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19.03.1999 - 

Windows 2000

Disziplin erforderlich

Wenn ein Benutzer auf verschiedenen Rechnern arbeiten kann, erwartet er selbstverständlich, daß nicht nur seine Betriebssystem-spezifischen Einstellungen (etwa die Farbe von Fensterrahmen) mitwandern, sondern auch alle anwendungsorientierten Einstellungen, etwa die Liste der zuletzt geöffneten Dokumente in einer Textverarbeitung. Dies funktioniert natürlich nur dann problemlos, wenn die betreffende Software dem System einwandfrei mitteilt, wo denn die benutzerspezifischen Daten gespeichert sind. Das Betriebssystem ist nicht in der Lage, etwa Einstellungen aus einer Ini-Datei automatisch als benutzerspezifisch zu erkennen und bei Bedarf auf jeden anderen Rechner zu kopieren, an dem sich der Benutzer gerade einloggt.

Eine der große Herausforderungen für Software-Entwickler stellt daher zukünftig die strikte Aufteilung aller Daten dar, die von einer Anwendung verwaltet werden. Bei heutiger Software herrscht häufig ein Durcheinander, ein unerfreuliches Beispiel sind Benutzerdaten, die im Verzeichnis der Programmdateien abgespeichert sind. In Zukunft muß Entwicklern dagegen klar sein, daß es folgende Klassen von Informationen gibt, die getrennt verwaltet werden müssen:

Benutzerdaten werden vom Benutzer angelegt und von ihm in einem benutzerspezifischen Verzeichnis verwaltet. Bei Windows 2000 ist hierfür der Ordner "My Documents" geplant, der physikalisch unter einem benutzerspezifischen Namen angelegt ist, beispielsweise D:

Docs

Schmidt für den Benutzer Schmidt. Das gleiche Verzeichnis kann dann auch auf dem Server existieren und stets ein Duplikat dieser Daten beinhalten.

Benutzereinstellungen müssen in der Registrierungsdatenbank unter "Current User" programmspezifisch abgelegt sein und können von dort ebenfalls auf andere Rechner im Netzwerk über den Server kopiert werden.

Systemspezifische Einstellungen einer Anwendung gelten dagegen ausschließlich für den lokalen Computer, auf dem die Software ausgeführt wird. Solche Daten werden in der Registrierungsdatenbank unter "Local Machine" abgespeichert; darunter könnte beispielsweise die Information fallen, welche Schriftarten installiert sind, oder Vorgaben, wo ein Fenster für die konkret vorliegende Bildschirmgröße angezeigt werden soll. Solche Information wird niemals auf einen anderen Rechner übertragen.

Häufig greifen Programme auf physikalische Parameter des lokalen Systems zu und speichern diese dann unter den Benutzerdaten. Darunter fällt beispielsweise der vollständige Ordnername inklusive Laufwerksbuchstabe für zuletzt geöffnete Dokumente. Solche Daten führen unter Umständen auf einem anderen Computer zu Problemen, wenn dort das Dokument an einem anderen Platz abgelegt wurde - beispielsweise auf dem ersten PC unter D:

Docs

Schmidt

Texte, auf einem anderen vielleicht unter C:

Benutzerdateien

Schmidt

Texte. Korrekt ist dagegen, die Daten unter [BenutzerSchmidt]

Texte abzulegen, wobei der erste Teil des Ordnernamens über eine Systemfunktion ermittelt wird. Das gleiche gilt unter anderem für die Adressierung systemspezifischer Daten, etwa Schriftarten. Sie sollten relativ zum verwendeten Windows- Verzeichnis angesprochen werden, wozu beispielsweise die Umgebungsvariable "SystemRoot" beitragen kann.

Bis alle heute verfügbaren Programme so umgeschrieben sind, daß sie die genannten Datentypen sauber trennen können, werden vermutlich viele Jahre vergehen. Zahlreiche moderne Softwarepakete speichern beispielsweise benutzerspezifische Einstellungen in der Registrierungsdatenbank unter "Local Machine" oder gar noch wie unter Windows 3.1 in Ini-Dateien.

Mit der Zusammenstellung von MSI-Dateien allein ist es also für Entwickler von zeitgemäßen Windows-2000-Anwendungen nicht getan: Sie werden unter Umständen große Teile ihrer Software umschreiben müssen, damit auch diese die vielen Vorteile und Möglichkeiten einer Installation unter Windows 2000 nutzen kann und sich zudem für Multiuser-Umgebungen und das Roaming eignet.