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21.09.2001 - 

Nach den Terroranschlägen: Erster Handelstag an den US-Börsen

Dow Jones bricht ein - aber Panik blieb aus

MÜNCHEN (CW) - Der erste Handelstag nach dem Terroranschlag brachte der New Yorker Börse den erwarteten Einbruch. Auch die IT-Branche konnte sich dem Abwärtssog nicht entziehen. Allerdings hatten Analysten Schlimmeres erwartet.

Zwar erwischte es viele IT-Unternehmen eiskalt, nur wenige kamen mit einem blauen Auge davon. Trotz ihrer Verluste dürfen sich aber SAP, Cisco, Oracle und IBM zu den Gewinnern des Tages zählen. Spitzenreiter waren die Walldorfer, deren Kurs an der Nasdaq nur um ein Prozent nachgab - an der deutschen Börse verzeichnet die Company ein Plus von 2,3 Prozent. Die drei US-amerikanischen IT-Riesen schlossen den Börsenauftakt immerhin mit einem moderaten Minus von rund drei Prozent ab und verloren damit weniger als der Durchschnitt. Zum Vergleich: Der Dow Jones sackte um 7,1 und der Nasdaq-100-Index um rund acht Prozent ein.

Auch Sun Microsystems kam noch einmal knapp davon. Der Wert der Sun-Papiere sank lediglich um 4,2 Prozent, allerdings rutschte der Kurs von einer niedrigen Basis aus: Er fiel von 10,3 Dollar auf 9,8 Dollar. Schmerzhafter verlief der Aktienhandel für die Softwareanbieter Microsoft, Siebel und Peoplesoft. Die Aktie der Windows-Company büßte rund acht Prozent ihres Wertes ein und fiel von 57,5 auf 52,9 Dollar. Der Oracle-Konkurrent Peoplesoft musste einen Absturz um 14,3 Prozent hinnehmen und notiert nun bei einem Kurs von 24,9 Dollar. Übertroffen wurde das Minus noch von Siebel. Der Kurs des CRM-Spezialisten hatte sich nach einem Einbruch im April in den vergangenen Monaten etwas beruhigt und fiel nun mit einem Abschlag um 14,6 Prozent auf 16,7 Dollar unter den Wert vom Frühjahr zurück. Auch von der Hardwarefront gab es keine guten Nachrichten. Dell setzte seinen im August begonnenen Abwärtstrend fort und rutschte innerhalb des Tages von 22,5 auf 20,7 Prozent. Das gleiche Schicksal ereilte Hewlett-Packard. Die HP-Aktie verlor zehn Prozent ihres Wertes und knüpfte damit nahtlos an den bereits vor dem 11. September eingeleiteten Absturz an, der in direktem Zusammenhang mit den Fusionsplänen mit Compaq steht.

Auch wenn die Liste der Negativmeldungen problemlos erweitert werden kann, werten Marktbeobachter den Handelstag insgesamt positiv. "Normalerweise wäre die Reaktion an den Börsen ein absoluter Crash gewesen", sagte Andreas Zilch, Vice President vom Marktforschungsunternehmen Meta Group. Es sei zwar ein deutliches Minus zu verzeichnen gewesen, doch keine Panik. Zwar könne niemand sagen, wie die Entwicklung weitergehe, doch gerade für die IT-Industrie sei - allein durch das gestiegene Sicherheitsbedürfnis - mit einem positiven Effekt zu rechnen.

Laut Zilch hat das Zusammenspiel verschiedener - vor allem psychologischer - Faktoren zu dieser sanften Landung nach dem Desaster beigetragen. Zum einen habe die erzwungene Börsenpause die Gemüter beruhigt und sowohl professionelle wie auch private Anleger besonnen handeln lassen. Hinzu kam eine gute Portion Patriotismus. Auch die konzertierte Aktion der Zentralbanken trug ihren Teil zur Stabilisierung der Lage bei. Mit dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank Wim Duisenberg sowie seinen Länderkollegen aus der Schweiz, Kanada, Schweden und Japan folgte eine Reihe von Zentralbanken dem Beispiel von US-Notenbankchef Alan Greenspan und senkte die Leitzinsen. Außerdem bediente sich die US-Börsenaufsicht SEC erstmals einer Notfallklausel und erleichterte Firmen den Rückkauf eigener Aktien.