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31.10.1975 - 

System-3-Verfahren für 370115 angebracht

,,DOS ist mittelalterlich und kann verbessert werden"

BIBERACH - "Unserer Meinung nach ist das DOS/VS-Betriebssystem mittelalterlich im Vergleich zu den Möglichkeiten, die IBM beim System 3 bietet", erklärt man beim Rechenzentrum EDV-Habel GmbH & Co in Biberach. "Wir waren nicht bereit, diesen Rückschritt zu akzeptieren, als wir vom System 3 (Modell 10) auf eine 370/115 umstellten. '' Besonders störend empfanden die Biberacher, daß beim DOS/VS kein Retain-Parameter mehr existierte, keine maschinelle Speicherplatzrechnung und -Belegung möglich ist und die Job-Ströme sehr aufwendig wurden.

Unter Leitung des 34jährigen Firmenchefs Otmar W. Habel wurde in dem 15-Mann-Betrieb mit einem Aufwand von vier Mann-Monaten (einschließlich vieler Überstunden) eine Software entwickelt, um auf der 370 einen System-3-ähnlichen Job-Strom fahren zu können.

Günstigster Speicherplatz automatisch errechnet

"Unser Programm sichert Dateien aufgrund eines Verarbeitungsstandes und nicht aufgrund eines Datums", berichtet die Firma. Es rechnet sich aufgrund der Block-Satzlänge und Anzahl der Sätze den günstigsten Speicherplatz, berücksichtigt bei IS-Dateien aufgrund der angegebenen Überlaufspuren die richtige Größe, achtet darauf, daß IS bei Zylinderanfang und -Ende aufhört und legt den Zylinderinex möglichst günstig."

Das Programm vergrößert auch Bereiche, wenn sie zu klein werden, und zwar nur durch eine einfache Steuerkarte. In keinem Job-Strom muß der neue Bereich angegeben werden. Falls der alte Platz für den geänderten Bereich nicht ausreicht, wird automatisch auf einem anderen günstigen Platz dieser Bereich vergrößert angelegt

Für Sort-Job nur 2 Karten

Das sequentielle ADD aus dem /3 Betriebssystem wird nachvollzogen, die Übernahme der Job-Ströme erfolgt maschinell. Für einen Sort-Job müssen lediglich 2 Lochkarten eingegeben werden: Die eine beinhaltet den Namen der Ausgabedatei, die andere Karte entspricht der DOS/VS Sort-Karte. Aufgrund der Größe der angegebenen Dateien errechnet sich das Programm den benötigten Arbeitsbereich und legt - falls ein Bereich nicht reicht - so viele Bereiche an bis die gewünschte Größe in der Summe erreicht wird.

Im Job-Strom wird ersichtlich, ob die angesprochene Datei als Input, Output, Update oder ADD-Datei verwendet wird (wichtig für Wiederholungen). Die Dateien sind völlig gesichert, weil Lochfehler in der Bereichsangabe oder Rechenfehler bei der Speicherbelegung nicht vorkommen können. Außerdem reorganisiert das Programm durch eine einfache Steuerkarte jede IS-Datei. Ebenfalls durch Steuerkarte können beliebigt Kombinationen von Dateien oder jede Datei einzeln auf Band gesichert und vom Band wieder zurückgeschrieben werden. Zusätzlich erhält das Rechenzentrum noch Auflistungen über alle momentan aktiven Dateien, sortiert, entweder nach Belegung oder nach Kunden, und eine Liste aller vorhandenen und in den Programmen angesprochenen Dateien mit Aufschlüsselungen, in welchen Job-Strömen und bei welchen Programmen diese Dateien angesprochen werden (wichtig für Änderungen).

80 Prozent weniger Arbeit

Die Programmierarbeit zahlte sich aus: "Wir müssen nur noch 20 bis 25 Prozent der Karten und 5 Prozent der Spalten lochen, die beim reinen DOS/ VS-Betrieb nötig wären", berichtet H. Stümpfig vom Rechenzentrum Habel ,,Durch optimale Speichernutzung kommen wir mit zwei 70-MB-Platten aus. Tests und Sonderarbeiten gehen sehr schnell, weil Job-Ströme erstellt werden, ohne lange zu überlegen, wo diese Bereiche angelegt werden können. Unser Gesamtaufwand - bezogen auf das Betriebsystem - beträgt nur noch 20 Prozent der Zeit, die für DOS/VS nötig gewesen wäre. "Wer vor ähnlichen Problemen steht, kann mit Otmar W. Habel verhandeln: die Firma wäre bereit, das Programm auch zu verkaufen.