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02.09.1994

Downsizing: Vorsicht bei kommerziellen Anwendungen Die Mineraloelbranche muss jetzt den IT-Guertel enger schnallen

FRAMINGHAM (IDG) - Internationale Oelmultis verordnen ihren DV- Abteilungen eine strenge Diaet. Von Prozessorientierung und Rueckbesinnung auf das Kerngeschaeft ist die Rede - gleichzeitig sollen jedoch die DV-Ausgaben drastisch sinken. Die Folge: Viele IT-Spezialisten stehen auf der Strasse.

"Die groesste Veraenderung, die sich zur Zeit im Oelgeschaeft abspielt, betrifft das Personal: Grosse IT-Mannschaften, die benoetigt wurden, um umfassende Anwendungssysteme zu schaffen und zu pflegen, werden abgebaut", beobachtet William Bartz. Der ehemalige Chevron-Manager und heutige Geschaeftsfuehrer der Petrotechnical Open Software Corp. weiss, wovon er spricht.

IT-Jobs in der Oelindustrie sind unsicherer denn je. Von den rund 10 000 Stellen, die in diesem Sommer bei den Oelmultis Texaco, Atlantic Richfield und Mobil Oil gestrichen worden sind, entfaellt ein betraechtlicher Anteil auf die DV-Abteilungen. Nicht besser erging es IT-Spezialisten der Konzerne Unocal, Los Angeles, und Amoco in Chikago - beide Unternehmen haben sich im Zuge der Reorganisation von DV-Personal getrennt.

Frueher waren die IT-Bereiche von Unocal und Amoco mit der Entwicklung und Pflege komplexer Mainframe-Anwendungen voll ausgelastet. Heute sorgen IT-Gruppen als verteilte Dienstleistungseinheiten fuer den Support und Service im gesamten Unternehmen.

Allerdings funktionieren die mobilen Einsatztruppen bei Amoco erst, seitdem eine zentrale Technologieabteilung geschaffen wurde, die unternehmensweite IT-Standards festlegt und deren Einhaltung ueberwacht. Zuvor regierte das Chaos, da jede groessere Abteilung mit einer eigenen unabhaengigen Supportmannschaft zusammenarbeitete, die ihre Entscheidungen individuell traf. Es fehlte an einer konzernweiten Abstimmung.

Verlagerung von Mainframe auf Client-Server-System

Fuer ein Teil-Outsourcing entschied sich der Zehn-Milliarden- Dollar-Konzern Unocal, der seine gesamte Netzbetreuung in fremde Haende legte. Die meisten der verbliebenen DV-Mitarbeiter fungieren heute als interne IT-Berater, die aehnlich wie bei Amoco den Fachabteilungen zugeordnet sind und sehr eng mit ihnen kooperieren.

Die Restrukturierung der grossen Oelkonzerne wirkt sich nicht nur auf die Personalsituation aus, sie fuehrt auch zu einer neuen IT- Infrastruktur in den Konzernen. Waehrend die Branche im Forschungs- und Produktionsbereich laengst auf offene Systeme setzt, vollzieht sie diesen Schritt bei der Migration kommerzieller Geschaeftsanwendungen vom Mainframe in die Workstation- oder PC- Welt nur langsam. "Die Eins-zu-eins-Abbildung komplexer Workloads ist ausserordentlich schwierig", berichtet Chevron-Manager Bob Washa.

Mit groesster Vorsicht ist Chevron daran gegangen, die Auslastung von drei Unix-Servern, auf denen Finanzapplikationen von SAP laufen, von 250 auf 550 Anwender zu erhoehen. "Wir wuerden nie verkuenden, dass wir in drei Jahren keinen Mainframe mehr benoetigen", gibt sich Washa zurueckhaltend. Gleichwohl liegt Chevron mit dieser Strategie voll im Trend, die eine Entlastung der Grossrechnerwelt und die Einfuehrung von Client-Server- Finanzapplikationen auf Basis relationaler Datenbanktechnik vorsieht.

Letztlich seien die Oelverarbeitungs- und -vermarktungsabteilungen weit vorsichtiger bei der Einfuehrung von Client-Server- und Unix- Loesungen als zuvor die Forschungsgruppen. Andersen-Berater Ed Wahtera schliesst nicht aus, dass diese Zurueckhaltung eines Tages bestraft werden koennte.