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05.08.1988 - 

Preissenkungen bei Endgeräten zwischen 15 und 25 Prozent

DIW: Fernmeldeliberalisierung birgt Risiken

BERLIN (vwd) - Auf die Schattenseiten des "EG-Grünbuchs" wies jüngst das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hin. Im Zuge einer Liberalisierung des europäischen Fernmeldewesens sieht die Berliner Organisation das Preisgefüge bei Endgeräten und das Innovationsverhalten der Anbieter ins Sehwanken geraten.

In seiner "Lage-Beurteilung" erklärte das DIW, Preissenkungen in der Größenordnung von 15 bis 25 Prozent am Endgerätemarkt hätten eine erhebliche Umstrukturierung bei der Herstellerindustrie zur Folge. Leidtragende davon seien insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die derzeit durch die nationale Beschaffungs- und Zulassungspolitik vor dem internationalen Wettbewerb geschützt würden. Gleichzeitig dürften aber der Preisrückgang und die wegen der höheren Innovationsgeschwindigkeit kürzeren Abschreibungszeiten zu einer Vergrößerung des Marktvolumens führen. Die von der Kommission vorgesehene Öffnung der Beschaffungsmärkte, verbunden mit einer Intensivierung der Standardisierungsbemühungen, könnte nach Ansicht des DIW bewirken, daß sich die im Bereich Vermittlungs- und Übertragungstechnik laufende Umstrukturierung und Rationalisierung verschärft.

Das Wirtschaftsinstitut prognostizierte außerdem, die Zahl der verbleibenden europäischen Hersteller gehe weiter zurück, während große US-amerikanische Unternehmen und japanische Anbieter wie AT&T, Northern Telecom, NED und Fujitsu in den Markt eindringen könnten.

Die noch verbleibenden Preisunterschiede auf dem Fernmeldegerätemarkt seien auch Ausdruck einer Industriepolitik, bei der die heimische Industrie zu verstärkten nationalen F+E- Aufwendungen und zur Produktion im Inland angehalten wurde. Eine Neuorientierung der Fernmeldeindustrie erfordere deshalb auch behutsames Vorgehen, damit die noch verbleibenden Unternehmen regional so verteilt sind, daß das nationale Produktions- und Produktwissen zur Unterstützung der Fernmeldeunternehmen und -anwender erhalten bleibt.