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15.05.1987 - 

DBMS-Politik von Big Blue verunsichert viele Kunden:

Doppelgleisiger Ansatz ist oft der beste Weg

Im Datenbank-Bereich stehen viele EBM-Kunden zwischen zwei-Feuern: IMS und DB2, Die DBMS-Politik des Marktführers macht diesen Anwendern eine Entscheidung nicht leichter. Eine doppelgleisige Strategie fährt oft am besten zum Ziel. William Inmon* kommentierte in der Computerworld die Situation.

Vor nicht allzu langer Zeit propagierte die IBM eine "Doppelte Datenbank" als bestmöglichen Weg in die DBMS-Zukunft; "IMS/DB2" hieß die Devise. Dabei war das ältere der beiden Produkte, IMS, für den Produktionsbereich gedacht. DB2 - deklariert als benutzerfreundlich, flexibel, relational, produktiv, nichtprozedural und last but not least als Schritt in Richtung der Extended Architecture - sollte den Endbenutzer im Decision-Support-Bereich unterstützen.

Marktführer verändert seine Strategie

Nach der Freigabe von DB2 Release 2 änderte Big Blue diese Strategie grundlegend: In der neuen Version bot das Produkt dem Anwender eine wesentlich bessere Performance. Und IBM entdeckte plötzlich, daß sich das Datenbank-Management-System angesichts dieser Tatsache auch in der Produktion einsetzen lasse. Die DV-Welt atmete auf, endlich von der Bürde der doppelgleisigen Datenbankführung befreit zu sein, und DB2 wurde, als Antwort auf alle Probleme der Anwender gehandelt.

Just in diesem Moment spielte Digital Equipment - zumindest im Midrange-Bereich - eine Reihe von Trumpfkarten aus und kratzte am Image des Blauen Riesen. Als Reaktion brachte der Marktführer die 9370 auf den Markt und wollte die Anwender glauben machen, daß eine VM-basierte 9370 als Midrange-Lösung gelten könne.

Zusammen mit VM auf der 9370-Ebene wird SQL/DS vermerktet. Abteilungsleiter und Analysten, so die Aussage der IBM, bekommen hiermit ein Werkzeug an die Hand, das ihnen vor allem im Decision-Support-Bereich die volle Leistung ihrer DV-Systeme erschließt. Von einer doppelgleisigen Datenbank-Strategie ist kaum noch die Rede.

Indes: Gleichsam durch die Hintertür schleicht sich genau dieser Ansatz doch wieder ins Geschehen ein, und zwar in Form einer Kopplung der DB2-Umgebung für die Produktion mit einem 9370-VM-SQL/DS-Environment auf Abteilungsebene. Nur gilt das Ganze in diesem Fall als "chic", da die Verpackung und Terminologie eine andere ist. Außerdem braucht Big Blue eine Wunderwaffe gegen den lästigen Konkurrenten Digital Equipment.

Bei diesem Gerangel um Marktanteile werden leider sehr oft zwei entscheidende Tatsachen vergessen. Zum einen besteht ein gravierender Unterschied zwischen einer "doppelgleisigen Datenbank" und doppelgleisigen Datenbank-Management-Systemen. Zum anderen läßt sich die komplexe Welt der Informationsverarbeitung in den 80er und 90er Jahren nur mit Hilfe von gut durchdachten Datenarchitekturen in den Griff bekommen. Und genau hier bietet die Arbeit mit zwei verschiedenen Datenbank-Umgebungen einen guten Ansatzpunkt.

Stärken verschiedener Systeme ergänzen einander

Für fast alle Unternehmen ist es heute von essentielles Bedeutung, den Umgang mit Daten diszipliniert und strukturiert zu handhaben. Paradebeispiele hierfür sind Anwendungen im Bankbereich sowie Reservierungs- und Fertigungskontrollsysteme. Den Kontrapunkt zu dieser Denkweise setzen Systeme für die Demographie- und Trendanalyse sowie Ad-hoc-Reports. Hier werden Daten unstrukturiert im "Freihandverfahren" verwendet.

Die Befürworter einer auf ein einzelnes Datenbank-Management-System ausgerichteten Strategie üblicherweise Anbieter - preisen natürlich die Power ihrer Produkte an. Mit einem einzigen Super-System, so heißt es immer wieder, ließen sich alle Anwenderprobleme meistern. Die Realität sieht jedoch anders aus. Der Einsatz mehrerer DBMS-Produkte, die ihre ganz individuellen Stärken und Schwächen haben, führt oft weitaus besser zum Ziel. Denn ein Datenbank-Management-System, das es allen Leuten zu jeder Zeit und in jedem Fall recht macht, kann in seiner Gesamtheit bestenfalls mittelmäßig sein.

* William Inmon ist Geschäftsführer der American Management Systems, Lakewood/ Colorado, USA.