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19.11.2004

Distributoren gründen Linux-Konsortium

19.11.2004
Conectiva, Mandrakesoft, Progeny und Turbolinux bauen ein gemeinsames Basissystem.

Die vier Linux-Companies haben das Linux Core Consortium gegründet. In diesem wollen sie eine einheitliche Codebasis entwickeln, auf der ihre Distributionen Conectiva Enterprise Server, Mandrakesoft Corporate Server, Progeny Componentized Linux und Turbolinux Enterprise Server aufbauen sollen. Die einheitliche Basisdistribution soll den Spezifikationen von Linux Standard Base 2.0 der Free Standard Group entsprechen und im ersten Quartal des nächsten Jahres freigegeben werden.

Das technische Ziel des Konsortiums entspricht der Initiative United Linux, die Suse, Conectiva, Turbolinux und Caldera (heute SCO) im Mai 2002 gegründet haben. Auch hier entstand eine gemeinsame Codebasis, die inzwischen Geschichte ist. Denn Turbolinux kam in wirtschaftliche Schwierigkeiten, zog sich nach einem Besitzerwechsel aus dem US-Markt zurück und konzentrierte sich auf den japanischen Markt. Caldera wurde zu SCO und stellte sich mit seinen Klagen gegen IBM und andere Firmen gegen Linux. Schließlich schlüpfte Suse unter die Fittiche von Novell.

Wie bei United Linux geht es dem Linux Core Consortium darum, durch eine einheitliche und insgesamt deutlich weiter verbreitete Codebasis die Marktchancen zu verbessern. Denn es ist für Hardwarelieferanten und Softwarehäuser einfacher, ihre Systeme an einen einheitlichen Kern anzupassen. Ian Murdock, Chefstratege und Mitbegründer von Progeny, Indianapolis, sowie Gründer der strikt freien Distribution Debian, erklärt: "In vielerlei Hinsicht versuchen wir, das Potential zu nutzen, das United Linux hatte."

Parallelen zu United Linux

Ob es gelingt, die Unterstützung von vielen Hardware- und Softwarelieferanten zu gewinnen, ist jedoch fraglich. Denn United Linux formierte sich damals um Suse und stellte damit eine zweite größere Linux-Variante neben Red Hat auf die Beine. Ihre Produkte an nur noch zwei Linux-Ausprägungen anpassen zu müssen war damals für Softwarehäuser attraktiv, bringt Gordon Haff, Analyst bei Illuminata, in Erinnerung. "Jetzt kommen diese Leute und wollen ein weiterer Player sein. Ich bin sicher, dass das für die unabhängigen Softwarehäuser nicht so interessant ist wie einst United Linux. Ich bin skeptisch."

Immerhin kann das Konsortium auch erste positive Signale registrieren. Red Hat und Suse haben eine Beteiligung an der Gruppe zwar zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt, ihr aber Unterstützung zugesagt. In gleicher Weise haben sich Computer Associates, Hewlett-Packard und Sun Microsystems geäußert. Das Standardisierungsgremium Free Standards Group und das Industriekonsortium Open Source Development Labs haben die Vereinigung begrüßt. Und noch eine Parallele zu United Linux: Die Mitglieder des Konsortiums wollen sich weniger durch Eigenschaften ihrer Distributionen Konkurrenz machen, sondern haben sich auf eine geografische Aufteilung ihrer Märkte verständigt. Die brasilianische Conectiva ist bereits der stärkste einheimische Player auf dem lateinamerikanischen Markt. Progeny konzentriert sich auf das englischsprachige Nordamerika. Mandrakesoft hat eine starke Position in Frankreich und ist auch in Nordamerika, vor allem in Kanada, gut vertreten. Das in Tokio beheimatete Turbolinux spezialisiert sich auf die fernöstlichen Märkte. (ls)