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Französischer Linux-Spezialist muss sich neu ausrichten


24.01.2003 - 

Distributor Mandrakesoft ist insolvent

PARIS (CW) - Der französische Linux-Distributor Mandrakesoft hat sich unter gerichtlichen Schutz vor Gläubigeransprüchen gestellt und muss sich nun neu strukturieren.

Mandrakesoft hat am 13. Januar 2003 bei der zuständigen französischen Behörde eine "declaration de cessation des paiements" eingereicht. Diese gewährt - anders als der Gang zu einem deutschen Konkursrichter - ähnlich wie "Chapter eleven" in den USA vorübergehend Schutz vor Ansprüchen von Gläubigern. Unter Aufsicht eines gerichtlich bestellten Verwalters kann Mandrakesoft das operative Geschäft fortsetzen, muss allerdings in einigen Monaten einen Plan zur Umstrukturierung und Entschuldung des Unternehmens vorlegen und von einem Richter genehmigen lassen.

Als Ursache für die Maßnahme nennt Mandrakesoft in einer knappen Erklärung "eine Serie von Quartalsverlusten". Das am 30. September 2002 abgeschlossene letzte Geschäftsjahr hatte dem Unternehmen 6,1 Millionen Dollar Verlust bei 4,7 Millionen Dollar Umsatz beschert. Im März und im November vergangenen Jahres hatte der Distributor seine Anwender um finanzielle Unterstützung gebeten - vergeblich.

Inkonsequente Produktstrategie

Die Franzosen haben seit Jahren Probleme. Zwischen dem Herbst 2000 und Mai 2001 hatten der CEO Henri Poole und das von ihm eingestellte US-amerikanische Management Mandrakesoft zu einem E-Services-Anbieter von Learning-Diensten ohne Linux-Ausrichtung umbauen wollen, weshalb das Unternehmen seinen technischen Kopf, Jean-Loup Gailly, verlor. Die Firmengründer Le Marois und Gael Duval brachten Mandrakesoft zum alten Hauptgeschäft als Linux-Distributor und -Service-Unternehmen zurück. In der Folgezeit blieb das Unternehmen vorwiegend auf private Linux-Anwender konzentriert und entdeckte zu spät die professionelle Anwenderschaft als Profitquelle. Mandrakesoft lehnte das von Suse angeführte United-Linux-Bündnis für ein einheitliches Server-Betriebssystem ab und orientierte sich weiter an Red Hat, von dessen Distribution die eigene Linux-Variante "Mandrake" wesentliche Merkmale geerbt hat.

Nach drastischen Kosteneinsparungen und Entlassungen konnte Mandrakesoft im vergangenen Quartal die Umsätze angeblich wieder steigern und die Verluste reduzieren. So sei die Mandrake-Version 9.0 ein finanzieller Erfolg gewesen. Wie angekündigt soll im April 2003 das Release 9.1 herauskommen. Allerdings bleibt vorerst offen, ob der Insolvenzverwalter Teile des Unternehmens verkaufen wird. (ls)