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02.04.1993 - 

Schnell, sicher und wirtschaftlich

DPD: Kommunikation mit den neuen Laendern via Satellit

Als 1990 die innerdeutschen Grenzen geoeffnet wurden, war es fuer den DPD eine logische Konsequenz, seine Dienstleistung in den neuen Bundeslaendern anzubieten. Die neuen Depots - wie die Paketan- und auslieferstellen genannt werden - mussten ebenso wie in Westdeutschland logistisch sinnvoll und flaechendeckend verteilt werden. Heute verfuegt das Unternehmen ueber 63 Niederlassungen im Bundesgebiet, zwoelf davon in Ostdeutschland.

Die notwendigen Lagerflaechen - zum Teil Hallen der ehemaligen LPGs - wurden schnell gefunden, befanden sich aber ausserhalb der grossen Zentren. Auch fehlte die fuer die umfassende Datenkommunikation notwendige terrestrische Infrastruktur. Einzige Moeglichkeit war der Einsatz der Satellitenkommunikation.

Als erster Betreiber eines privaten X.25-Netzes nach der Liberalisierung der Telekommunikation in Deutschland hat die Info AG im Mai 1990 erste Kommunikationsverbindungen via Satellit in das Gebiet der ehemaligen DDR eingerichtet. Basis ist das eigene X.25-Netz mit Uebertragungsraten von 9,6 Kbit/s bis 64 Kbit/s. Mit dem X.25-Protokoll steht der Netzwerkservice fuer alle gaengigen DV- Systeme (IBM, Siemens, Bull, DCE etc.offen. Die Uebertragungsgeschwindigkeit fuer den Anwender betraegt bis 64 Kbit/s.

Solange die Telekommunikations-Infrastruktur in den neuen Bundeslaendern noch kaum terrestrische Anbindungen erlaubt, ist die Satellitenkommunikation der einzige Weg, schnell, sicher und wirtschaftlich Datenkommunikation innerhalb Deutschlands zu betreiben. Der Kunde installiert an seinen Anschlussstellen kleine Satellitenantennen mit einem Durchmesser von zirka 1,8 Meter. Ueber eine zentrale Sende- und Empfangsstation wird die Verbindung zu den Info-Netzknoten hergestellt. Auf diese Weise lassen sich auch grosse Kundennetze mit mehreren Hundert Standorten versorgen. Mit sehr kurzer Vorbereitungszeit wurden bereits ab August 1990 Satellitenverbindungen ueber den Netzwerk-Service bereitgestellt.

Im Falle DPD ging es um die sofortige Realisierung eines Datenkommunikationsnetzes als Voraussetzung fuer die Markterschliessung. An den Aufbau einer eigenen Netzwerkloesung war unter diesen Bedingungen nicht zu denken. So entschied man sich nach einer Marktanalyse fuer den Hamburger Serviceanbieter, der sich bereits Satellitenkapazitaet gesichert hatte und sofort mit dem Aufbau beginnen konnte.

Dazu wurde an jedem Kundenstandort zunaechst die optimale Antennenposition ermittelt. Die moeglichst freie Sicht nach Sueden ist erforderlich, weil alle Satelliten auf einer geostationaeren Umlaufbahn in etwa 36 000 Kilometer Hoehe ueber dem Aequator kreisen. Die Antenne muss zudem einer Windlast von drei Tonnen standhalten.

Aufwendige Sonderkonstruktionen mit Betonfundamenten wurden erforderlich, wobei teilweise ungeklaerte Eigentumsverhaeltnisse Probleme aufwarfen.

Bei den eigentlichen Installationsarbeiten fand der Hamburger Dienstleister in den meisten Gebaeuden nur eine unzureichende Stromversorgung vor; so waren zum Beispiel vielerorts neue Kupferkabel und Verteiler noetig, das Antennenkabel musste oft recht umstaendlich, zum Beispiel an Aussenwaenden, in unterirdischen Kabelschaechten etc., verlegt werden.

Danach wurden die Antennen ausgemessen und auf die optimale Sende- und Empfangsposition ausgerichtet. Diese Arbeiten fuehrte damals noch die Deutsche Bundespost Telekom durch, da die Info AG in Kooperation mit der Berliner Firma Data Telemark erst im Oktober 1991 die Genehmigung fuer das "Rangen" der Antennen erhielt.

Gleichzeitig mit dem Aufbau der Outdoor Unit erfolgte im Gebaeude die Installation der Indoor Unit. Diese setzt die digitalen Daten vom X.25-Protokoll in das Protokoll der Satellitenuebertragung um.

Die letzte Phase der Installation betraf die Inbetriebnahme der Endgeraete bis hin zur Herstellung des fehlerfreien Datenaustauschs. Dabei ergaben sich gelegentlich Probleme mit der Adressengenerierung durch die Telekom.

Die Installationsarbeiten von der Erkundung der Standorte bis zur Inbetriebnahme der Antennen und der Endgeraete wurden fuer die ersten acht Standorte noch im August 1991 abgeschlossen. Heute arbeiten zwoelf Niederlassungen in den neuen Bundeslaendern ueber das Satellitennetz. So wie jedes Depot in Westdeutschland seine eigene Datendirektverbindung nach Unna hat, verfuegt jede Niederlassung in den neuen Bundeslaendern ueber eine eigene VSAT-Antenne.

Der Paketaufkleber des DPD ist die Basis fuer den "Paketlebenslauf", der alle Daten ueber den Weg des Paketes enthaelt. Jedes Depot verfuegt ueber mindestens zwei Rechner unter SCO Unix oder DOS mit folgenden Funktionen:

- Paketscheinverwaltung,

- Inlandsfakturierung,

- Exportabwicklung,

- Tourenplanung,

- Schadensabwicklung,

- Kaufhausabrechnung,

- Unternehmerabrechnung.

Die fuer die Abwicklung dieser Aufgaben notwendigen Daten werden vom Aufkleber per Scanner eingelesen und zur weiteren Bearbeitung auf den Depotrechner kopiert. Dieser Rechner wickelt die Datenuebertragung auf den zentralen Rechner - "Glaeserner DPD" genannt - ab und uebernimmt die weitere Verarbeitung im Depot.

Von den ueber 8000 Mitarbeitern des DPD arbeiten etwa 500 in den neuen Bundeslaendern. Die Datenmenge, die regelmaessig ueber Satellit geht, erreicht etwa 850 000 bis 1,2 Millionen Datensaetze, die zirka 8 bis 10 MB im Monat umfassen. Die Daten laufen von den Endgeraeten ueber die VSAT-Antenne und via Eutelsat zur Bodenstation, "Hub", nach Hameln. Von dort werden sie ueber den Netzknotenrechner der Info AG in ihr X.25-Netz bis zum Netzknotenrechner in Dortmund geroutet, wo eine Kundenleitung zum Zentralrechner des DPD nach Unna angeschlossen ist. Die Weiterverarbeitung erfolgt ueber die IBM AS/400 des DPD.

Benutzerservice fuer die Kommunikation

Fuer alle Netzverbindungen, die ueber den VSAT-Service aufgebaut werden, ist automatisch der Benutzerservice zustaendig. Im Performance-Management wird computergesteuert die optimale Netzauslastung gesichert, damit die vertraglich zugesicherten Antwortzeiten von 300 Millisekunden im X.25-Netz gewaehrleistet sind. Bei VSAT-Uebertragungen kommen technikbedingt Antwortzeiten von 1,2 bis 1,5 Sekunden hinzu.

Grosse Bedeutung hat das Fehler-Management. Dabei ist es fuer den Kunden unerheblich, ob der Fehler dem privaten Netzbetreiber oder der Telekom, die die Leitungen vermietet, zuzuschreiben ist. Funktionsprobleme muessen vom Benutzerservice schnellstens erkannt, diagnostiziert, gemeldet und vor allem behoben werden. Generell sind VSAT-Verbindungen jedoch noch weniger stoeranfaellig als terrestrische Verbindungen.

*Doris Jessen ist Pressesprecherin, Wolfgang Brockhaus Leiter Vertrieb bei der Info AG, Hamburg.

Der Deutsche Paket Dienst (DPD), seit 1986 Marktfuehrer unter den privaten Paketdiensten in Deutschland, befoerdert fuer gewerbliche Auftraggeber bis zu 500 000 Pakete taeglich im In- und Ausland. 1976 aus kleinsten Anfaengen entstanden, hat der DPD heute rund 40 000 Kunden, die er mit rund 8000 Mitarbeitern bedient. In der Hauptverwaltung Unna ist eine zentrale Datenbank installiert, an die alle Depots angeschlossen sind. Als Plattform dienen zwei AS/400-Systeme mit umfangreichen optischen Speichern (Jukeboxes) sowie RISC-Rechner. Komplexe Programme, fast ausschliesslich im eigenen Haus entwickelt, sorgen fuer einen reibungslosen Ablauf bei der Paketverfolgung (Auskunftssystem), bei der Archivierung der umfangreichen Transportdaten und bei der Verrechnung der Kundenauftraege.