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12.01.2001 - 

Kolumne

Dotcoms sterben, E-Business bleibt

Heinrich Vaske - Chefredakteur CW

Eine "New Economy" gibt es nicht, das Internet ist auch nur ein Werkzeug, und das Dotcom-Sterben war abzusehen. Kommentare mit diesem Tenor schlugen uns zum Jahreswechsel aus den Wirtschaftsteilen der Tages- und Wochenzeitungen entgegen - oft von denselben Autoren verfasst, die noch zu Jahresbeginn der "Neuen Wirtschaft" das Wort geredet hatten. Nun schlägt das Pendel also zurück - und das ist gefährlicher als die übertriebene Aufbruchstimmung zuvor. Die Tatsache, dass sich viele Geschäftsideen im Web als nicht tragfähig erwiesen, Risikokapital-Geber den Geldhahn zudrehten und nun eine Pleitewelle durch die Dotcom-Szene rauscht, schadet auch der Glaubwürdigkeit der Business-to-Business-Märkte. Angesichts der instabilen Konjunktur stellen Unternehmen immer häufiger ihre E-Business-Projekte zurück. Früher wäre das nicht dramatisch gewesen: Investitionsaufschübe in der IT hat es immer gegeben. Heute betreffen die Projekte aber überwiegend den Front-Office-Bereich und versprechen massive Wettbewerbsvorteile. Es geht darum, mehr über den Kunden zu erfahren, Zulieferketten zu optimieren oder Ein- und Verkauf zu modernisieren. Wer es beispielsweise schafft, seine Einkaufskosten um nur zwei Prozent zu kürzen oder die Durchlaufzeiten für die Abwicklung eines Auftrages um zehn Prozent zu senken, wird seine Wettbewerber in Schwierigkeiten bringen. Das Produktivitätsparadoxon, an das sich alle schon gewöhnt hatten, ist in Zeiten des E-Business passé. Dabei sind die genannten Front-Office-Anwendungen erst der Anfang einer neuen Produktivitätswelle. Beispielsweise kann noch kaum ein Unternehmen Umsätze anhand aller verfügbaren Daten exakt planen, prognostizieren und optimale Profitmargen erzielen. Warum sonst gibt es so viele Gewinn- und Umsatzwarnungen an den Börsen, in denen Ist- und Soll-Zahlen eklatant voneinander abweichen? Entsprechende Softwarelösungen sind in Arbeit - vielleicht schlummern hier die künftigen SAPs und Siebels.

Die kommenden Aufgaben werden auf Basis einer modernen E-Business-Infrastruktur abgewickelt. Anwender sollten sich daher nicht durch die gegenwärtige Unruhe in der Internet-Szene davon abbringen lassen, die Modernisierung voranzutreiben und sich die neuen Chancen zu sichern.