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10.10.1997 - 

"Spezielle Internet-Virenscanner sind technologischer Unsinn"

Dr Solomon's setzt Hoffnung auf Dienstleistungs-Konzept

Nach der Akquisition von Central Point durch Symantec und Microsofts stillem Abschied von "Microsoft Antivirus" (MSAV) dreht sich das kommerzielle Geschäft mit Antiviren-Software nunmehr vor allem um drei ernstzunehmende Kontrahenten: McAfee, Symantec und Dr Solomon's.

"Im Moment ist McAfee die Nummer eins", läßt Frank Brandenburg, Geschäftsführer der deutschen Dr-Solomon's-Dependance aus Hamburg, keine Zweifel daran, mit wem sich das im Februar 1996 von Gründer Dr. Alan Solomon in Form eines Management-Buyouts verkaufte Unternehmen künftig messen will.

Dabei setzen die englischen Programmierer um CEO Geoff Leary einzig und allein auf die Karte Antivirus-Software. Anders als die US-Hersteller McAfee und Symantec, die sich neuerdings auch mit Netzwerkprodukten wie Firewalls, Internet-Security-Lösungen oder aber PC-Utilities hervortun, konzentriert sich Dr Solomon's künftig auf Kompetenz-Center sowie auf die Einführung einer Patch-Technologie für seine Antivirus-Produkte, gegen die man sich bislang gesträubt hatte.

Mit sogenannten Virus-Busters versucht der Anbieter sein Glück neuerdings auch im Beratungsgeschäft. Dabei handelt es sich um ein bundesweit aktives Expertenteam, das Kunden im Fall der Fälle vor Ort mit der Beseitigung von Viren helfen soll. Zwischen 30 und 40 solcher Busters sind nach Informationen des Dr-Solomon's-Managers in Deutschland geplant. Darüber hinaus soll eine neue Update-Politik für das Zugpferd "Antivirus Toolkit" und die Light-Version "Emergency Antivirus" das Interesse der Kunden erwecken. Nachdem Dr Solomon's aktuelle Updates registrierten Kunden bis dato ausschließlich per Post zukommen ließ, "wird es künftig eine dedizierte Mailbox geben, aus der sich neueste Virensignaturen herunterladen lassen", verspricht Brandenburg.

Doch während sich Dr Solomon's hinsichtlich der Update-Politik somit an etablierten Konzepten der Wettbewerber orientiert, bleiben spezielle Internet-Pakete ê la McAfee und Co. tabu. Antivirus-Lösungen für das Internet sind nach den Worten Brandenburgs "technologisch gesehen unsinnig". Aktuelle Scanner prüften sowieso sämtliche Daten inklusive E-Mails oder Newsgroups, die per Diskette, Netz oder via Internet beziehungsweise Intranet an den Hauptspeicher gelangen, auf Viren. Bei den derzeit mit viel Enthusiasmus beworbenen Produkten handle es sich um nichts anderes als um vorgeschaltete Applikationen, die Daten in einem Zwischenschritt an den Scanner weiterleiteten.

"Das einzige, was ein Anwender benötigt, ist ein Hintergrundschutz", so der Geschäftsführer. Die Diskussionen um dedizierte Internet-Viren beruhten auf teilweise Marketing-gesteuerter Panikmache. Im Labor sei es zwar möglich, spezielle HTML-Viren zu produzieren - bislang sei allerdings noch kein einziger dieser "Erreger" aufgefallen. Nährboden für subversive Programmierer seien vielmehr die immer populärer werdenden Programmiersprachen Java sowie Javascript. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der erste Virus unter Java kommt."

Zahlen

Dr Solomon's konnte das Ende Mai 1997 endende Geschäftsjahr mit 37,2 Millionen Pfund Sterling abschließen im Vergleich zu 20,9 Millionen Pfund im Vorjahr. Das bedeutet einen Zuwachs von 77 Prozent. Die deutsche Niederlassung konnte den Umsatz um 137 Prozent von 1,94 Millionen Pfund (1996) auf 4,61 Millionen Pfund steigern. Dies entspricht einem Anteil von mehr als zehn Prozent am Gesamtumsatz von Dr Solomon's.