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26.11.1976

Distributed Computing

Verteilte Intelligenz" ist die gängige, aber keineswegs ausreichend präzise Übersetzung für Distributed Processing, Distributed Computing, Distributed Functions, Distributed Systems. "Distributed" wurde zum Inbegriff dessen, was in der EDV kommt. Und das hat vier Gründe:

Die Hersteller von Universalrechnern offerieren ihre neuesten Modelle alle mit modularen Systemkomponenten, DFÜ-Anschlüssen und interner Aufteilung der Funktionen. Einige Beispiele: NCRs Criterion, Burroughs 800, Univacs 90/80. Ibm erweitert die

Palette der SOLC-Terminals und -Konzentratoren, selbst das neue System 1 ist SNA-verträgrich.

- Die Minicomputer-Hersteller, längst daran gewöhnt, daß ihre Systeme in Labors und Fabriken in Distributed Systems eingesetzt werden, drängen in den viel größeren Markt der kommerziellen Datenverarbeitung, und sie umwerben die großen Firmen mit Distributed Wasauchimmer. Beispiele: Ein jeder von ihnen.

- Die Hersteller von Datensammelsystemen erkennen, daß die Ablösung von Lochern nicht die effizienteste Nutzung ihrer Anlagen ist und erweitern die Systeme mit Rechenkapazität und DFÜ-Anschlüssen. Beispiele: Inforex, Data 100, Philips, eigentlich auch beinahe alle von ihnen.

- Die Terminal-Hersteller offerieren zunehmen Programmierbarkeit und Zwischenspeicherungsmöglichkeiten, so daß zu fragen ist, was solch ein Terminal mit Platten- und Beriebssystem noch von einem Kleinrechner unterscheidet? Beispiele: Sanders, Raytheon, Interscan, Datapoint etc.

Auch eine Chance für de MDT

Langsam kommen auch die MDT-Produzenten - bisher stolz auf jeden Insel-Lösungs-Abschluß in Großunternehmen - auf den Dreh und vermarkten auch, was mit ihren Systemen technisch schon lange möglich war.

"Verteilte Intelligenz" heißt das neue Schlagwort der Marketing-Strategen. Zu unterscheiden ist aber - wie im Juni 76 im EDP-Industry-Report 11/23 der International Data Corp. dargestellt - zwischen "Distributed Remote Processing" und "Distributed Host Site Processing". Letzteres umfaßt an zentraler Stelle Mehrprozessor-Systeme, nachgeschaltete dedizierte Systeme für spezialisierte Aufgaben wie Datenbank-Rechner, Feldrechner und vorgeschaltete Front-End-Prozessoren für die Kommunikationssteuerung.

Im Mittelpunkt die Zentrale

Im eigentlichen Sinne ist aber "Remote" der Schlüsselbegriff für auch geographisch verteilte Intelligenz. Diese Lösungen sind immer durch mindestens eins der folgenden vier Merkmale gekennzeichnet:

- Externe Dateneingabe oder -ausgabe, meist via Stapelfernverarbeitung.

- Externes Datensammeln und Vorverarbeiten durch DS-Systeme oder intelligente Terminals.

- Externe Datenabfrage von dezentralisierten Auskunftsystemen, wofür, entsprechende Dateiverwaltungssoftware vorausgesetzt, minicomputer und selbstverständlich MDT-Anlagen in Frage kommen.

- Externe Datenverarbeitung durch eigenständige Anlagen aller Größen, die aber auch als Satellitenrechner genutzt werden.

Für Lösungen zwei bis vier ist der Online-Anschluß zum zentralen System nicht unbedingt Voraussetzung. Er wird sich aber wohl zunehmend durchsetzen, da in der kommerziellen Datenverarbeitung bei hohem Organisationsniveau in großen Unternehmen doch immer wieder sehr hauptspeicheraufwendige Operations-Research-Auswertungsprogramme und auch sehr umfang-

reiche Datenbanken beansprucht werden. Die Stand-Alone-Lösungen - etwa Ó la Citybank New York - sind zwar kostensparende Alternativen, wenn zuvor bereits die falschen Systeme installiert waren, sie sind aber bezogen auf die Sollvorgaben für integrierte Datenverarbeitung letztlich auch ein organisatorische Rückschritt.

"Verteilte Intelligenz", das heißt noch lange nicht

"Wundersame Selbstauflösung der großen Rechenzentren".