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12.05.1989 - 

US- Kontrollbehörde moniert fehlende Erfolgskontrolle:

DoD mit Ada-Projekten unter Beschuß

12.05.1989

WASHINGTON, D.C. (IDG) - Neun Jahre, nachdem das Pentagon Ada als Programmiersprache eingeführt hat, gibt es immer noch keine aussagefähige und empirische Untersuchung, die Hilfestellung bei der Kontrolle der explodierenden Kosten für Softwareentwicklung und -wartung liefert. Eine Regierungsprüfstelle geht mit dem Ada-Projekt hart ins Gericht.

Das Problem, so umschreibt es das US-amerikanische General Accounting Office (GAO), liege darin, daß das amerikanische Verteidigungsministerium (Department of Defense; DoD) keine Möglichkeit habe, die Kosten oder Einsparungen seiner Ada Softwareinitiative zu dokumentieren. Ironischerweise, so schreibt Computerworld, können die Ada-Kosten nur geschätzt werden, wenn sie durch den Einsatz einer anderen Programmiersprache relativiert würden.

Wie das GAO berichtet, besitzt das DoD kein vollständiges Inventurverzeichnis der Ada-Projekte und könne deshalb die Ada-spezifischen Kosten nicht von anderen Systemkosten trennen. Auch über die langfristig auftretenden Auswirkungen gebe es keine Aussagen seitens des Verteidigungsministeriums, so die Kritik der GAO.

Eine Überprüfung der GAO von 100 Ada Projekten ergab, das sich 77 mit der Erstellung von Anwendungen befaßten. Während allerdings die Kosten insgesamt 74 Milliarden Dollar betrugen, ist der Ada-spezifische Anteil auch hier nicht abzuschätzen.

Das Department of Defense weist die Vorwürfe der GAO zurück. Es sei bisher nicht üblich gewesen, die Kosten für Projekte in einer komplexen Programmiersprache explizit auszuweisen. Die Vorzüge von Ada würden sich erst im Laufe der Zeit im Rahmen des Software-Lebenszyklusses herauskristallisieren und sind im Zusammenhang damit zu sehen, daß Ada nicht nur eine Programmiersprache sei, sondern auch der Entwicklung neuer Software-Engineering Methoden diene. Es sei unrealistisch, in kurzer Zeit Daten zu erwarten, da viele der DoD-Projekte eine Laufzeit von 20 Jahren und mehr hätten.

Die GAO indes kritisierte auch einige technische Aspekte des Ada-Einsatzes, die vor allem in vergangenen Zeiten den Einsatz dieser Sprache behindert hätten. So sei zwar die Verfügbarkeit von Compilern jetzt kein Problem mehr für die meisten militärischen Anwendungen, aber dennoch hätte die Navy einen eigenen Compiler entwickeln müssen. Die DoD-Validierung bestätige zwar, daß der Compiler den Sprachstandards entspreche, gebe jedoch keinerlei Aussage über Geschwindigkeit oder Effizienz.

Ada arbeite darüber hinaus zwar in Echtzeitanwendungen - für kritische Echtzeitanwendungen aber, die sehr schnelles oder eng kontrolliertes Processing verlangen, eigne sich die Sprache allerdings weniger gut. So könne es durchaus zu lang dauern, bis der Code von einer Aufgabe zur nächsten schalte. Einige Experten sind der Überzeugung, daß Verbesserungen der Effizienz und der Timing-Kontrolle von einer Änderung der Standards abhängig seien, während andere davon ausgehen, daß Verbesserungen von erweiterten Compilern und Runtime-Vorschriften abhingen.

Ein Konsens fehle auch noch bei der Frage der Verbindung von Ada-Programmen mit DBMS-Systemen, die sich des SQL-Standards bedienen. Bisher scheint es nur über eine Änderung von Ada oder SQL möglich zu sein.