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15.12.1978 - 

"Computer-Mix" beim Statistischen Landesamt Berlin:

"Distributed Timesharing"

BERLIN (hö) - Mit dem wachsenden Entwicklungsland von Methodensoftware, insbesondere auf dem Gebiet der Datenbankverwaltungssysteme, wird zunehmend eine möglichst flexible Wahl einer Rechenanlage erforderlich.

Beim Statistischen Landesamt Berlin besteht sowohl bei der Abwicklung der Aufgaben der amtlichen Statistik als auch beim weiteren Auf- und Ausbau eines leistungsfähigen Berliner Planungsinformationssystems die Notwendigkeit, mit einer IBM 370/158 AP und einer Siemens 7.748 in Batch und Dialog zu arbeiten.

Die einzige Schnittstelle für den Batch-Betrieb bildete bis Frühjahr 1978 eine Remote-Job-Entry-Station Siemens-Transdata 8418, die wahlweise an eine der beiden Rechenanlagen IBM und Siemens angeschlossen werden konnte. Im Dialog waren Terminals beider Großrechner über Datenfernübertragungs-Einrichtungen installiert.

Diese Schnittstellen mußten wegen erheblich gestiegener Anforderungen des Planungsbereiches nun durch ein Vorrechnersystem ersetzt werden, das mit Hilfe von Emulatoren und einem komfortablen Spoolsystem eine optimale Nutzung beider Systeme garantierte.

Digital Equipment realisierte im Auftrag des Senators für Inneres, Berlin, für das Statistische Landesamt Berlin im Zeitraum November 1977 bis Mai 1978 folgende Lösung:

Als Hardwarekonfiguration wurde gewählt:

1 PDP 11/70 Prozeßrechner mit 128 KW Kernspeicher

3 LSI 11/03 Mikroprozessoren

2 RP 05 Magnetplattenstationen für jeweils 100 MB Platten

2 TWU 16 Magnetbandstationen für 800/1600 bpi

1 LP 11 Line-Printer für 1200 Zeilen/Minute

1 LA 180 Line-Printer für 180 Zeilen/Minute

1 CD 11 Kartenleser für 1000 Karten/Minute

4 UT-52 Terminals

4 UT-55 Terminals

2 LA 36 Terminals und

1 UT-52 gekoppelt mit

1 LA 36 als Konsolterminal.

Als Datenfernübertragungseinrichtung wurden zwei Standleitungen mit 9600 BPS zur IBM-Anlage und zwei Standleitungen mit 9600 BPS zur Siemens-Anlage verlegt.

Die softwaremäßige Unterstützung bildet das Betriebssystem RSX-11 M, Version 3.1, für die PDP 11/70, das mit Emulatoren und einem umfangreichen Spoolsystem zu einem leistungsfähigen Kommunikationssystem erweitert wurde.

Die Dialogemulation erfolgt jetzt mit einem IBM-3271-Emulator und einem Siemens-8161-Emulator, die die entsprechenden Bildschirme - abgesehen von Hardwarerestriktionen der UT-Bildschirme - vollständig emulieren. Sie laufen in zwei LSI 11 Mikroprozessoren ab und belasten die PDP 11/70 nur gering.

Im Batch-Betrieb werden ein IBM-HASP-Emulator und ein Siemens-8418-Emulator eingesetzt. Für den Siemens-Emulator steht ebenfalls eine LSI 11/03 zur Verfügung.

Das Spool-System gliedert sich in Input-Spooler und Output-Spooler. Der Input-Spooler entscheidet mit einer Kennkarte vom Anwender, welcher Batch-Emulator gewählt wird, und erlaubt das Absenden der Jobs prioritätsgesteuert. Der Output-Spooler verfüge über 15 Ausgabeklassen und ermögliche eine exakte Steuerung der Jobausgaben durch Ausgabepriorität und Druckersteuerung, wie Vor- und Zurücksetzen Abbrechen und Mehrfachausgabe der Listings. Der Betrieb kann jedoch durch einfaches Setzen von Default-Werten auch vollautomatisch ablaufen.

Ein Programmsystem gibt die Voraussetzung, um im EBCDIC-Code beschriebene Magnetbänder beider Großrechner am PDP-11/70-System zu verarbeiten und so einen weiteren Faktor zur Datenkompatibilität zu schaffen.