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17.09.1993 - 

Management-System meldet Fehler automatisch

Dortmunder Stadtwerke bauen auf zentrale Telecom-Struktur

Je besser die Belieferung der Buerger Dortmunds mit Trinkwasser, Erdgas, Fernwaerme sowie der oeffentliche Personennahverkehr funktioniert, desto groesser ist der aktive Beitrag zur Oekologie. Die Dortmunder Stadtwerke AG hat unter anderem auch deshalb versucht, ueber eine neue Kommunikations- Infrastruktur ihrer 3000 Mitarbeiter die Abwicklung der internen und externen Kommunikation zu verbessern. Jochen Ewe* beschreibt in diesem Beitrag die neue Kommunikationsstruktur der Dortmunder Stadtwerke. Ende 1989 begannen die Verantwortlichen der Dortmunder Stadtwerke mit der Planung eines einheitlichen, integrierten, von mehreren Konsolen aus steuerbaren und ISDN-faehigen Kommunikationsverbunds. Noch ehe die Entscheidung ueber den TK- Anlagenlieferanten endgueltig gefallen war, erkundigten sich die Dortmunder Stadtwerke laut Bernhard Casper, Leiter der Dienststelle Kommunikationstechnik, bei Spezialanbietern nach einem adaequaten Netzwerk-Management-System. Casper: "Es kam uns darauf an, von jeder TK-Anlage aus bei jeder anderen TK-Anlage steuernd eingreifen zu koennen. "In Vorgespraechen hatten die Dortmunder mit dem SNI-Vertriebspartner Steinmayr GmbH vereinbart, alle den TK-Anlagenverbund betreffenden Daten in eine gemeinsame Datenbasis einzubringen. Die administrativen Taetigkeiten im Anlagenverbund, darunter Konfigurierung, Netzwerksverwaltung, Gebuehrendatenverarbeitung, automatisches Telefonbuch etc. sollten nicht auf separate Datenbestaende zugreifen muessen. Server steuert und ueberwacht TK-Anlagen Systeme dieses Zuschnitts arbeiten erfahrungsgemaess nur dann wirtschaftlich, wenn alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind - im konkreten Fall der Siemens-Hicom-Anlagenverbund, der zentrale MX500-Server von SNI und die Steinmayr-Toolbox Safnet. Dabei fungiert der Server als dedizierter Steuer- und Ueberwachungsknoten fuer die neuen TK- Anlagen und uebernimmt dabei auch die zentrale Pflege der Teilnehmerdaten und den Datenaustausch mit dem Host-Computer der Stadtwerke. Der TK-Anlagenverbund der Stadtwerke umfasst acht Hicom- Kommunikationssysteme, die durch fuenf remote Switch-Anlagen ergaenzt werden. Die acht PBX-Systeme sind ueber S2M-Strecken zum Teil miteinander verbunden. Der MX-Server unterhaelt zu jeder TK- Anlage drei Modemstrecken: eine fuer das Bedienterminal, eine fuer einen Drucker und eine weitere als Direktverbindung zur Hicom- Anlage. Bei diesen Modemstrecken handelt es sich um private, permanent aktive Leitungen der Stadtwerke. "Solche feststehenden Strecken sind gerade in Stoerungsfaellen von Vorteil, weil dann im Gegensatz zu Waehlverbindungen die TK-Anlagen weiterhin remote angesprochen werden koennen", erklaert Casper. Normalerweise sind TK-Anlagen nur von ihrem jeweiligen Bedienterminal aus konfigurierbar. Die Dortmunder Stadtwerke aber haben sich mit der Installation des zentralen Servers die Moeglichkeit geschaffen, von jeder PBX aus via Server jede andere PBX im Netz anzusprechen. Dies bedeutet: Der Benutzer, der die Berechtigung besitzt, kann erstens jedes Bedienterminal der MX500 als Bedienterminal fuer jede andere TK-Anlage verwenden. Die Hinzunahme eines neuen Teilnehmers in einer der Hicom-Anlagen ist sofort allen anderen TK-Anlagen mitteilbar. Zweitens ist mit dem Server-Konzept das Beheben bestimmter Betriebsstoerungen, die das gleichzeitige Einschalten beider davon betroffenen Kommunikationssysteme erfordern (Doppel- Setup), spuerbar vereinfacht worden. Das gleiche gilt fuer das Ueberpruefen der Auswirkungen von Parameteraenderungen. Ferner koennen jetzt Batch-Jobs jederzeit an einzelne oder mehrere Anlagen gesendet werden. Als Parameter bekommt ein Batch-Job neben der Anlagennummer auch die Startzeit mitgegeben, so dass sich Jobs erledigen lassen, die erst zu einem spaeteren Zeitpunkt - meist in der verkehrsarmen Zeit - abgearbeitet werden. Die oben aufgefuehrten Hauptpunkte machen deutlich: Durch das zentrale Server-Konzept werden Rundreisen von TK-Anlage zu TK-Anlage - in Dortmund waeren dies jedesmal ueber 100 Kilometer - weitestgehend ueberfluessig. Das in Safnet integrierte und auf dem Server implementierte Kabelnetz-Verwaltungssystem unterstuetzt die Dortmunder Stadtwerke beim Management ihres weit ueber 1000 Kilometer langen Netzes aus Erd- und Inhouse-Kabeln. Es besteht aus physikalisch-technisch hoechst unterschiedlichen Telefonleitungen, Brandmeldeleitungen, Uhrenleitungen etc. und aus ebenso vielen Verteilern, Endgeraeten etc. Auch die Integration der Datenleitungen in das Management-System ist angedacht. Sobald Steinmayr die Arbeiten an einem neuen interaktiven Grafikpaket, das die Eigenheiten von LANs und WANs, Token Ring und FDDI beruecksichtigt, abgeschlossen hat, wollen die Dortmunder ueber die Implementierung dieses Features in das Netz-Management entscheiden. Das neue Paket wird neben der datenbankgestuetzten Kabelnetzverwaltung aus einem zugekauften, auf Netzverwaltung spezialisierten CAD-Paket bestehen. Fuer den Empfang und die Auswertung der von den Hicom-Systemen bereitgestellten Betriebsdaten verwenden die Dortmunder Stadtwerke diverse Safnet- Module. Eine Stoerungsstatistik wertet die von den Hicom-Anlagen produzierten und normalerweise nur vor Ort ausgegebenen Betriebsdaten aus und sortiert sie nach Fehlerarten, Zeitpunkt oder Wichtigkeit des jeweiligen Vorfalls. Ausserdem unterrichtet das System die jeweils zustaendige Stelle im Fehlerfall. Die Gebuehrendaten werden, soweit sie dienstlicher Natur sind, vom entsprechenden Safnet-Modul auf dem Server aufbereitet, ausgewertet und ausgedruckt. Soweit es sich um Privatgespraeche handelt, leitet die Software diese Daten an das Personalwirtschaftssystem auf dem Host weiter. Gesammelt werden die Gebuehrendaten teils am Stadtwerke-Standort Stadtgarten (im Batch-Verfahren waehrend der verkehrsarmen Zeit), teils am Hauptstandort Deggingstrasse (Datenabruf im Echtzeitbetrieb). Um eine rasche und korrekte Weiterleitung ankommender Anrufe sicherzustellen, haben die Stadtwerke vier Vermittlungsplaetze eingerichtet. Die Vermittlung geschieht unter Zugriff auf "Safnet. ATB", das automatische Telefonbuch. Ist der richtige Telefonpartner gefunden, wird die betreffende Hicom-Anlage direkt vom Vermittlungsplatz aus angewaehlt. Zu den weiteren Einsatzvarianten der Informationstechnik, die die Dortmunder Stadtwerke zur Steuerung ihres Kommunikationsverbundes nutzen, gehoert seit neuestem auch die automatische Verkehrsmessung. Sie ist in Anbetracht der 90 ISDN-Kanaele, mit denen das Stadtwerke- Netz am Telekom-Netz angeschlossen ist, fuer die Wirtschaftlichkeit des Systembetriebs von grosser Bedeutung.

Jochen Ewe ist freier Journalist in Flintsbach am Inn.