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Doch nix mit AIX?

28.10.1988

Das Unix-Imperium schlägt zurück. Von Angst vor der OSF keine Spur. Unisys, NCR & Co. wollen Unix - oder gar nix. Die OSF besteht ihrerseits hartnäckig auf IBMs AIX als Betriebssystem-Plattform. Ein Herstellerkrieg scheint unvermeidlich: Ausgang ungewiß.

Ja, wenn es nach den Kontrahenten ginge, die Berichterstattung müßte so blutrünstig ausfallen. Doch wenn alles nur Theater wäre? Schlechtes übrigens. Schmiere, oder wie es auf Neudeutsch heißt: Soap opera, Seifenoper. Einiges spricht dafür.

Den Unix-Apologeten ist das noch am wenigsten anzulasten. Sie haben in die Entwicklung von portabler Software auf Unix-Basis eine Menge Geld und Gehirnschmalz gesteckt und sehen jetzt (Beispiel Sun) den Return-on-Investment anlaufen. Hier haben wir ein handfestes Motiv. Eine Unix-Freilizenz aber dem, der nachweisen kann, wofür die OSF-Sponsoren bei der Gründung der Open Software Foundation gewesen sind.

Die IBM deklariert die AS/400 als strategisches Produkt - ohne AIX. DEC, HP und Apollo dürften kaum auf AIX gewartet haben. Bleiben die Europäer Siemens, Nixdorf und Bull: Open-Systems-Mitstreiter, gewiß - aber in der Sache ohne Fortüne. Vor allem: In Europa stellt sich die Frage nach AIX gar nicht mehr, ist Unix in der Nicht-IBM-Welt als Industriestandard für Midrange-Rechner und Mehrplatzsysteme längst etabliert.

Wenn aber die AIX-Karte nicht sticht, was wird dann aus der OSF? Nun, einige Sponsoren (Nixdorf, Bull) geben für die OSF-Promotion mehr Geld aus, als sie mit offenen Systemen verdienen, nur um im Markt den Eindruck zu erwecken, daß ihre Proprietary-Position noch ungefährdet sei. Man weiß ja, wohin das führt.

Die Büromesse lebt

Einer DV-Fachzeitung steht es nicht zu, über Messen und deren Besucher zu richten. Doch was ist dran an Veranstaltungen wie zum Beispiel der Kölner Orgatechnik, daß sie sich vor Schaulustigen kaum retten können?

Klar: Mit ihren Büro-Exponaten (von der Vorzimmer-Rufumschaltung bis zum Chef-PC) spricht die Orgatechnik den mittelständischen Entscheider an. Der kommt und staunt und wundert sich. Und die einschlägigen Aussteller (MDT) reiben sich ob des enormen Besucherandrangs die Hände. Der Messerummel ist hausgemacht, das Chaos geplant. So what!

Nicht, daß es uns egal wäre, wie es um die Lösungskompetenz der Anbieter bestellt ist, aber als Korrektiv für die kleinen und mittleren Anwenderfirmen gab und gibt es die "DATEVs". Will sagen: Das Problem "Mittelstands-DV" ist fast so alt wie der Mittelstand. Zuständig sind Berater, Händler und Service-Unternehmen, die sich in dem Metier auskennen. Zuständig, was die Ausstellungsseite betrifft, wäre die regionale Bürofachmesse, die gute alte "Büfa".

Die klassische Büfa hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung verloren (warum eigentlich?). Es lebe die Westmesse Orgatechnik! Neu ist, daß die IBM den "DATEVs" beim Mittelstand in die Quere kommt. Und da wird man wohl noch fragen dürfen, wie es um die Lösungskompetenz der DV-Hersteller bestellt ist.