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12.07.1991 - 

Frequenzen bis 20 Gigahertz möglich

DLR erschließt neue Wege für die Satellitenkommunikation

KÖLN (CW) - Das Institut für Nachrichtentechnik der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) mit Aufgabenschwerpunkt im Bereich satellitengestützter digitaler Funksysteme feierte am 4. Juni dieses Jahres sein 25jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß gibt die DLR im folgenden Kurzbericht einen Überblick über ihre Arbeit.

Im Zuge der stürmischen Entwicklung bei kommerziellen Nachrichtensatelliten seit Mitte der sechziger Jahre zeigte sich, daß sich die ursprünglich für interplanetare Raumsonden entwickelten Verfahren der Nachrichtenübertragung mit großem Erfolg auch für die Nutzung auf der Erde verwenden lassen. Durch den Einsatz dieser Verfahren, insbesondere der fehlerkorrigierenden Codierung, eignet sich die Satellitentechnik auch für den Einsatz in Verkehrsmittel wie Schiffen, Landfahrzeugen und Flugzeugen.

Ein großer Erfolg des Instituts war die weltweite Einführung des DLR-Seenotrufsystems 1990 durch die internationale Organisation für den Satelliten-Seefunk. Zusätzliche Schwerpunkte der Forschung liegen in einer Verbesserung der Führung und Sicherung von Langstreckenflügen mit Hilfe des digitalen Satellitenfunks - mit dem Ziel, Treibstoff zu sparen und die Umwelt zu schonen. Zusätzlich hat sich die DLR vorgenommen, theoretische Grundlagen zur Bereitstellung von Fernsprechund Datendiensten für Passagiere sowie die innerbetriebliche Kommunikation der Fluggesellschaften zu erarbeiten.

Die Frequenzen werden knapper

Auch im Landmobilfunk geht es um Fragen der Verkehrslenkung. Hier beteiligt sich das Institut an dem Eureka-Projekt Prometheus und an dem EG-Projekt Drive. Beide Vorhaben zielen auf die Erhöhung der Sicherheit und Effektivität des Straßenverkehrs durch den Einsatz moderner Kommunikationsmittel. Ein weiteres Eureka-Projekt ist dem digitalen Tonrundfunk und dabei insbesondere dem Stereorundfunk in CD-Qualität gewidmet.

Es gibt immer mehr Nachrichtensatelliten, wodurch die verfügbaren Frequenzen immer knapper werden. Die DLR versucht daher, Frequenzen oberhalb von 20 Gigahertz zu erschließen - einen Bereich, wo sich bislang atmosphärische Einflüsse äußerst störend bemerkbar machen.

Die 1966 noch unter dem Namen "Institut für Satellitenelektronik" gegründete Einrichtung hatte für die 1974 gestartete Sonnensonde Helios ein Übertragungssystem konzipiert, das die sichere Datenübermittlung zur Erde bis zu einer Entfernung von 300 Millionen Kilometern sicherstellt. Nun knüpft das Institut an diese erfolgreiche Tradition an: Jüngster Forschungsbereich ist die optische Kommunikation im Weltraum. Zukünftige Raumstationen bedürfen effektiver Nachrichtenverbindungen, um Millionen von Daten in Sekundenschnelle übertragen zu können.

Da im All keine atmosphärischen Störungen mehr auftreten, konzentrieren sich die Wissenschaftler der DLR auf eine bislang noch unerprobte Zukunftstechnologie, nämlich die optische Nachrichtenübertragung per Laser.