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Holsten Brauerei implementiert Standardkostenrechnung:


25.03.1977 - 

Doch, die Information kann keiner lesen

NÜTZSCHAU - "Arbeitskräfte gespart - Kostenverständnis in den Fachabteilungen geweckt - entscheidend höherer Informationsgrad", so sieht der Abteilungsleiter "Betriebswirtschaft" Diplomkaufmann Andreas Rost bei der Holsten Brauerei, Nützschau, die Erfolgsbilanz nach Einführung des Standard-Kostenrechnungssystems SKR der Organisationspartner GmbH, Bad Oldesloe. Die Hamburger Bierbrauer hatten sich Ende 1975 nach vergeblichen Anstrengungen mit dem "IBM-Standard" (Rost: "Einfaches Listprogramm, das die Kostenträgerrechnung vergewaltigt") für SKR entschließen.

Auschlaggebend dafür waren - so Rost - das betriebswirtschaftliche Konzept der flexiblen Standardkosten-rechnung; die Möglichkeit, mit Stammsteuerungen ohne Programmänderungen unsere branchenspezifischen Anforderungen abzudecken sowie der hohe Freiheitsgrad in der Konzeption der Kostenträgerstufenrechnung. Das SKR-System ist modularer Bestandteil des Softwarepaketes "Gewinnplanungsrechnung". Dieses vom BMFT mit 480000 Mark aus dem 2. DV-Programm geförderte "Ertragsplanungs- und -kontrollsystem" besteht aus den Bausteinen "Datenübernahme, Prüfung und Abstimmung (DPA), "Flexible Standardkostenrechnung (SKR)" mit den Teilsystemen Kostenstellenrechnung und Kostenträgerrechnung, "Deckungsbeitragsrechnung (DBR)" mit den Teilsystemen DBR nach Verantwortungsbereichen (DBV) und nach Artikeln/Sortimenten (DBA) sowie "Betriebsergebnisrechnung (BER)". Mit einem Entwicklungsaufwand von 20 Mannjahren wurde das Gesamtpaket in zwei Versionen (ANS-COBOL = 40 Programme, RPG II = 61 Programme) Ende 1976 fertiggestellt.

Die Übernahme des SKR-Bausteins bei der Holsten Brauerei verlief - so Rost - problemlos, da sie durch ein Benutzerhandbuch als Bestandteil der Systemdokumentation geregelt ist: "Schwierigkeiten gab es allerdings bei der Kostenträgerrechnung, da dort durch unternehmensspezifische Auslegungen von der Standardlösung abgegangen werden mußte."

"Durch die Installation eines Testn(...)danten mit geringem, aber realistischem Dateninhalt wurden die Probleme aber sicher abgefangen", berichtet der Holsten-Controller. Bei der EDV-Einführung wurden Schnittstellen zu angrenzenden Bereichen definiert und Daten aus folgenden Gebieten übernommen.- Finanzbuchhaltung (Kienzle Magnetkontensystem mit Lochstreifenausgabe), Fakturierung (integrierte , Finanzbuchhaltungssoftwäre IFB von IBM mit Magnetbandausgabe), Lohn und Gehalt (eigene Programme mit Magnetbandausgabe) sowie Fuhrpark (Informationssystem für den wirtschaftlichen Fahrzeugeinsatz FIS von SCS mit Magnetbandausgabe).

Auf der Ausgabeseite des SKR-Systems wurde unter den vielen möglichen Listen eine Auswahl getroffen. "Dennoch wird bei den hochgesteckten Erwartungen an den Informationsgrad und bei unserer Betriebsgröße der komplette monatliche Papierberg zirka 1 Meter hoch", stöhnt Rost. Er, sieht das Hauptproblem bei der EDV-Übernahme vor allem in dem großen Datenanfall. Allein die Kostenstellenistabrechnung hatte ein monatliches Datenvolumen von zirka 50000 Bewegungssätzen zu verarbeiten. Als im Juli 1976 die Kostenträgeristabrechnung dazukam, wurden es sogar 200000. "Das führte für die gesamte SKR-Abrechnung zu Verweilzeiten von zirka 12 Stunden auf einer IBM 370/145 im DOS/VS", schildert der Holsten-Controller die Umstellungsschwierigkeiten. Aber auch diese Probleme wurden gemeistert: "Durch ein Datenverdichtungsprogramm mit frei bestimmbarem Verdichtungsgrad und durch eine zufällig zur selben Zeit erfolgte Umkonfigurierung auf eine 370/158 konnte die Gesamtlaufzeit auf zirka 7 Stunden gesenkt werden."

Durch die Komplexität des Gesamtsystems und das hohe theoretische Niveau der betriebswirtschaftlichen Konzeption bringe die SKR-Einführung auch personelle Probleme: "Der Anwender braucht für den Einsatz des Systems einen akademisch vorgebildeten Betriebswirtschaftler - auch wir werden wohl erst in 4 bis 5 Jahren alle Möglichkeiten des SKR ausschöpfen können", resümiert Rost.