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23.04.1999 - 

Was wurde eigentlich aus...?

Doppelter Standard in Baden-Württemberg

MÜNCHEN (ua) - Baden-Württembergische Kommunen und Landkreise dürfen wählen - zwischen zwei Standardsoftware-Paketen und zwischen kameralistischer und doppelter Buchführung. Die Datenzentrale Baden-Württemberg (DZ) hat die integrierte Software für die Belange der öffentlichen Hand des Landes vorbereitet.

"Wir sind heftig mit der Einführung der Pilotanwendungen beschäftigt", erläutert Karl Tramer, Vorstandsvorsitzender der DZ, den Stand der Dinge. Im Herbst 1997 hatte sich die Datenzentrale entschlossen, den Städten und Gemeinden mit insgesamt 20000 Endanwendern zwei Standardprodukte anzubieten: das komplexe "R/3 Industry Solution- Public Sector" der SAP AG sowie "K-IRP", das von der RWE-Tochter IFS GmbH, Köln, stammt.

Die Produkte, die jeweils Finanz- und Anlagenbuchhaltung, Materialwirtschaft sowie Kosten- und Leistungsrechnung abdecken, lösen bis zum Jahr 2005 eine Altanwendung ab, die dann über 30 Jahre im Einsatz war. Insgesamt sollen 1111 Kommunen und 35 Landkreise mit der Standardsoftware arbeiten. Die Bedürfnisse großer Städte unterscheiden sich jedoch von denen kleiner Gemeinden, so daß von vornherein ausgeschlossen schien, daß ein Paket sämtliche Bedürfnisse befriedigend abdecken könnte.

Trotzdem gab es Kritik an der Strategie aus den Reihen der Endanwender. Sie fürchteten erhöhte Kosten. Zwar steigen die Aufwendungen für die Lizenz- und Wartungskosten für die Produkte nicht, sehr wohl aber der Personalaufwand, da zwei Lösungen von zwei Teams gepflegt werden müssen.

Inzwischen zeichne sich jedoch ab, so Tramer, daß sich jeweils etwa die Hälfte der Kommunen für das eine oder das andere Software-Produkt entscheidet. Das ist auch bei den Pilotanwendern so: R/3-IS-PS führt Stuttgart, Massenbachhausen, Tübingen und der Rhein-Neckar-Kreis ein, die Gemeinde Erolzheim, die Städte Schrammberg und Kornwestheim sowie das Landratsamt Waldshut-Tiengen setzen die Alternative ein. Die ersten Projekte sollen im Sommer dieses Jahres abgeschlossen sein. Die daraus gewonnenen Erfahrungen will die DZ zu einem Konzept ausbauen, mit dem sich die Verbreitung in der Fläche möglichst effektiv gestalten läßt.

Allerdings probiert noch kein Amt die doppelte Buchführung aus. Diese käme in Frage, wenn eine Gemeinde Dienstleistungen in privatwirtschaftlich geführte Betriebe auslagert.