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06.03.1987 - 

Böblinger Manager stimmen lautes Klagelied über internationale Finanzpolitik an:

Dollarkurs vermasselt deutscher HP die Bilanz

BÖBLINGEN (ujf) - Während die Hewlett-Packard GmbH beim Geschäft mit amerikanischen Computern weitgehend vom Dollarkurs profitierte, mußte sie bei den in Deutschland für den Export hergestellten Produkten - hauptsächlich meß- und medizinische Instrumente - zubuttern. So sank der Umsatz, doch der Gewinn stieg.

Die Geschäftsleitung der Böblinger HP GmbH ist verärgert über die Bundesregierung und die Bundesbank. Die für die Geldpolitik Verantwortlichen hätten nichts gegen die Schußfahrt des Dollar getan. Ein halbwegs stabiler Kurs, fast egal auf welchem Niveau, sei für ein exportorientiertes Unternehmen immer noch besser zu bewältigen als derart extreme Schwankungen.

Nach dem allgemeinpolitischen Prolog, der zur vorbeugenden Rechtfertigung eines weniger erfreulichen Jahresergebnisses diente, kamen die HP-Manager zur Sache: Ein "kräftiges Mengenwachstum" habe einen Rückgang des Konzernumsatzes um fünf Prozent auf 2,46 Milliarden Mark nicht verhindern können. Die DM-Umsatzkurve der Böblinger zeigt zum ersten Mal einen Knick nach unten. Deshalb muß der Deutschland-Umsatz auf Dollarbasis herhalten, um den Trend ins Positive zu wenden: In der US-Währung gerechnet, hätten die Einnahmen 25 Prozent zugelegt, bemühte sich HPs oberster GmbH-Geschäftsführer Eberhard Knoblauch den schlechten Eindruck zu korrigieren.

Über den genauen Deutschland Umsatz mit DV-Produkten indes mögen, die HP-Manager nichts sagen. Nur über den Auftragseingang lassen sie sich aus: Für 734 Millionen Mark hätten die bundesrepublikanischen Anwender im Geschäftsjahr 1986 (31. Oktober) Computer und Peripheriegeräte geordert; dies entspreche einer Steigerung um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Sprecher des in Bad Homburg ansässigen Unternehmensbereichs Datenverarbeitung, Ernst von Glasow, bestätigte jedoch gegenüber der COMPUTERWOCHE, daß der tatsächliche Umsatz nur bei gut 700 Millionen Mark gelegen habe. Die Steigerungsrate habe in etwa der des Auftragseingangs entsprochen. Insgesamt setzte HP in der Bundesrepublik 1,16 Milliarden Mark um.

Der dickste Brocken in der Bilanz entfällt bei der GmbH traditionell auf den Export. Die ausgeführten HP-Produkte mit "Made in Germany"-Aufkleber trugen im vergangenen Jahr nur noch 53 (1985: 59) Prozent zum Gesamtergebnis bei - Folge des schwachen Dollars und der daraus resultierenden Verteuerung der deutschen Waren im Ausland.

Geschäftsführungsmitglied Heinz Fischer stellte bei der Präsentation der Bilanz Währungsgewinne und -verluste gegenüber; seien in den sonstigen Erträgen von 56 Millionen Mark rund 25 Millionen aus Kursgeschäften enthalten, belaufe sich der korrespondierende Verlust bei den Sonstigen Aufwendungen auf 33 Millionen Mark. Trotz des negativen Effekts des Dollarverfalls stieg 1986 der ausgewiesene Gewinn - der freilich von der konzerninternen Verrechnung abhängt- an, und zwar um sechs Prozent auf 149,6 Millionen Mark.

Die US-Mutter veröffentlichte mittlerweile ihre Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 1987; in den USA mußte HP demnach einen Umsatzrückgang um zwei Prozent hinnehmen, während das internationale Geschäft auf Dollarbasis um 23 Prozent anzog. Berücksichtigt man die Kursveränderungen gegenüber den Währungen des Europäischen Währungssystems und dem japanischen Yen, bedeutet die Wachstumsrate eigentlich eine Stagnation.