Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

10.10.1986 - 

Eine neue Betriebssystemgeneration steht bei Microsoft ins Haus:

DOS-Kompatibilitäts-Tests bei US-Anwendern

REDMOND (CWN) - Die ersten Vorab-Versionen der neuen Betriebssystem-Generation von Microsoft werden derzeit bei ausgewählten Software-Entwicklern weitläufigen Tests unterzogen - dies wurde nun durch die Aussage des Microsoft-Präsidenten Jon Shirley publik. Was auch feststeht: "Wir haben für das Kind noch keinen Namen - ob das 5.0 oder DOS Plus steht noch in den Sternen", so Shirley.

Obwohl von offizieller Seite bei Microsoft bisher nur Dementis über das Vorhandensein beziehungsweise den vorläufigen Praxistest einer neuen Betriebssystemversion abgegeben wurden, tauchten immer wieder Zweifel darüber auf, ob die US-Softwareschmiede nicht tatsächlich entsprechende Beta-Test-Versionen an einen kleinen Anwenderkreis geliefert hatte. Die Bestätigung hierfür kam dann vor kurzem, als Microsoft-Chef Jon Shirley in einem Interview gegenüber der Computerworld zugab, daß gleichwohl einige dieser Pakete zum Testen bei ausgewählten Anwendern seien. Zudem gab er einige Features preis, mit denen der User bei dieser neuen Version rechnen könne. Allerdings wurde im gleichen Atemzug eingeräumt, daß "der Entwicklungserfolg noch ein ganzes Stück von der Zielvorstellung entfernt" liege.

Was allerdings bis jetzt als hieb- und stichfest gelten dürfte, ist die Tatsache, daß bei der Entwicklung der neuen DOS-Generation eine Vielzahl von Software-Entwicklern ein gewichtiges Mitspracherecht hat. So lieferte Microsoft gewissermaßen das "Gerüst" des Betriebssystems und ließ die Entwickler entsprechend an die noch zu erforschenden Features heran. Einige dieser Applications Developer, die sowohl mit dem DOS von Microsoft als auch mit der IBM-Version arbeiten, ließen gegenüber der Computerworld verlauten, daß neben Microsoft auch Big Blue "drauf und dran ist, ein eigenes, neues PC-DOS zu entwickeln". Nach Aussage eines Spezialisten gibt es allerdings keine gravierenden Unterschiede zwischen beiden Paketen: "Das ist alles nahezu identisch."

Beide Unternehmen hatten im übrigen vor kurzem mitgeteilt, daß man in Richtung einer neuen Betriebssystem-Version zusammenarbeiten werde. Außer den Marktbeobachtern rechnet allerdings mittlerweile auch Microsoft-Boß Shirley mit der "wahrscheinlichen Verfügbarkeit des neuen DOS nicht mehr in diesem Jahr". Das lange Warten sei laut Shirley dann aber lohnend, da diese Version neben der Adressierbarkeit von maximal 16 MB Hauptspeicher im sogenannten Protected Mode beim 80286 auch die Features des neuen 80386 von Intel zum Leben erwecken soll. Dann wird es jedoch für die User von 8088- oder 8086-Maschinen endgültig ein "Zwei-Welten-System" bezüglich des DOS geben, da die AT- und 386-Releases auf diesen XT-Maschinen nicht mehr lauffähig sein werden.

Hauptziel der Entwickler sei nach Angaben von Microsoft insbesondere die baldige Verfügbarkeit von Multitasking, womit der neue Prozessor vom Durchsatz her effektiver genutzt werden könne. Eine separate Kommunikationseinrichtung wird bei der zukünftigen DOS-Version ebenfalls integriert sein. Nach Shirleys Worten könne der User vermutlich auch von einem Echtzeit-Kontroll-Feature profitieren, das ebenfalls die Möglichkeiten des Prozessors eher nutzbar macht und ausschöpft. In der jetzigen Phase werde primär - so Microsoft - von Software-Entwicklern geprüft, wie es um die Kompatibilität zu bestehenden Applikationen bestellt ist.