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14.09.2001 - 

Konkurs in letzter Minute abgewendet

Divine kauft deutsche Marchfirst GmbH

MÜNCHEN (CW) - Das Software- und Serviceunternehmen Divine hat die Reste der deutschen Marchfirst-Tochter gekauft. Nachdem Anfang August das Insolvenzverfahren gegen den deutschen Internet-Dienstleister eröffnet wurde, mussten Filialen geschlossen und Mitarbeiter entlassen werden. Künftig wird die deutsche Divine GmbH Büros in München und Hamburg unterhalten.

Divine erwirbt einen Großteil der vorhandenen Vermögenswerte der Marchfirst GmbH sowie das Recht auf Fortführung der Geschäftstätigkeiten mit den bestehenden Kunden, heißt es in der offiziellen Stellungnahme des Unternehmens. Die deutsche Insolvenzordnung sieht die Möglichkeit einer übertragenen Sanierung vor, erklärt Thomas Notemann, Sprecher der deutschen Geschäftsführung von Divine. Das heißt, dass nicht der Rechtsträger an sich, sondern die Inhalte der Firma verkauft werden. Die Gläubigerversammlung der ehemaligen Marchfirst GmbH hat den Vertrag bereits freigegeben. Zum Kaufpreis wollten sich die beteiligten Parteien nicht äußern.

Mit dem Kaufangebot von Divine konnte der Konkurs in letzter Minute abgewendet werden. Nachdem sich bis Ende Juli kein Investor gefunden hatte, musste Anfang August das Insolvenzverfahren eröffnet werden, erklärt Notemann. Im Rahmen der folgenden Restrukturierung wurde die Zahl der Mitarbeiter von ehemals 340 auf 140 reduziert. Von den fünf Büros blieben nur die Filialen in Hamburg und München.

Kontakte zur US-amerikanischen Divine-Zentrale in Chicago gab es bereits seit Frühjahr 2001, erzählt der Sprecher. Divine hat in Nordamerika 18 Niederlassungen des gescheiterten Marchfirst-Konzerns übernommen. Nach der Restrukturierung wuchs das Interesse von Divine an der deutschen Marchfirst-Filiale. Konkrete Vertragverhandlungen begannen Mitte August.

Im Rahmen der Neuordnung fokussierte der Dienstleister die Bereiche Marketing und Technologie. Der Geschäftsbereich Consulting, auf den der ehemalige Geschäftsführer Wolfgang Zillessen gesetzt hatte, wurde geschlossen. Die entsprechenden Mitarbeiter wanderten zu anderen Unternehmen ab. So übernahm beispielsweise IBM Global Services 14 Marchfirst-Berater.

Der Schwerpunkt des künftigen Geschäfts soll auf elektronischen Marketing-Lösungen für Unternehmen liegen, sagt Notemann. Dieses Modell wird durch den ebenfalls stark technikgetriebenen Fokus der US-Mutter gestützt. Mit den bestehenden Kunden habe man auch in den zurückliegenden Monaten trotz der angespannten Marktsituation und des Insolvenzantrags gute Geschäfte machen können. Trotzdem müssten jetzt Neukunden gewonnen werden, was aus der Insolvenzsituation heraus nicht einfach war, räumt Notemann ein. Hier böten sich durch die internationale Aufstellung von Divine neue Chancen.