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09.04.2004 - 

Investoren wollen Kasse machen

Doc Morris ist zu verkaufen

MÜNCHEN (qua) - Der als "Internet-Apotheke" bekannt gewordene Arzneimitteversand 0800DocMorris N.V. wird mehrheitlich in neue Hände übergehen. Wie Unternehmensgründer und CEO Ralf Däinghaus bestätigte, bieten die Beteiligungsgesellschaften 3i und Technonord ihre jeweils ein Drittel betragenden Anteile zum Verkauf an.

Die Venture-Capital-Geber wollen ihre Einlagen offenbar vergolden, nachdem der im niederländischen Landgraaf ansässige Versandhändler eigenen Angaben zufolge seit Oktober vergangenen Jahres jeden Monat schwarze Zahlen schreibt. Er profitiert vor allem von der am 1. Januar in Kraft getretenen Gesundheitsreform. "Sie hilft uns an allen Ecken und Enden", freut sich Däinghaus. Beispielsweise verschaffe sie ihm eine attraktivere Marge als bisher: Statt eines prozentualen Anteils am Verkaufspreis erhalte Doc Morris jetzt 8,10 Euro pro Medikament.

Zudem treibt die obligatorische Selbstbeteiligung von bis zu zehn Euro pro Verschreibung dem Arzneimittel-Discounter die Versicherten in die Arme: Doc Morris erlässt ihnen die Hälfte der jeweiligen Zuzahlung. Rund 125000 Neukunden habe er seit dem Jahreswechsel gewonnen, so Däinghaus. Last, but not least erteilte der Europäische Gerichtshof im vergangenen November dem Versandhandel mit Medikamenten quasi seinen Segen, als er die vom Deutschen Apothekerverband angestrengte einstweilige Verfügung gegen diese Vertriebsform ablehnte.

Der Umsatz des ersten Quartals liege mit 30 Millionen Euro bereits bei drei Fünfteln der Jahreseinnahmen für 2003, so Däinghaus weiter. 2004 wolle Doc Morris "aus eigener Kraft" 140 Millionen Euro umsetzen. Mit Hilfe eines finanzstarken Investors könnte es durchaus ein bisschen mehr sein, deutet er an. Allein den deutschen Markt für Versandapotheken schätzt Däinghaus auf zwei bis drei Milliarden Euro.

Ansonsten werde sich der Verkauf von zwei Dritteln der Unternehmensanteile nicht auf seine Strategie auswirken, versichert der geschäftstüchtige Querdenker. Däinghaus und andere Mitglieder der Unternehmensführung halten das restliche Drittel des Unternehmens. Eigenen Angaben zufolge hat der Geschäftsführer auch keinerlei Absicht, seine Anteile zu veräußern oder das Ruder aus der Hand zu geben.

Mit "mehr als einer Hand voll" möglicher Investoren laufe bereits die Due Diligence, verrät der Chief Executive. Namen wollte er nicht nennen, sagte aber, dass sein Geschäftsmodell drei Gruppen von Investoren anziehen dürfte: den Pharmagroßhandel - insbesondere ausländische Unternehmen, die den deutschen Markt erobern wollten - sowie klassische Versand- und Filialhandelsunternehmen, um in das lukrative Arzneimittelgeschäft einzusteigen. Daneben sei Doc Morris nach wie vor auch für Finanzinvestoren ein gutes Geschäft.