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05.11.1976 - 

"Franzosen besitzen die längste Erfahrung"

Dokumentationspool mit Generierungsfunktionen

MÜNCHEN - "Die Einführung wird ein Prozeß über Jahre hinweg", glaubt H. Hirsch von der bei Siemens intern für Software-Engineerung und Rationaliserung der Programmierung zuständigen Abteilung SVS. Hier wurde vor einem Jahr zum ersten Mal in der Bundesrepublik BYBLOS installiert, das vom französischen Softwarehaus Sligos entwickelte System zur Dokumentation von Organisationsabläufen und Programmen. "Bisher sind wir sehr zufrieden", erklärt Hirsch. "Wir haben uns für BYBLOS entschieden, weil unserer Meinung nach die Franzosen über die längste Erfahrung auf diesem Sektor verfügen und weil am Markt nichts Vergleichbares angeboten wurde."

Eine Nachdokumentation vorhandener Programme ist bei Siemens vorerst allerdings nicht geplant. Hirsch: "Das wäre eine immense Arbeit. So etwas lohnt sich nur bei sehr wartungsintensiven Programmen, bei denen viele Änderungen zu erwarten sind." Die Siemens-Männer sind zunächst damit beschäftigt, das ursprünglich batch-orientierte System echt dialogfähig zu machen und außerdem das "Verfahren und die Methoden, die dahinterstecken" zu dokumentieren: "Das Programm selbst ist gut dokumentiert - aber die Grundprinzipien sind den BYBLOS-Leuten seit Jahren so geläufig, daß sie nicht festgehalten wurden." (Hirsch)

BYBLOS besteht aus Datenbank, Lexikon, Abfrage- und Änderungsfunktionen sowie Generierungsfunktionen. Es ist primär für die Dokumentation kommerzieller Verfahren sowie in COBOL geschriebener Anwendungssoftware gedacht.

Die Struktur der Datenbank ist fest vorgegeben. Sie nimmt als "Artikel" bezeichnete logische Sätze auf - die 13 zugelassenen Artikelarten sind a priori definiert. Es gibt fünf Artikelarten zur Beschreibung organisatorischer Abläufe, je drei Artikelarten (das "Element" ist ihnen gemeinsam) zur Beschreibung der Daten aus organisatorischer sowie DV-technischer Sicht und drei Artikelarten zur Beschreibung der DV-technischen Verarbeitungsprozesse (vergleiche Abbildung). Die Artikelarten können hierarchisch, entsprechend der Benutzung (Beispiel: ein Modul benutzt eine Datei) sowie assoziativ (Beispiel: ein Modul entspricht einer logischen Einheit) verknüpft werden.

Die Datenbank läßt sich nach verschiedenen Gesichtspunkten abfragen:

1. Um durch Eingabe eines Begriffes das entsprechende Datenelement zu finden.

2. Zur sequentiellen Suche nach Satzarten etc. - um beispielsweise

Listen der Programme, Modulen oder Sätze auszugeben.

3. Zum Durchsuchen "von unten nach oben", um Auswirkungen von Änderungen erkennen zu können.

4. Zum Durchsuchen "von oben nach unten", um Beschreibungen von Teilbereichen zu erstellen.

5. Zum Durchsuchen von zwei bis 24 beliebigen Ausgangspunkten gleicher Ebene (zum Beispiel Softmodule), um Schnittstellen zu bestimmen.

Außerdem können die in der Datenbank gespeicherten Informationen benutzt werden, um Teile eines Quellprogramms in ANS-Cobol zu generieren. Vollständig generiert werden Identification, Environment und Date Decision, ferner die Open-Entry- und Call-Befehle der Procedure Division. Um einheitliche Benennung der Daten sicherzustellen, führt BYBLOS intern ein "Datenlexikon", das wahlweise in Englisch, Französisch oder Deutsch geführt werden kann und sich den individuellen Bedürfnissen entsprechend erweitern läßt. BYBLOS Anwender Hirsch: "Das dauert, bis wir das in unserem Konzern an den letzten Programmierer herangebracht haben."