Graustufen. Eine besondere Leistung bringen die Compaq-Leute hinsichtlich einer optimierenden Steuerung des Stromverbrauchs. Die Hintergrundbeleuchtung verbraucht nämlich generell rund 40 Prozent der Energie eines Laptops - ebenso viel wie die Festplatten.

In Test lief ein Compaq in einer Benchmark-Situation dreieinhalb Stunden und brauchte nur eineinhalb Stunden zum Wiederaufladen. Demgegenüber hat zum Beispiel Sanyo zwar einen im Effekt ebenso brillant wirkenden Bildschirm, aber der macht den Laptop vom Netz abhängig.

Toshiba fährt auf der Plasma-Schiene; das typische Rot der Laptops des Marktführers ist nur zu bekannt. Auch hier gibt es VGA-Standard, 640 x 480 Bildpunkte und 16 Graustufen. Daneben hat Toshiba auch Supertwisted LCDs.

Es kommt immer wieder vor, daß Laptop-Bildschirme der ersten Generation Probleme bekommen, wenn sie mit Programmen betrieben werden, die beispielsweise für die Farbdarstellung geeignet sind und in dieser Farbdarstellung etwa Unterstreichungen farblich unterlegen.

Displaytechnologie entwickelt sich rapide

Es ist Einstellungssache, ob man nur die Bildschirme der neuesten Generation gelten lassen will, oder für bestimmte Anwendungen auch die billige Sorte akzeptieren will. Wer mit dem Laptop wie die meisten PC-Anwender (wie auf Grund von Umfragen behauptet wird) nur Texte erfassen will, warum soll der es nicht mit einem Amstrad oder einem entsprechenden Modell von Sanyo oder einem weniger bekannten Fabrikat für weniger als zweitausend Mark versuchen?

Andererseits manifestieren sich Fortschritte in diesem Bereich gegenwärtig schneller als bei den meisten anderen Rechnerbestandteilen. Wer einen hinterleuchteten LCD oder einen Plasmabildschirm besitzt, wird am ehesten auf einen normalen Bildschirm auf dem Schreibtisch zum Anschluß an den Laptop verzichten können.