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29.11.1996 - 

Kommunikation mit dem Oracle-Management gesucht

DOAG-Tagung war mehr als ein nettes Beisammensein

Harmonie herrschte bei der Abendveranstaltung. "Oh, mein Oracle, ich bin dein Sklave - du mein Debakel, du meine Strafe", lautete der Refrain eines Couplets, mit dem ein gemischter Chor aus Oracle-Mitarbeitern und DOAG-Mitgliedern die fast 600 Kongreßteilnehmer in der Nürnberger Meistersingerhalle unterhielt.

Die Differenzen waren zuvor bei der Question&Answer-Sitzung auf den Tisch gekommen. Beispielsweise machten die Kunden einmal mehr ihrem Unmut darüber Luft, daß der "CASE Designer/Forms Generator" fehlerbehaftet sei. Das deutsche Oracle-Management führte als Entschuldigung ins Feld, daß die Entwickler beim Übergang von "CASE 5.1" auf "Designer 2000" erstmals Windows und die Microsoft Foundation Classes adressiert hätten. Daß es dabei viel Neues zu lernen gab, habe dazu geführt, "daß die ersten Versionen ein bißchen instabil gewesen sind ". Die Verantwortlichen hätten sich jedoch die Fehlermeldungen zu Herzen genommen und versuchten nun, bei der Version 2.0 "aus den Erfahrungen zu lernen".

Eine schon häufiger vorgetragene Anregung wurde auch auf der diesjährigen DOAG-Versammlung laut: Birgitta Krüger vom Forschungszentrum Jülich forderte Oracle erneut auf, mit dem Datenbank-Management-System auch die Erweiterungen des "SQL-92"-Standards zu unterstützen, insbesondere die Funktion "Update Cascade".

Wie das DOAG-Vorstandsmitglied Gerd Wassermann erläuterte, wird diese Forderung allerdings nur von Anwendern unterstützt, die beim Einsatz der relationalen Technik ziemlich weit vorangeschritten sind. Oracle vertröstete die Entwicklerin denn auch auf künftige Versionen des SQL-Standards.

Zum Streitobjekt geriet die seit Mitte dieses Jahres gültige Preisgestaltung des Software-Anbieters. Einige Anwender monierten, daß sie aufgrund der Concurrent-User-basierten Nutzungsgebühren deutlich mehr zahlen müßten als bei einer maschinenabhängigen Entwicklerlizenz. Doch das Oracle-Management verteidigte sein Preismodell als eine Vereinfachung der bis dahin gültigen unübersichtlichen Preisstruktur.

Eine Enttäuschung erlebten die Konferenzteilnehmer, die gehofft hatten, in Nürnberg etwas über die künftige Oracle-Version 8 erfahren zu können. Schwarz auf weiß angekündigt, wurde der Herstellervortrag zu diesem Thema kurzerhand gestrichen. Auch die Präsentation der Entwicklungsumgebung "Sedona" fiel aus.

Wie der deutsche Oracle-Geschäftsführer Franz Niedermaier einräumte, "haben sich die Dinge etwas verschoben". Auf gut deutsch: Weder Oracle 8 noch Sedona werden in diesem Jahr angekündigt.

Weiter ungeklärt ist, wer Niedermaiers Nachfolge antreten wird. Der deutsche Geschäftsführer würde eigenen Angaben zufolge lieber heute als morgen sein Amt zur Verfügung stellen. Aber der frischgebackene Europa-Vorstand Pier Carlo Falotti konnte sich bislang nicht für einen neuen Deutschland-Chef entscheiden.

Offenbar besteht die Schwierigkeit darin, einen General Manager zu finden, der einerseits die Verantwortung für Umsätze in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Mark tragen will und sich andererseits mit den Befugnissen eines Vertriebschefs zufriedengibt: Aufgrund der neuen Oracle-Struktur hängt der künftige Geschäftsführer nämlich stärker vom europäischen Management ab, als Niedermaier das tat (siehe CW Nr. 33 vom 16. Oktober 1996, Seite 5: "Oracle schwächt die Macht der Geschäftsführer").