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07.08.1981 - 

Flughafen-Projekt läuft mit Tandem-Hardware - Siemens-Datenverarbeiter draußen:

Dornier gewinnt Frankfurter Airport-Poker

FRANKFURT (ha) - Das Projekt "Zentrales Informationssystem Info 80" für den Frankfurter Flughafen geht an Dornier System Friedrichshafen. Dies entschied jetzt der Aufsichtsrat der Flughafen Frankfurt Main AG (FAG). Die komplette Hardware soll die Tandem Computer GmbH liefern. Als "großer Verlierer" beim Millionen-Deal mit der FAG gilt die Siemens AG, die beim Münchner Flughafenkontrakt - mit Spekulation auf einen Anschlußauftrag in der Rhein-Main-Metropole - Preis-Zugeständnisse gemacht haben soll.

Die FAG hatte Mitte letzten Jahres zur Verwirklichung ihres neuen Informationssystems die Lieferung der Basis-Ausstattung für ein Gepäcksystem, die Leitung der Fracht, der Fluggäste und des Flugeinsatzes ausgeschrieben. "Info 80" soll das bisher eingesetzte "Info 78" ablösen, das auf zwei Siemens-Rechnern 4004/151 und drei weiteren 404/6 basiert. Die Siemens-Verkaufscrew hatte beim FAG-Geschäft zunächst die besten Karten. Nicht nur, daß neben "Info 78" die Verwaltungsrechner aus dem Perlacher Lager stammen, auch seien "einschlägige politische Kontakte", so ein FAG-Kenner, zu den Airport-Bossen vorhanden.

Zu Beginn der Verhandlungen waren neben Dornier und Siemens noch Honeywell, Univac und IBM im Ren(...). Honeywell stieg nach dem Mißerfolg im Münchner Flughafen-Projekt vorzeitig aus, und IBM empfand "das ist nicht unser Markt". Gerangel am Schluß gab es dann nur noch zwischen den "Luftfahrt-Experten" Univac und Dornier sowie der Siemens AG.

Die FAG-Entscheidung für Dornier dürfte vor allem Siemens hart getroffen haben. Immerhin spekulierten die Münchner nach dem "Prestige- Projekt" Flughafen München (die Airport-Manager handelten allein die Hardware auf zehn Millionen Mark herunter), daß ein Zuschlag in Frankfurt die hohen Entwicklungskosten verteilen würde (siehe CW Nr. 47 vom 21. 11. 1980).

Das Frankfurter Flughafen-Projekt soll sich Dornier-Angaben zufolge über insgesamt drei Jahre erstrecken. Ein Teil des Systems werde zunächst in Frankfurt, ein weiterer in Friedrichshafen für die Programmentwicklung stehen. Anfang 1984 sollen beide Abschnitte in Frankfurt implementiert werden.

Über Auftragsvolumen, Entscheidungs-Hintergründe oder Gesamtkonzeption ließen die Beteiligten bisher noch nichts verlauten. Dazu Jozka Nebuchal, einer der Verantwortlichen im Info 80-Projekt: "Wir äußern uns erst, wenn alles konzeptionell durchdacht und der Vertrag unterschrieben ist."