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Analysten erwarten drastischen Preisverfall im LAN-Markt

Downsizing und schnelle Netze sind die Trends der 90er Jahre

20.11.1992

MOUNTAIN VIEW (CW) - Jährliche Umsatzsteigerungen von 20 Prozent erwarten Analysten auf dem US-amerikanisehen PC-LAN-Markt. Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts Mirc, Mountain View, wird dabei das Marktvolumen von 6,4 Milliarden Dollar im Jahre 1991 auf 22 Milliarden Dollar bis 1998 wachsen.

Trotz dieses Wachstums müssen sich die Hersteller laut Mirc auf einen verschärften Wettbewerb einstellen: Die Preise werden der Studie zufolge im Vergleich zur restlichen Computerbranche überdurchschnittlich stark fallen. Außerdem sollten die Hersteller nach Meinung der Auguren wegen der zunehmenden Standardisierung der Netze mit Problemen beim Marketing ihrer Produkte rechnen, da die Kunden keine nennenswerten Unterschiede mehr feststellen könnten. Dies wird, glaubt man dem Marktreport, zu einer verstärkten. Kooperation der Hersteller in Entwicklung, Produktion und Vermarktung führen.

Generell sehen die Marktbeobachter für die 90er Jahre einen Haupttrend: starker Wachstum der Management-Netzwerke bei gleichzeitigem Downsizing der Minicomputer und Mainframes. Begleitend nehme die Netzabhängigkeit der Anwender zu, angefangen beim File- oder Drucker-Sharing bis hin zur Verwaltung der Ressourcen ganzer Betriebe.

Während die Auguren für den US-Markt eine gleichbleibend hohe Steigerungsrate prophezeien, weist eine Analyse der Weltmärkte das größte Wachstumspotential für den asiatischpazifischen Raum aus. Begründet wird dies damit, daß die dortigen Volkswirtschaften bisher entweder kein Geld für Mainframes und Minicomputer hatten - beispielsweise Indonesien oder Thailand - und nun in LANs investieren oder aber wie Südkorea oder Taiwan aus Imagegründen die neueste Technik erwerben. Aufgrund der komplexen Sprachen mit vielen verschiedenen Schriftzeichen liebäugeln diese Länder in der Regel mit 100-Mbit/s-FDDI-Netzen.

Untergliedert nach den einzelnen Netzbestandteilen, prognostizieren die kalifornischen Analysten das stärkste Wachsturn für den Bereich der Server und Adapterkarten. Bei Betriebssystemen und Kabeln rechnen die Forscher mit einer Nivellierung der Steigerungsraten.

Die Entwicklung im Server-Bereich prägen, so die Marktbeobachter, zwei Trends: zum einen die schneller werdenden Server mit höherer Taktgeschwindigkeit die eine Vergrößerung der bestehenden Netze ohne Einschränkungen erlauben, zum anderen der Trend zu Superservern, die das Downsizing bestehender Mainfrarne- und Minicomputer-Netze ermöglichen. Für den Bereich der Adapterkarten erwarten die Forscher Boards, die Übertragungsgeschwindigkeiten mit 100 Mbit/s auf Kupfernetzen er möglichen.

Auf der technischen Seite wird eine Entwicklung zu leichter installierbaren Produkten sowie programmierbaren Adapterkarten prophezeit. Neben der Zunahme der 100-Mbit/s-Netze sehen die Forscher noch große Veränderungen, bedingt durch neue Chips und Bus-Architekturen, im Bereich der Server kommen.

Der Studie zufolge entsteht Mitte der 90er ein neues Marktsegment: Adapterkarten für Notebooks und Laptops. Mirc rechnet damit, daß bis dahin 35 Prozent der PCs tragbare Minis sind, die ebenso an die LANs angebunden werden. Mit Blick auf die Wettbewerbssituation im PC-LAN-Markt analysiert Mirc drei verschiedene Herstellergruppen. Wichtige Player sind multinationale Konzerne wie IBM, DEC, HP, Compaq, Proteon oder Ungermann-Bass die mit ihren LAN-Produkten die breite Palette ihrer Computerangebote ergänzen. Diese Unternehmen werden, so die Auguren, von Herstellern herausgefordert, die erst kürzlich mit Spezialprodukten in den Markt eingestiegen sind. Darunter fallen Firmen wie Artisoft, Parallan oder Netframe Systems.

Als dritte Gruppe nennen die Beobachter Firmen wie Plusnet, die proprietäre Lösungen unterstützen und in Tests sie Standard-Netzlösungen leistungsmäßig

übertreffen, oder Silka, eine Sun-Division, die künftig Software für Multivendor-PC-LAN-Umgebungen vertreiben will. Zusammenfassend kommt Mirc zu dem Schluß, daß der LAN-Markt ständige Innovationen erfordert und die Hersteller deshalb unter Druck stehen, neue oder verbesserte Produkte zu präsentieren, wenn sie ihre Marktposition verteidigen wollen. (Eine weitere Studie von Mirc über Modems lesen Sie auf Seite 24)